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Ätna Update (06.01 - 24.02.2017)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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24. Februar 2017

In der letzten Woche dauerte die überwiegend milde strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes an. Die Intensität der Explosionen nahm jedoch etwas zu. Die seismische Aktivität war weiterhin erhöht und konzentrierte sich auf die Ostflanke des Bergs.

Während der vergangenen Woche waren die Gaswolken über der Bocca Nuova immer mal wieder rötlich illuminiert. Die Intensität des Glutscheins schwankte dabei sehr stark. Gelegentlich zeigten auch Wetterwolken über den Gipfelkratern roten Glutschein. Vermutlich verursachte tiefsitzende Aktivität in der Bocca Nuova oder Voragine dieses Phänomen.
Unterdessen dauerten die überwiegend milden strombolianischen Explosionen am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes in der vergangenen Woche weiter an. Während die Ascheemissionen an dem Schlot im Laufe der Zeit immer seltener und schwächer wurden nahm die Intensität der strombolianischen Explosionen in den letzten Tagen etwas zu. Dabei wurde glühendes Material gelegentlich ca. 150 bis 200 m höher als der Kraterrand geschleudert und regnete auf die südliche Flanke des Südostkraterkomplexes herab. Die Explosionen ereigneten sich meist in einem Abstand von mehreren Minuten. Verursacht durch die seit nun vier Wochen andauernde strombolianische Aktivität hat sich ein flacher Ring aus pyroklastischem Material um den Sattelschlot gebildet, wie aktuelle Fotos in sozialen Medien zeigen.
An den übrigen Gipfelkratern kam es in der vergangenen Woche zu den gewohnten Gasemissionen. Diese waren am Nordostkrater weiterhin relativ schwach. An der Voragine setzte der Kollapsschlot nach wie vor viel Gas frei.

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Abend zeigt eine für die letzten Tage typische strombolianische Explosion am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Das glühende Material wird dabei ca. 200 m hoch geschleudert. In der linken Bildhälfte kann man leichten Glutschein über dem Bereich des Zentralkraters (Voragine bzw. Bocca Nuova) erkennen:
Strombolianische Explosion am Sattelschlot und Glutschein über dem Zentralkrater
Foto vom 24.02.2017, 18:42 Uhr: Webcam 4 von Radio Studio 7

Wie das INGV berichtet wurden bei einem Besuch der Gipfelkrater durch INGV-Personal am 16. Februar folgende Beobachtungen gemacht:
Der Schlot am östlichen Kraterrand der Voragine, der sich am 07. August 2016 geöffnet hatte, setzt weiterhin intensiv Gas frei. Untersuchungen mit einer Wärmebildkamera offenbarten dabei eine Temperatur von über 600°C. Diese hohe Gastemperatur bewirkt den Glutschein der in den Nächten mittels lichtempfindlicher Kameras beobachtet werden kann. Im nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova befindet sich ein Schlot der Gas emittiert. In seinem Umfeld existiert auf dem Kraterboden ein Fumarolenfeld. Hier wurden Gastemperaturen von ca. 350 °C gemessen. Der Nordostkrater ist weiterhin verschlossen. Ein Fumarolenfeld in seinem südlichen Abschnitt setzt nur wenig Gas frei [1].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 13.02. - 19.02. im Vergleich zur Vorwoche zurück. Sie betrugen lediglich an den letzten Tagen der Woche mehr als 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum ging auch die Emissionsrate von Chlorwasserstoff im Vergleich zu den letzten Messungen zurück [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der vergangenen Woche alle paar Minuten schwache langperiodische Signale erkennbar. Gelegentlich zeigten sich auch Explosionssignale. Heute nahmen Häufigkeit und Intensität der Explosionssignale zu. Insgesamt waren die Seismogramme von leichtem anhaltendem Rauschen dominiert. Der Tremor ging in den letzten Tagen ganz leicht zurück [2].

Am 19.02 begann bei Zafferana Etnea (Ostflanke) eine Erdbebenserie. Diese dauerte auch am 23.02. noch an. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 2.8. während die übrigen Beben meist deutlich schwächer waren. Die Beben lagen in einer Tiefe zwischen 5 und weniger als einem Kilometer. Am 20.02. wurde nordwestlich des Monte Maletto (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.7 gemessen. Am gleichen Tag kam es bei Biancavilla (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 13/02/2017 - 19/02/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


17. Februar 2017

Auch in der letzten Woche dauerte die überwiegend milde strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes weiterhin an. Häufig kam es dabei zur Emission von dunklen Aschewolken. Gleichzeitig ereigneten sich weitere Schwarmbeben an der Süd- und Ostflanke des Ätna. Seit heute Abend zeigt sich Glutschein über der Bocca Nuova. Möglicherweise kommt es hier jetzt auch zu eruptiver Aktivität.

