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Ätna Update (02.01 - 20.02.2015)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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20. Februar 2015

Während den vergangenen 14 Tagen kam es am Ätna zu ruhiger Gasemission. Tremor und seismische Aktivität blieben niedrig. Die Intensität der Gasemissionen an den Gipfelkratern ging wieder zurück.

Vom 06.02. bis 09.02. behinderte schlechtes Wetter häufig die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. An den nachfolgenden Tagen waren die Sichtbedingungen meist deutlich besser. An den Gipfelkratern zeigten sich die üblichen Gasemissionen. Diese waren am Nordostkrater am stärksten und häufig pulsartig. Aus Voragine und Bocca Nuova wurde meist anhaltend Gas emittiert. Am Südostkraterkomplex setzte der Schlot auf dem Grat zwischen dem alten Südostkraterkegel und dem Neuen Südostkraterkegel anhaltend etwas Gas frei; in diesem Bereich, rings um den Schlot war über die Montagnola-Wärmebildkamera des INGV-OE auch eine anhaltende thermische Anomalie erkennbar. Aus den Schloten im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters wurde ebenfalls ein wenig Gas emittiert. Ab dem 16.02. verschlechterten sich die Wetterbedingungen erneut drastisch. Wolken und Neuschnee verhinderten die Beobachtungen mittels Webcams bis einschließlich 18.02.2015. Gestern wurde das Wetter dann endlich wieder deutlich besser und es zeigten sich die üblichen Gasemissionen. Heute wirkten die Gasfreisetzungen an der Voragine stärker als am Nordostkrater.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 02.02. - 08.02. niedriger als in der Vorwoche. Die täglichen Messwerte lagen jedoch höher als die Warnschwelle (mehr als 5.000 Tonnen SO2 pro Tag) [1]. Zwischen dem 09.02. und 15.02. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater deutlich zurück und lagen stets unter 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. Im gleichen Zeitraum schwächte sich die Emissionsrate von Chlor- bzw. Fluorwasserstoff gegenüber der letzten Messkampagne leicht ab [2].

Vom 11.02. bis 13.02. waren vorübergehend Daten eines neuen Online-Seismogramms aus der Gipfelregion (ECNE, vermutlich Nordostkrater) verfügbar; leider ging die Station, sicherlich bedingt durch die schlechten Wetterbedingungen, schnell wieder offline. Auf den Seismogrammen waren gelegentlich schwache langperiodische Signale, sowie einzelne schwache Explosionssignale erkennbar; wahrscheinlich verursacht durch die pulsartige, manchmal auch mit Geräuschentwicklung verbundene Gasemission aus der Tiefe des Nordostkraters.
Der Tremor bewegte sich während den vergangenen beiden Wochen auf niedrigem Niveau und unterlag kleineren Schwankungen. So stieg die Tremoramplitude zwischen dem 09.02. und 11.02. vorübergehend leicht an. Am 17.02. kam es erneut zu einem leichten Anstieg, bevor der Tremor am 19.02. wieder zurück ging [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 02/02/2015 - 08/02/2015
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 09/02/2015 - 15/02/2015
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


06. Februar 2015

In den letzten Tagen blieb der Ätna sehr ruhig und es kam lediglich zu den üblichen Gasemissionen. Der Tremor bewegte sich auf niedrigem Niveau und die seismische Aktivität war normal.

Während den vergangenen Tagen war das Wetter zeitweise etwas besser als in den Vorwochen. Trotzdem waren einige Webcams immer noch eingeschneit bzw. ausgefallen und so war mir eine lückenlose Beobachtung der Gipfelkrater nicht möglich. Am 03.02. herrschte weiterhin sehr schlechtes Wetter und erst am 04.02. lockerten die Wolken auf und zum ersten Mal seit dem Ende der eruptiven Aktivität konnte man den Neuen Südostkrater vom Montagnola aus beobachten. Die eruptive Episode die vom 31. Januar bis 02. Februar dauerte hat die Morphologie des Südostkraterkomplexes sichtbar verändert. Durch sie hat sich der Grat der den Kegel des alten Südostkraters mit dem Kegel des Neuen Südostkraters verbindet deutlich erhöht. Um den, auf dem Grat gelegenen Schlot, der während der eruptiven Episode kräftige strombolianische Aktivität zeigte, hat sich ein flacher pyroklastischer Kegel gebildet. Dieser ist dank der noch vorhandenen Hitze schneefrei geblieben und hebt sich als dunkler Fleck vom übrigen, tief verschneiten Südostkraterkomplex ab. Am 03.02. war der Neue Südostkrater völlig inaktiv und setzte nur etwas Gas aus dem Grat und dem Gipfelbereich frei. Auch am 05.02. zeigte sich ein ähnliches Bild und während der Nächte war auch keinerlei Glutschein erkennbar. An den übrigen Gipfelkratern konnte ich in den letzten Tagen ebenfalls nur ruhige Gasemission beobachten. Diese war an Voragine und Nordostkrater eher pulsartig, an der Bocca Nuova eher anhaltend und insgesamt nicht sonderlich intensiv. Heute verhinderte schlechtes Wetter und Neuschnee wieder den ganzen Tag über die Beobachtungen mittels Webcams.

