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Ätna Update (10.04. - 24.04.2015)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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24. April 2015

Auch in der vergangenen Woche setzte der Ätna seinen unruhigen Schlaf fort. Während Tremor und Gasemissionen weiterhin niedrig blieben, hat sich die seismische Aktivität verstärkt und sich an der Nordostflanke des Bergs in einer Erdbebenserie manifestiert.

In der letzten Woche konzentrierten sich die Gasemissionen der Gipfelkrater auf Nordostkrater und Bocca Nuova. Am Nordostkrater war die Gasfreisetzung meist anhaltend. An der Bocca Nuova zeigten sich die Gasemissionen zeitweise pulsartig verstärkt und konzentrierten sich auf den nordwestlichen Abschnitt des Gipfelkraters. Am Südostkraterkomplex wurde weiterhin im Bereich des Grats zwischen dem Kegel des alten und des Neuen Südostkraters Gas bzw. Dampf emittiert. Am Neuen Südostkrater wurden aus dem Gipfelbereich anhaltend geringe Mengen Gas freigesetzt. Heute behinderte schlechtes Wetter den ganzen Tag über die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 13.04. - 19.04. im Vergleich zur Vorwoche praktisch unverändert. Die Spitzenemissionsraten lagen stets unterhalb der Warnschwelle von 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. Am 14.04. und 16.04. wurden sogar Emissionsraten von unter 1.000 Tonnen SO2 pro Tag registriert. Im Vergleich zur letzten Messkampagne gingen die Emissionsraten für Fluor- und Chlorwasserstoff zurück [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche alle paar Minuten schwache langperiodische Signale. Gelegentlich waren auch kleine Explosionssignale erkennbar. Seit dem 22.04. ist auch zeitweise ein schwaches, aber länger andauerndes Rauschen sichtbar wie es von vulkanischem Tremor generiert wird. Heute verstärkte sich dieses Rauschen noch etwas und die LP-Signale traten vorübergehend noch etwas häufiger auf.
Der Tremor bewegte sich in der letzten Woche allerdings weiterhin auf niedrigem Niveau [2].

Am 16.04. kam es im Gebiet westlich von Milo (Ostflanke) zu einer Serie sehr schwacher Beben. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 1.9. Vom 19.04. bis 22.04. ereignete sich an der Nordostflanke im Raum südwestlich von Linguaglossa eine Erdbebenserie. Bei den stärksten Beben wurden Magnituden von 2.4 bzw. 3.6 gemessen. Die Hypozentren der Beben lagen dabei meist in einer Tiefe von weniger als 1000 m [3].

Eigene Einschätzung der Lage:
Nach der explosiven Ascheemission der Bocca Nuova vom 12. April hat sich nun also eine Erdbebenserie an der Nordostflanke ereignet. Genau wie das Ereignis in der Bocca Nuova deutet auch diese Erdbebenserie auf Magmabewegungen innerhalb des Bergs hin. Die Beben fanden in sehr geringer Tiefe im Gebiet der Pernicana-Verwerfung statt. Diese Verwerfung wird eigentlich immer dann aktiv, wenn es zu einer Aktivität innerhalb der nordöstlichen Riftzone des Ätna kommt. Das heißt also immer dann, wenn in der Riftzone Magma aufsteigt und sich ausdehnt und die Ostflanke des Ätna dadurch ein kleines Stück weiter nach Osten geschoben wird. Solche Vorgänge treten am Ätna jedoch immer mal wieder auf ohne dass es sofort danach zu einem Ausbruch kommt, so z.B. im Jahre 2010. Allerdings wurden größere Flankeneruptionen, wie z.B. die im Jahre 2002 durch Erdbebenserien entlang der Pernicana-Verwerfung angekündigt, wenn auch in einem viel größeren Maße als bei dem jüngsten Ereignis. Somit bleibt nun abzuwarten, ob sich weitere Beben entlang der Pernicana-Verwerfung ereignen bzw. es zu neuen explosiven Ascheemissionen an den Gipfelkratern kommt. Häufen sich diese Ereignisse, wird meiner Meinung nach die Wahrscheinlichkeit für eine größere Eruption des Ätna bzw. für eine längere Serie eruptiver Episoden des Südostkraters größer.

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 13/04/2015 - 19/04/2015
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


16. April 2015

In den letzten Tagen konnte ich an den Gipfelkratern des Ätna keine neuen Ascheemissionen mehr beobachten. Tremor und seismische Aktivität blieben weiterhin niedrig.