In der vergangenen Woche setze sich die überwiegende milde strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes weiterhin fort. Am Tage war die Aktivität durch die wiederholte Emission dunkler Aschewolken charakterisiert. Diese waren meist klein, jedoch konnte ich seit dem 13. Februar auch immer wieder mal größere Ascheemissionen erkennen. Wärmebildkameras zeigten häufig kleine thermische Anomalien über dem Sattelschlot und in den Nächten waren über lichtstarke Webcams wiederholt milde strombolianische Explosionen zu sehen. Einige der Explosionen waren jedoch auch stärker und schleuderten glühendes Material auf die Südflanke des Südostkraterkomplexes.

An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich weiterhin die gewohnten Gasfreisetzungen. Diese waren nach wie vor am Kollapsschlot der Voragine am stärksten und generierten eine große weiße Säule aus Gas und Dampf. In den Nächten wurde diese Säule oft aus der Tiefe des Schlots rötlich illuminiert. An der Bocca Nuova wurde aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt das meiste Gas emittiert. Gelegentlich waren die Emissionen von bräunlicher Asche durchsetzt.

Dieses Webcam-Foto von gestern zeigt eine der Aschefreisetzungen wie sie in den vergangenen Tagen häufig auftraten. Die dunklen und meist pilzförmigen Aschewolken aus dem Sattelschlot steigen wenige hundert Meter über dem Südostkraterkomplex auf bevor sie vom Wind nach Osten getragen werden:
Emission von dunkler Asche aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 16.02.17, 14:28:04 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Heute Abend war nach 20:30 Uhr dann gelegentlich rötlicher Glutschein über dem zentralen Abschnitt der Bocca Nuova erkennbar. Dieser wirkte deutlich intensiver als der Glutschein der in den vergangenen Wochen und Monaten die Gasfahne aus dem Kollapsschlot der Voragine illuminierte. Die Wärmebildkameras des INGV zeigten jedoch keine thermischen Anomalien über dem Bereich der Bocca Nuova. Möglicherweise wurde die Gasfahne über der Bocca Nuova vom Kraterboden oder vom Gebiet der Voragine aus rötlich illuminiert. Dies könnte durch tiefsitzende strombolianische Aktivität verursacht worden sein.

Dieses Foto vom heutigen Abend zeigt den Glutschein über der Bocca Nuova. Kommt es hier seit heute auch zu strombolianischer Aktivität oder ist die Voragine der Ursprung des Glutscheins?
Glutschein über der Bocca Nuova
Foto vom 17.02.2017, 21:14 Uhr: Webcam 4 von Radio Studio 7

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater waren im Zeitraum vom 06.02. - 12.02. vergleichbar mit denen der Vorwoche. Sie betrugen stets mehr als 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Am 06.02. wurden Spitzenemissionsraten von bis zu 13.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Im gleichen Zeitraum blieb die Emissionsrate von Chlorwasserstoff im Vergleich zu früheren Messungen praktisch unverändert [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der vergangenen Woche immer wieder einzelne kleine Explosionssignale erkennbar. Die kleinen langperiodischen Signale die sich während den letzten Wochen in einem Rhythmus von wenigen Minuten auf den Seismogrammen zeigten wurden im Verlauf der vergangenen Woche immer mehr durch anhaltendes schwaches Rauschen überlagert. Dieses wurde vermutlich von leicht gestiegenem Tremor generiert. Insgesamt unterlag der Tremor in der letzten Woche an allen Stationen einem leichten Anstieg [2].

Am 08.02. setzte sich die Serie sehr leichter Beben im Bereich des Monte Centenari (Ostflanke) fort und dauerte auch am 15.02. noch an. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 1.4. Am 13.02. kam es im Bereich des La Montagnola (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 14.02. ereignete sich im Raum Monte San Leo - Monte Parmentelli (Südflanke) eine Erdbebenserie. Das stärkste Erdbeben wurde dabei mit einer Magnitude von 2.1 gemessen. Die Beben lagen in einer Tiefe von 11 bis 15 Kilometer [3].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 06/02/2017 - 12/02/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


10. Februar 2017

In der vergangenen Woche setzte sich die strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes mit Unterbrechungen fort. Ihre Intensität schwankte jedoch und ging insgesamt zurück. Auch die seismische Aktivität an der Südflanke des Ätna schwächte sich wieder ab, jedoch ereigneten sich erneut einige Schwarmbeben.