Dieses Webcam-Foto vom 04.02. zeigt die morphologischen Veränderungen des Südostkraterkomplexes. Gut kann man den Bereich des Schlots auf dem Grat erkennen der während der letzten eruptiven Episode strombolianisch aktiv war. Er hebt sich als dunkler Fleck vom frisch gefallenen Schnee ab. Insgesamt ist der Grat zwischen den Kegeln des alten und des Neuen Südostkraters durch das abgelagerte pyroklastische Material deutlich höher geworden:
Deutlich erhöhter Grat auf dem Südostkraterkomplex
Foto vom 04.02.15, 15:09 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 26.01. - 01.02. deutlich höher als in der Vorwoche. Im Verlauf der Woche zeigten die täglichen Messungen signifikante Werte (mehr als 5.000 Tonnen SO2 pro Tag). So wurden z.B. am 28.01. mehr als 8.000 und am 01.02. mehr als 22.000 Tonnen SO2 pro Tag registriert. Dagegen waren  im gleichen Zeitraum die Messwerte für Chlor- bzw. Fluorwasserstoff niedriger als bei der letzten Untersuchung [1].

Seit dem deutlichen Rückgang des Tremors am 02.02. bewegt sich die Tremoramplitude auf niedrigem Niveau. Insgesamt ist der Tremor jetzt schwächer als an den Tagen vor der jüngsten eruptiven Episode [2].

Am 02.02. wurde bei Pietrafucile (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.9 gemessen. Am 03.02. kam es nordöstlich des Monte Fontane (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am gleichen Tag wurde nordwestlich von Milo (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 registriert [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 26/01/2015 - 01/02/2015
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


02. Februar 2015

Heute ging die eruptive Phase des Neuen Südostkraters bereits wieder zu Ende. Dabei kam es zu pulsartiger Emission dunkler Asche, verbunden mit raschem Rückgang des Tremors. Zuvor hatte der Lavastrom an der Südwestflanke des Ätna, der aus einem Schlot an der südlichen Basis des Südostkraters freigesetzt wurde, ca. 2000 m hohes Gelände erreicht.

Auch am späten gestrigen Abend konnte ich über die Webcams anhaltende strombolianischen Explosionen auf dem Grat beobachten, der den Kegel des alten Südostkraters mit dem Kegel des Neuen Südostkraters verbindet. Später zogen im Gipfelbereich wieder vermehrt Wolken auf und erschwerten die Beobachtungen erneut. Der Lavastrom an der Südwestflanke des Ätna, der aus dem Südostkraterbereich gespeist wurde, kam langsam weiter Hang abwärts voran. Gegen Morgen lockerten die Wolken wieder zeitweise auf und es zeigte sich, dass die strombolianische und effusive Aktivität unvermindert andauerte. Bei Sonnenaufgang war anhaltende, pulsartig verstärkte Emission von dunkler Asche aus dem Bereich des Grats oder des Neuen Südostkraters erkennbar; ein Wolkenschirm versperrte den direkten Blick auf die Gipfelkrater. Die Aschewolken wurden von einem kräftigen Wind nach Osten getragen. Nach 08:00 Uhr nahm der Anteil an Asche ab und es wurde pulsartig Dampf, Gas und etwas graue Asche freigesetzt. Bald zogen jedoch wieder Wolken auf die sich bis zum Abend hielten und die Beobachtungen mittels Webcams verhinderten.

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Morgen zeigt die pulsartige Emission dunkler Asche aus dem Gebiet des Südostkraters. Dieser ist allerdings, wie auch die übrigen Gipfelkrater in einen Wolkenschirm gehüllt. Auf der linken unteren Seite dieses Wolkenschirms kann man noch ganz schwach etwas Glutschein erkennen. Dieser stammt von dem Lavastrom an der oberen Südwestflanke des Bergs:
Pulsartige Aschefreisetzung aus dem Südostkrater
Foto vom 02.02.15, 06:45 Uhr: Webcam des INGV in Nicolosi.