Nach der explosiven Ascheemission aus der Bocca Nuova vom 12. April zeigte sich dieser Gipfelkrater in den vergangenen Tagen völlig ruhig und es kam lediglich zu den gewohnten Gasemissionen. Diese waren meist pulsartig und konzentrierten sich auf den nordwestlichen Kraterabschnitt, wirkten aber nicht so kräftig wie noch am 12. April. Auch am Nordostkrater kam es zu pulsartiger Gasfreisetzung. Am Südostkraterkomplex wurde weiterhin im Bereich des Grats zwischen dem Kegel des alten und des Neuen Südostkraters Gas bzw. Dampf emittiert. Am Neuen Südostkrater wurde aus dem Gipfelbereich anhaltend etwas Gas freigesetzt. Lichtstarke Webcams zeigten gelegentlich ein schwaches Glühen am nördlichen Kraterrand was vermutlich von einer Hochtemperaturfumarole verursacht wurde.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 06.04. - 12.04. etwas niedriger als in der Vorwoche. Die Spitzenemissionsraten lagen stets unterhalb der Warnschwelle von 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. Im Vergleich zur letzten Messkampagne waren die Emissionsraten für Fluor- und Chlorwasserstoff dagegen etwas höher [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in den letzten Tagen alle paar Minuten schwache langperiodische Signale. Gelegentlich waren auch kleine Explosionssignale erkennbar. Selten gab es mehrere Minuten lang andauernde Phasen von schwachem Rauschen die an vulkanischen Tremor erinnerten.
Insgesamt bewegte sich der Tremor in den vergangenen Tagen weiterhin auf niedrigem Niveau [2].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 06/04/2015 - 12/04/2015
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR


12. April 2015

Nach über zwei monatiger Ruhe zeigte der Ätna heute wieder erste Zeichen von Aktivität. An der Bocca Nuova kam es zu einer explosiven Ascheemission die auch von seismischer Aktivität begleitet war.

Nach dem die Gasemissionen der Gipfelkrater gestern noch ähnlich ruhig und normal wie in den vergangenen Wochen wirkten, zeigte sich heute Morgen an Nordostkrater, Voragine und Bocca Nuova insgesamt intensivere Gasfreisetzung. Manchmal waren die Gasemissionen auch pulsartig verstärkt; insbesondere an der Bocca Nuova wirkten sie gelegentlich etwas energiereicher als gewöhnlich. Um 15:06 Uhr zeigte dann die Montagnola-Webcam des INGV-OE eine blumenkohlförmige grau-braune Aschewolke über dem westlichen Abschnitt der Bocca Nuova. Die Wolke stieg mind. 600 m hoch auf und ihr folgte kräftiger Ausstoß von Gas und Dampf. Diese Emissionen waren noch von etwas bräunlicher Asche durchsetzt. Auf Fotos der Wärmebildkamera des INGV-OE waren keine thermischen Anomalien erkennbar, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Aschewolke kalt gewesen ist. Die Asche- und Dampfwolke wurde vom Wind in südöstliche Richtung getragen. Bis zum Abend kam es dann an der Bocca Nuova noch zu kräftiger, pulsartiger Emission von Gas. Weitere explosive Ereignisse konnte ich nicht beobachten.

Dieses Webcam-Foto zeigt die explosive Ascheemission aus der Bocca Nuova. Eine blumenkohlförmige, grau-braune Wolke steigt aus dem westlichen Abschnitt des Gipfelkraters ca. 400 m empor:
Explosive Ascheemission aus der Bocca Nuova
Foto vom 12.04.15, 15:06 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Das explosive Ereignis an der Bocca Nuova zeigte sich auch auf den Online-Seismogrammen der Gipfelregion. Um 15:05 Uhr und 15:07 Uhr waren auf dem Seismogramm der Station ECNE (Nordostkrater) zwei ca. 30 Sekunden lang andauernde Serien von Ausschlägen erkennbar. In den Stunden zuvor bzw. danach waren lediglich die üblichen schwächeren LP-Signale oder einzelne schwache Explosionssignale zu sehen. Der Tremor blieb nach wie vor niedrig. Allerdings zeigte das Online-Seismogramm der Station ECNE am Morgen des 11.04. zwischen 09:30 Uhr und 12:00 Uhr ein etwas verstärktes und anhaltendes Rauschen an, wie es von vulkanischem Tremor erzeugt wird [1].