Am 04.02. zeigten sich am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes wieder zahlreiche kleine Ascheemissionen. Nach Sonnenuntergang waren dort über lichtempfindliche Webcams regelmäßige strombolianische Explosionen erkennbar. Diese erfolgten im Abstand von wenigen Minuten und waren meist moderat. Einige schleuderten jedoch glühendes Material bis an die südliche Basis des Südostkraterkomplexes. Am 05.02. zeigte sich ein ganz ähnliches Bild.
Schlechtes Wetter mit Neuschnee verhinderte am 06.02. die Beobachtung der eruptiven Aktivität. Jedoch durchbrachen einige Aschepilze die aufliegende Wolkendecke und bestätigten so die Fortdauer der strombolianischen Explosionen.
Nach einer Wetterbesserung waren am 07.02. nur noch selten einige schwache Aschefreisetzungen am Sattelschlot erkennbar. Nach Sonnenuntergang zeigten sich dort nur sporadisch kleine strombolianische Explosionen. Später hörte die Aktivität ganz auf.
Am 08.02. waren nach Tagesanbruch dann wieder recht häufige Emissionen von dunkler Asche aus dem Sattelschlot erkennbar. Diese produzierten auf den Wärmebildkameras kleine thermische Anomalien. Später zogen dann aber Wolken und Schneefall auf und behinderten bis zum 09. Februar die Beobachtungen der eruptiven Aktivität mittels Webcams. Bis zum Abend des 09.02. wurden die Sichtbedingungen wieder besser. Gelegentlich waren Ascheemissionen und kleine thermische Anomalien erkennbar und nach Sonnenuntergang waren milde strombolianische Explosionen erkennbar. Die schwache strombolianische Aktivität dauerte auch heute den ganzen Tag über an.
An den übrigen Gipfelkratern waren in der vergangenen Woche die gewohnten Gasfreisetzungen zu sehen. Weiterhin wurde aus dem Kollapsschlot der Voragine das meiste Gas emittiert. Es formte häufig eine massive weiße Dampfsäule über dem Berg die in den Nächten aus der Tiefe des Schlots rötlich illuminiert wurde. Aus dem blockierten Nordostkrater wurde nach wie vor wenig Gas freigesetzt. An der Bocca Nuova wurde anhaltend Gas aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt freigesetzt. Gelegentlich waren diese Emissionen auch mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt. Am Neuen Südostkrater setzten Fumarolen im Gipfelbereich anhaltend Gas frei.

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Vormittag zeigt in der linken Bildhälfte die große Dampf- und Gaswolke aus der Voragine. Gleichzeitig wird aus dem Sattelschlot auf dem Grat zwischen alten und neuen Südostkraterkegel eine kleine dunkle Aschewolke freigesetzt. Fumarolen im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters produzieren kleine Gas- bzw. Dampffahnen die genau wie die übrigen Emissionen von einem kräftigen Wind nach Westen getragen werden:
Freisetzung von Asche aus Sattelschlot und von Gas aus Voragine
Foto vom 10.02.17, 08:30 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 30.01. - 05.02. im Vergleich zur Vorwoche an. Sie betrugen während der ganzen Woche mehr als 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum blieb die Emissionsrate von Chlorwasserstoff im Vergleich zu früheren Messungen praktisch unverändert [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der vergangenen Woche gelegentlich schwache langperiodische Signale. Explosionssignale waren nur selten zu erkennen. Der Tremor schwankte auf niedrigem Niveau [2].

Vom 03.02. bis 09.02. ereignete sich eine Serie sehr schwacher Beben im Bereich des Monte Centenari (Ostflanke). Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 1.4. Vom 02.02. bis 06.02. kam es im Gebiet Monte Fontane - Monte Scorsone (Ostflanke) zu mehreren Beben. Hier wurde das stärkste Beben mit einer Magnitude von 1.5 gemessen [3].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 30/01/2017 - 05/02/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


03. Februar 2017

In den letzten Tagen setzte sich die milde strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes fort. Die seismische Aktivität blieb erhöht und an der Südflanke des Bergs gab es weitere Erdbeben. Unterdessen wurde in der Bocca Nuova ein kleiner Kollapsschlot entdeckt der Gas und Asche emittiert.

Am 31.01. waren über die Webcams sporadische Emissionen von dunkler Asche aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes erkennbar. Diese erzeugten kleine aber intensive thermische Anomalien auf den Wärmebildkameras des INGV. Fotos in diversen sozialen Medien zeigten am Abend des 31.01. eine Fortdauer der milden strombolianischen Explosionen. Auch am 01. Februar setzte sich die strombolianische Aktivität an dem Schlot fort. Die Ascheemissionen gingen dagegen zurück. Am 02. Februar war dann wieder vermehrte Freisetzung von kleinen Aschewolken aus dem Sattelschlot erkennbar. Die strombolianischen Explosionen dauerten weiter an.
Auch heute kam es zu regelmäßiger Emission von dunkler Asche verbunden mit kräftigen thermischen Anomalien. Einige der Emissionen wirkten energiereicher als an den Vortagen. Fotos in sozialen Medien zeigten glühendes Material das bis an die südliche Basis des Südostkraterkomplexes ausgeworfen wurde.
An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich die gewohnten Gasemissionen. Diese waren am Kollapsschlot der Voragine weiterhin am stärksten und meist pulsartig. Heute waren sie auch mit etwas grauer Asche durchsetzt. An der Bocca Nuova war am 31.01. ebenfalls sporadisch leichte Aschefreisetzung erkennbar. Auch heute konnte ich im nordwestlichen Abschnitt dieses Gipfelkraters leichte Ascheemission beobachten.

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Abend zeigt eine strombolianische Explosion am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Glühende Fragmente werden dabei auf die Südflanke des Kegels geschleudert:
Strombolianische Explosion am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 03.02.2017, 19:55 Uhr: Webcam 4 von Radio Studio 7

Wie das Online-Magazin "La Gazzetta Siracusana.it" am 02. Februar berichtete wurde in der Bocca Nuova ein neuer Kollapskrater entdeckt. Dieser befindet sich im nordwestlichen Kraterabschnitt und emittiert Gas unter Druck. Auch etwas bräunliche Asche mischt sich in die Gasemissionen [4].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater gingen im Zeitraum vom 23.01. - 29.01. im Vergleich zur Vorwoche deutlich zurück. Sie blieben die ganze Woche über unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Am 27.01. wurde sogar nur eine Emissionsrate von 1.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Im gleichen Zeitraum ging die Emissionsrate von Chlorwasserstoff im Vergleich zu früheren Messungen ebenfalls zurück [2].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in den letzten Tagen weiterhin alle 3 - 5 Minuten schwache langperiodische Signale zu sehen. Explosionssignale zeigten sich dagegen nur sporadisch. Der Tremor schwankte auf niedrigem Niveau [1].

Am 31.01. setzte sich die Erdbebenserie im Raum Monte Parmentelli - Monte San Leo (Südflanke) fort und dauerte auch am 02.02. weiter an. Die meisten Beben erreichten Magnituden zwischen 1.5 und 2.0 einige waren jedoch stärker. Die stärkste Erschütterung wurde mit einer Magnitude von 2.3 gemessen. Die Beben lagen in einer Tiefe zwischen 10 und 15 Kilometer. Am 01. und 02.02. wurden im Bereich des Zentralkraters mehrere Erdbeben registriert. Das Stärkste hatte dabei eine Magnitude von 2.0. Am 01.02. wurde nordwestlich von Tarderia (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.8 verzeichnet. An diesem Tag kam es auch östlich des Monte Centenari (Ostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.5 [3].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 23/01/2017 - 29/01/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
  4. La Gazzetta Siracusana.it. 2017. Etna, compare un “pit crater” anche nella Bocca Nuova


30. Januar 2017

Heute kam es an der Südflanke des Ätna zu einer seismischen Krise mit ca. 60 Erdstößen. Unterdessen setzte sich die strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes fort und hat sich heute offenbar noch etwas verstärkt. Der Tremor blieb nach wie vor niedrig.

Am 28. Januar emittierte der Sattelschlot des Südostkraterkomplexes weiterhin kleine dunkle Aschewolken. Sie waren alle paar Minuten zu sehen und erzeugten thermische Anomalien auf den Wärmebildkameras des INGV. Eine ähnliche Aktivität zeigte sich auch am 29. Januar. Heute kam es zu weiteren Ascheemissionen. Diese waren jedoch etwas schwächer und nicht mehr so kompakt wie an den Vortagen. Vermutlich wurde deutlich mehr Gas als Asche emittiert. Nach Einbruch der Dunkelheit waren vorübergehend einzelne strombolianische Explosionen über die normalen Webcams zu sehen, was auf eine zumindest zeitweilige Intensivierung der strombolianischen Aktivität hindeutet. Die lichtempfindlichen Webcams sind leider nach wie vor offline und immer wieder behindern Wolken die Beobachtungen.
An den übrigen Gipfelkratern waren in den letzten Tagen lediglich die gewohnten Gasemissionen erkennbar.

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in den vergangenen Tagen weiterhin alle paar Minuten schwache langperiodische Signale. Explosionssignale waren nur selten zu erkennen. Der Tremor bewegte sich nach wie vor auf niedrigem Niveau [1].