Kurze eigene Einschätzung der Lage:
Nach der eruptiven Episode des Neuen Südostkraters von Anfang Februar, verhielt sich der Ätna bis heute völlig ruhig und zeigte die üblichen Gasemissionen. Auch die seismische Aktivität blieb niedrig. Eine ähnlich inaktive Periode fand auch im vergangenen Jahr zwischen August und Dezember statt bevor es zu einer heftigen eruptiven Episode des Neuen Südostkraters kam. Das heutige Ereignis könnte auf den Aufstieg eines frischen Schubs Magma hindeuten, wie man ihn nach einer mehrmonatigen Ruhephase durchaus erwarten kann.
Häufig wechselt die Aktivität des Ätna zwischen Bocca Nuova/Voragine und Südostkrater hin und her und manchmal kündigen sich Eruptionen des Südostkraters durch explosive Ereignisse in der Bocca Nuova an. Darum ist es denkbar, dass sich die Aktivität in den nächsten Tagen oder Wochen zum Neuen Südostkrater hin verlagert und sich dort eine neue eruptive Episode ereignet. Es ist allerdings auch eine Phase längerer Aktivität innerhalb von Bocca Nuova bzw. Voragine möglich.
Unwahrscheinlicher, aber dennoch möglich ist auch ein Kollapsereignis innerhalb der Bocca Nuova ähnlich wie es sich im Jahre 2010 mehrfach ereignet hat. Solche Kollapsereignisse treten allerdings häufig nach größeren Eruptionen auf, können allerdings auch auf eine Inflation des vulkanischen Gebäudes hindeuten. So wurden die Aktivitätsphasen des Südostkraters der Jahre 2006-2007 und 2011-2013 mehrere Monate zuvor jeweils durch kräftige Kollapsereignisse an Bocca Nuova/Voragine eingeleitet.
Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen ob es sich an der Bocca Nuova heute um ein isoliertes Ereignis oder den Beginn einer neuen Aktivitätsphase gehandelt hat.

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR


10. April 2015

Auch die letzten zwei Wochen verliefen am Ätna sehr ruhig. Tremor und seismische Aktivität blieben niedrig. Die Gasemissionen sind etwas zurück gegangen.

In den vergangenen 14 Tagen kam es an den Gipfelkratern des Ätna weiterhin zu den gewohnten Gasemissionen. Sie waren meist anhaltend, an der Bocca Nuova zeitweise aber auch pulsartig verstärkt. Durch den Ausfall von Webcams konnte ich den Nordostkrater nur selten beobachten. Hier war dann überwiegend anhaltende und kräftige Gasfreisetzung erkennbar. Am Südostkraterkomplex wurde das meiste Gas weiterhin aus dem Bereich des Grats zwischen dem alten und neuen Kegel emittiert. Im Gipfelbereich des Neuen Südostkraterkegels, sowie entlang seiner oberen südöstlichen Flanke, kam es häufig zur Freisetzung von Dampf.

Wie das INGV berichtet wurden bei Besuchen der Gipfelkrater am 31. März und 03. April Geräusche aus der Tiefe des Nordostkraters vernommen [2].

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 23.03. - 29.03. höher als in der Vorwoche. Die Spitzenemissionsraten lagen am 27.03. und 28.03. oberhalb der Warnschwelle von 5.000 Tonnen SO2 pro Tag [1]. Im Zeitraum vom 30.03. - 05.04. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater wieder etwas zurück und lagen stets unterhalb der Warnschwelle. Im Vergleich zur letzten Messkampagne waren die Emissionsraten für Fluor- und Chlorwasserstoff niedriger [2].

Endlich sind wieder Online-Seismogramme der Gipfelregion verfügbar. In den letzten 14 Tagen zeigten sich dabei auf den Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) alle paar Minuten schwache langperiodische Signale. Zwischen dem 30.03. und 05.04. waren diese manchmal auch etwas stärker und von kleinen Explosionssignalen durchsetzt.
Der Tremor bewegte sich in den vergangenen zwei Wochen auf niedrigem Niveau und unterlag nur geringen Schwankungen. In den letzten Tagen ist er noch etwas zurück gegangen [3].

Am 01.04. kam es südöstlich von Riposto (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6 [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 23/03/2015 - 29/03/2015
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 30/03/2015 - 05/04/2015
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  4. INGV-Sezione di Catania. 2015. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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