Am 29.01. ereigneten sich im Piano Pernicana (Nordostflanke) mehrere sehr schwache Beben in geringer Tiefe. Das Stärkste hatte eine Magnitude von 1.3. Heute kam es im Raum Monte Parmentelli - Monte San Leo (Südflanke) zu einer seismischen Krise mit ca. 60 Erdstößen. Das stärkste Beben erreichte eine Magnitude von 3.6, die meisten anderen waren deutlich schwächer. Die Beben lagen in einer Tiefe zwischen 9 und 14 Kilometern [2].

Eigene Einschätzung der Lage:
Bereits seit dem sich im August 2016 ein Kollapsschlot in der Voragine geöffnet  hat gibt es Zeichen die auf eine Aufwölbung des Ätna, verursacht durch Magmaaufstieg hindeuten. Insbesondere die seit Monaten erhöhte seismische Aktivität mit Schwarmbeben an den Flanken des Bergs und Phasen erhöhter Gasemission an den Gipfelkratern lassen auf Magmaaufstieg schließen. Schon mehrfach sah es so aus, als würde eine neue eruptive Episode unmittelbar bevorstehen. So kommt es aus dem Kollapsschlot der Voragine zu anhaltender Emission von heißem Gas verbunden mit Glutschein aus der Tiefe und einzelnen tiefsitzenden strombolianischen Explosionen.
Im Dezember reaktivierte sich dann der Sattelschlot auf dem Grat zwischen altem und neuem Südostkraterkegel und setzte etwas Asche und altes Material frei. Weitere sporadische Emissionen folgten und seit einer Woche kommt es an dem Schlot zu milder strombolianischer Aktivität. Das Magma steht somit sehr hoch im Berg. Allerdings hat der Druck bisher nicht gereicht eine Phase mit größerer eruptiver Aktivität einzuleiten.
Auch im Jahre 2015 dauerte es von der ersten strombolianischen Aktivität in der Voragine bis zu den heftigen paroxysmalen Episoden in dem Gipfelkrater vier Wochen. Die eruptive Phase im Mai 2016 entwickelte sich dagegen sehr rasch.
Die heutige seismische Krise könnte darauf hindeuten, dass ein neuer Schub Magma im Berg aufsteigt. Sie könnte allerdings auch eine Reaktion auf das Anschwellen des Vulkans sein. Sollte tatsächlich frisches Magma aufsteigen könnte sich sehr schnell heftige eruptive Aktivität an den Gipfelkratern, ganz ähnlich wie im Mai 2016 einstellen. Bei weiterem langsamen Anschwellen des Bergs rechne ich eher mit einer allmählichen Verstärkung der explosiven Aktivität am Sattelschlot bzw. am Neuen Südostkrater verbunden mit der Förderung von Lavaströmen aus den Flanken des Südostkraterkomplexes.
Jederzeit muss natürlich auch mit einer Flankeneruption des Ätna gerechnet werden, denn für das Magma wird es immer schwerer an den Gipfelkratern auszutreten. Wo solch eine Flankeneruption auftreten könnte ist sehr ungewiss. Gute Kandidaten sind die nordöstliche Riftzone, wo es entlang der Pernicana-Verwerfung auch in den letzten Tagen immer wieder Beben gab, sowie die südliche Riftzone wo sich ja heute die Erdbebenserie ereignet hat. Auch die obere Ostflanke, wo sich ja in den letzten drei Jahren mehrfach eruptive Spalten geöffnet hatten könnte wieder Schauplatz eruptiver Aktivität sein.
Die Wahrscheinlichkeit für eine größere Eruption in den nächsten Tagen oder Wochen ist auf jeden Fall sehr groß. Art, Zeitpunkt und Ort sind jedoch noch ungewiss und sicherlich wird Mama Ätna wieder einmal eine Überraschung für uns parat halten.

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27. Januar 2017

Die milde strombolianische Aktivität am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes hat sich in den vergangenen Tagen intensiviert. Immer wieder kommt es dabei zu Emissionen von dunkler Asche. Während die seismische Aktivität weiterhin erhöht bleibt zeigt der Tremor kaum Veränderungen.

In der Nacht vom 23. auf den 24. Januar zeigten sich am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes sporadische strombolianische Explosionen. Glühendes Material wurde dabei ca. 100 m hoch geschleudert. Am Tage waren wiederholt kleine dunkle, häufig blumenkohlförmige Aschwolken über dem Schlot zu erkennen. Diese generierten auch deutliche thermische Anomalien auf der La Montagnola - Wärmebildkamera des INGV.
In der Nacht auf den 25. Januar waren wieder kleine strombolianische Explosionen am Sattelschlot über die lichtempfindlichen Webcams erkennbar. Am Tage war der Gipfelbereich zunächst in eine dichte Gas- und Dampfwolke gehüllt und später behinderten Wetterwolken die Beobachtungen. Eis und Neuschnee ließen dann einige Webcams ausfallen, sodass eine Beobachtung der eruptiven Aktivität in der Nacht auf den 26. Januar kaum möglich war. Nach Sonnenaufgang waren dann häufige Aschefreisetzungen am Sattelschlot erkennbar. Erneut waren diese durch kleine schwarze, meist blumenkohlförmige Wolken charakterisiert die wieder deutliche thermische Anomalien auf den Wärmebildkameras generierten. Meist wurde die Asche bis zu 100 m hoch ausgeworfen und vom Wind rasch nach Osten getragen. Einige energiereiche Explosionen erzeugten größere Aschewolken die ca. 300 - 400 m hoch über dem Südostkraterkomplex aufstiegen. Auch wurde vermehrt Gas und Dampf freigesetzt. An der oberen Ostflanke des Neuen Südostkraters schienen die Dampfemissionen ebenfalls zuzunehmen was auf eine Aufheizung des Kegels hindeutet.
Leider blieben die lichtempfindlichen Webcams auch in der vergangenen Nacht defekt und verhinderten die Beobachtung der strombolianischen Explosionen. Nach Sonnenaufgang waren wieder einige dunkle Ascheemissionen erkennbar. Im Laufe des Morgens intensivierten sie sich und wurden häufiger. Meist wurde die Asche 200 - 300 m hoch geschleudert. Auf Fotos der Wärmebildkameras des INGV waren intensive thermische Anomalien, verursacht durch strombolianische Explosionen, sichtbar.
Auch die Fumarolen auf dem Grat zwischen dem Sattelschlot und dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters wirkten heute noch intensiver als gestern und generierten viele kleine weiße Dampfsäulen.
An den übrigen Gipfelkrater zeigten sich in den vergangenen Tagen die üblichen Gasemissionen. Am Kollapsschlot der Voragine wurde weiterhin kräftig heißes Gas emittiert. Aus der Voragine selbst stieg nur wenig Gas auf, genauso wie aus dem Nordostkrater. An der Bocca Nuova wurde anhaltend Gas aus dem nordwestlichen Kraterabschnitt emittiert.

Wie das INGV berichtet setzte die Emission von heißem Material am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes bereits am 20. Januar ein. Personen im Gipfelbereich hörten die Explosionen als lauten Knall und beobachteten den Auswurf von glühendem Material. Diese Emissionen produzierten auch thermische Anomalien auf den Wärmebildkameras des INGV. Wie weiter berichtet wird steigerten sich die strombolianischen Explosionen, die am 23. Januar nach einer Schlechtwetterphase beobachtet werden konnten, in der nachfolgenden Nacht noch etwas. Glühendes Material wurde dabei bis an die Basis des Südostkraterkegels ausgeworfen. Am 24. Januar verstärkten sich die Ascheemissionen und die Explosionen wurden häufiger. Am Morgen des 25. Januar ging die Aktivität dann wieder etwas zurück [1].

Auf diesem Webcam-Foto kann man eine der Ascheemissionen erkennen die heute regelmäßig vom Sattelschlot des Südostkraterkomplexes generiert wurden. Die kleinen weißen Dampfsäulen über dem Neuen Südostkrater markieren Fumarolen. Ihre Intensität hat sich in den letzten Tagen verstärkt:
Emission von dunkler Asche aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 27.01.17, 09:48 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater nahmen im Zeitraum vom 16.01. - 22.01. im Vergleich zur Vorwoche deutlich zu. Die ganze Woche über wurde eine Emissionsrate von über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Es kam sogar zu Spitzenemissionsraten von über 12.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum ging die Emissionsrate von Chlorwasserstoff im Vergleich zu früheren Messungen zurück [2].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten bis zum 25. Januar nur gelegentlich einige schwache langperiodische Signale. Im Laufe des 26. Januars nahm ihre Intensität und Häufigkeit etwas zu. Der Tremor schwankte weiterhin auf niedrigem Niveau [3].

Am 22.01. ereigneten sich im Bereich der Gipfelkrater mehrere sehr schwache Beben wobei das stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte. Am 23.01. wurde bei Valverde (Südostflanke) ein Beben der Stärke 2.1 gemessen. Am gleichen Tag kam es nordöstlich von Misterbianco (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Ebenfalls am 23.01. wurden im Raum Nicolosi - Ragalna - Pedara (Südflanke) einige sehr schwache Beben registriert wobei das stärkste eine Magnitude von 1.6 erreichte. Am 24.01. kam es im Gebiet südwestlich des Monte Frumento Supino (Südflanke) zu einigen sehr schwachen Beben. Hier wurde das stärkste Beben mit einer Magnitude von 1.5 gemessen. Am 25.01. begann im Raum Monte Spagnolo - Monte Collabasso - Randazzo (Nordwestflanke) eine Erdbebenserie. Die meisten Beben hatten Magnituden zwischen 1.4 und 2.1 und lagen in einer Tiefe von 23 - 30 Kilometern. Die Erdbebenserie setzte sich bis heute fort. Eine der Erschütterungen erreichte dabei eine Magnitude von 2.8 [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. AGGIORNAMENTO ETNA, 25 GENNAIO 2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 16/01/2017 - 22/01/2017
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  4. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


23. Januar 2017

Seit heute Nachmittag ist am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes Emission von heißem Material erkennbar. Webcams zeigten kleine dunkle Aschewolken und nach Sonnenuntergang auch explosive Emission von glühendem Material. Der Tremor blieb bisher niedrig.

Nach dem es in den vergangenen Tagen in ganz Sizilien zu schweren Unwettern, verbunden mit sintflutartigem Regen kam und somit eine Beobachtung der Gipfelregion des Ätna mittels Webcams unmöglich war, lockerten die Wolken heute im Tagesverlauf wieder auf. Am Nachmittag zeigten sich über dem Südostkraterkomplex kleine dunkle Aschewolken. Diese waren kompakter und dunkler als die Freisetzungen die schon seit Wochen immer mal wieder vom Sattelschlot, der sich zwischen dem Kegel des alten und des Neuen Südostkraters befindet, emittiert wurden. Auch diesmal schien der Sattelschlot wieder Verursacher der Ascheemissionen gewesen zu sein, jedoch trieb ein kräftiger westlicher Wind die Aschewolken schnell auf die Nordostseite des Kegels. Die Aschefreisetzungen generierten auf den Fotos der La Montagnola-Wärmebildkamera des INGV kleine thermische Anomalien. Nach Eintritt der Dunkelheit zeigten lichtempfindliche Kameras auch gelegentliche explosive Freisetzungen von glühendem Material aus dem Sattelschlot. Diese glichen strombolianischen Explosionen und erreichten eine Höhe von grob geschätzt 100 m.

Dieses Webcam-Foto (gezoomt) vom heutigen Abend zeigt eine der stärkeren Explosionen am Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Das glühende Material wird dabei ca. 100 m hoch geschleudert:
Emission von heißem Material aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 23.01.17, 18:38:16 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in den letzten Tagen gegenüber den Vorwochen keine Besonderheiten. Anzahl und Intensität der langperiodischen Signale nahmen eher noch ab. Der Tremor schwankte weiterhin auf niedrigem Niveau und ging nach einem langsamen Anstieg bis zum 22. Januar heute wieder etwas zurück [1].

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20. Januar 2017

Die letzten zwei Wochen waren am Ätna wieder von leichter Unruhe geprägt. Weiterhin war die seismische Aktivität etwas erhöht und es kam zu einigen Schwarmbeben. Die Gasemissionen haben deutlich zugenommen und aus dem Südostkraterkomplex wurde gelegentlich etwas Asche emittiert.

In den vergangenen 14 Tagen behinderten Wolken und Neuschnee zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. An den wolkenfreien Tagen zeigte sich weiterhin am Kollapsschlot der Voragine kräftige Gasemission. Das heiße Gas erzeugte schwache thermische Anomalien auf den Wärmebildkameras des INGV und generierte oft eine hohe weiße Dampfsäule über dem Berg. In den Nächten war diese Dampfsäule auch hin und wieder rötlich illuminiert. An den übrigen Gipfelkratern war nur wenig Gasfreisetzung erkennbar. Am Nordostkrater wurde etwas Gas im Bereich des zur Voragine hin streichenden Grabens freigesetzt. An der Bocca Nuova kam es im nordwestlichen Kraterabschnitt zu Gasemissionen. Am Südostkraterkomplex setzten Fumarolen auf dem Grat zwischen dem Kegel des alten und des neuen Südostkraters etwas Gas frei. Selten wurde von dem dort befindlichen Schlot auch etwas bräunliche Asche emittiert. Heute waren die Ascheemissionen dort allerdings wieder etwas stärker und häufiger. Auch aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters wurden heute hin und wieder geringe Mengen bräunlicher Asche freigesetzt.

Dieses Webcam-Foto von heute Mittag zeigt die Freisetzung einer kleinen bräunlichen Aschewolke aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Links davon kann man die weißen Gas- bzw. Dampfwolken aus dem Kollapsschlot der Voragine erkennen:
Freisetzung von Asche aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 20.01.17, 11:48 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater nahmen im Zeitraum vom 02.01. - 08.01. im Vergleich zur Vorwoche deutlich zu. Die ganze Woche über wurde eine Emissionsrate von über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Es kam sogar zu Spitzenemissionsraten von bis zu 11.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1]. Vom 09.01. - 15.01. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater zurück. Dennoch wurde nahezu täglich eine Emissionsrate von über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Die Spitzenemissionsraten erreichten über 10.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [2].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in den letzten 14 Tagen im Abstand von 3 - 5 Minuten schwache langperiodische Signale zu sehen. Gelegentlich zeigten sich auch kleine Explosionssignale. Der Tremor schwankte in den letzten 14 Tagen auf niedrigem Niveau und ging in den letzten Tagen noch etwas zurück [3].

Am 07.01. wurde im Bereich des Zentralkraters ein Beben der Stärke 2.1. gemessen. Am 09.01. wurde am Monte Centenari (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Am gleichen Tag kam es südwestlich von Tarderia (Südostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.8. Am 10.01. wurde östlich von Zafferana (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Vom 12.01. bis 17.01. kam es im Bereich des Monte Centenari zu vielen sehr schwachen Beben die meist Magnituden von unter 1.5 aufwiesen. Am 19.01. ereigneten sich in einem Gebiet knapp östlich des Piano Pernicana (Nordostflanke) mehrere Erdstöße in geringer Tiefe. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 3.0 [4]. 

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 02/01/2017 - 08/01/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 09/01/2017 - 15/01/2017
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  4. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


06. Januar 2017

Auch zum Jahreswechsel zeigte der Ätna leichte Zeichen von Unruhe. Erneut gab es kleine Ascheemissionen am Südostkraterkomplex und über der Voragine war zeitweise Glutschein erkennbar. Insbesondere die seismische Aktivität hat zugenommen.

In der letzten Woche wurde vom Kollapsschlot der Voragine weiterhin das meiste Gas emittiert. Häufig waren die Gasfreisetzungen dort pulsartig verstärkt und manchmal wurden sogar Gasringe produziert. Bei sonnigen und windschwachen Verhältnissen stieg am Anfang der Woche die weiße Dampf- bzw. Gassäule über der Voragine hunderte Meter senkrecht auf. In den Nächten wurde sie rötlich illuminiert; entweder von der großen Hitze aus der Tiefe oder von tiefsitzenden strombolianischen Explosionen. An der Bocca Nuova konzentrierten sich die Gasfreisetzungen auf den nordwestlichen Kraterabschnitt. Am Südostkraterkomplex konnte ich am 31. Dezember mehrfach die Emission von kleineren Mengen dunkler Asche aus dem Sattelschlot beobachten. An den Folgetagen war lediglich Gasemission erkennbar. Am Nordostkrater waren die Gasemissionen nach wie vor relativ schwach. Schnee und ungewöhnlich große Kälte verhinderten in den letzten beiden Tagen weitere Beobachtungen mittels Webcams.

Dieses wunderschöne Foto vom 01. Januar, welches mir von D. Schade zur Verfügung gestellt wurde, zeigt den schneebedeckten Ätna von Nordosten aus. Sehr schön kann man die weiße Gas- bzw. Dampfsäule aus der Voragine erkennen. Rechts davon der Nordostkrater der nach wie vor relativ wenig Gas emittiert. Links der Neue Südostkrater mit vielen kleinen Gaswolken aus Fumarolen. Seine schneebedeckten Lavafelder reichen in das Valle del Bove hinab. Im Vordergrund erstrecken sich die alten Berge der Serra delle Concazze. Der Rest eines früheren Vulkangebäudes:
Schneebedeckter Ätna von Nordosten aus
© D. Schade, 01.01.2017

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater blieben auch im Zeitraum vom 26.12. - 01.01. im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Dagegen nahmen die Emissionen von Chlorwasserstoff im gleichen Beobachtungszeitraum gegenüber der Vorwoche etwas zu [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche weiterhin alle paar Minuten schwache langperiodische Signale. Immer wieder mischten sich auch kleine Explosionssignale darunter. Der Tremor unterliegt seit dem 01. Januar einem leicht steigenden Trend [2].

Zwischen dem 30.12. und dem 04.01. kam es an der Südflanke des Ätna im Raum La Montagnola - Case del Vescovo - Monte Zoccolaro zu zahlreichen sehr schwachen Beben, wobei das stärkste Beben eine Magnitude von 1.7 erreichte. Am 03.01. wurde bei Lavinaio (Südostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 26/12/2016 - 01/01/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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