Inzwischen gibt es einen Bericht des INGV zur jüngsten eruptiven Aktivität. Hier eine kurze Zusammenfassung:
Heute Morgen ging die neue eruptive Episode, die am Morgen des 31. Januar im Gipfelbereich des Ätna begonnen hatte, wieder zu Ende. Bedingt durch das anhaltend schlechte Wetter konnte die Quelle der Aktivität in den ersten 36 Stunden der Eruption nicht mit Sicherheit lokalisiert werden. Erst am Abend des 01. Februar ermöglichte die sich deutlich bessernde Wettersituation die Beobachtung lebhafter strombolianischer Aktivität. Diese ereignete sich an einem einzelnen Schlot der auf dem "Sattel", zwischen den beiden Südostkraterkegeln, lag. Die Explosionen fanden in einem Intervall von wenigen Sekunden statt und schleuderten glühende Bomben bis zu 200 m hoch. Sie gingen auf der Südflanke des Südostkraterkegels nieder. Gleichzeitig förderte ein effusiver Schlot an der südlichen Basis des Südostkraters, in der Nähe des unteren Abschnitts der südwestlichen eruptiven Spalte vom 28.12.2014, einen Lavastrom. Dieser folgte dem gleichen Weg wie der Lavastrom vom 28. Dezember und ergoss sich über den ebenen Bereich südlich des Zentralkraterkegels. Dann wälzte er sich westlich des Monte Frumento Supino in Richtung der Zone Milia - Galvarina. Dabei teilte er sich in zwei Äste auf und befand sich am Morgen des 02. Februar knapp unterhalb von 2000 m Höhe.
Am 02. Februar bei Morgengrauen setzte die strombolianische Aktivität des Südostkraters eine dichte Wolke vulkanischer Asche frei. Diese Emissionen hörten um 07:50 Uhr plötzlich auf und gleichzeitig ging der Tremor schnell zurück [1].

In den heutigen frühen Morgenstunden ging der Tremor zunächst nur leicht zurück. Gegen 06:00 Uhr beschleunigte sich sein Rückgang rasch und bis zum Mittag war er auf niedrige Werte gefallen. Bis zum heutigen Abend ging der Tremor dann weiter langsam zurück [2].
  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 2 FEBBRAIO 2015, ORE 09:30 UTC
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


01. Februar 2015

Seit gestern kommt es am Südostkraterkomplex des Ätna zu strombolianischer Aktivität. Diese ist verbunden mit der Förderung eines Lavastroms entlang der Südwestflanke des Bergs. Der Tremor ist seit gestern kräftig gestiegen und hat sich heute auf hohem Niveau stabilisiert.

Zwischen dem 23.01. und 30.01. setzte sich das schlechte Wetter am Ätna fort und häufig dominierten die Wolken. Während den wolkenfreien Momenten konnte ich am Nordostkrater kräftige pulsartige Gasemission beobachten. An der Voragine kam es ebenfalls zu pulsartiger Gasemission, diese wirkte aber nicht mehr so intensiv wie an den Vorwochen und war schwächer als am Nordostkrater. An Bocca Nuova und Neuem Südostkrater war lediglich schwache, anhaltende Gasemission erkennbar. Am Neuen Südostkrater wurde aus den Schloten vom 28.12.2014 meist anhaltend weißer Dampf freigesetzt.
Auch am 31.01. verhinderten dichte Wolken und Schneefall dauerhaft den Blick auf den Gipfelbereich des Ätna. Nach einem deutlichen Anstieg des Tremors im Laufe dieses Tages berichteten mir am Abend verschiedene Augenzeugen von diffusem Glutschein über dem Berg. Die genaue Quelle der Aktivität konnte aber nicht lokalisiert werden.
Das INGV gab am Abend des 31.01. gegen 20:00 Uhr eine Warnung vor Asche, verursacht durch explosive Aktivität im Gipfelbereich, für den Flugverkehr heraus. Diese Warnung wurde heute Morgen um 08:11 Uhr aufgehoben, da die Aschefreisetzungen deutlich nachgelassen hatten. Allerdings wurde vor weiteren sporadischen Ascheemissionen, verursacht durch strombolianische Explosionen gewarnt [1].
Auch heute Morgen bei Tagesanbruch dominierten weiterhin Wolken den Gipfelbereich des Ätna. Nur selten lockerten sie etwas auf und gaben den Blick auf intensive, pulsartige Gasemission über dem Berg frei. Später verdichteten sich die Wolken erneut und erst heute Abend nach Einbruch der Dunkelheit wurden die Sichtbedingungen endlich besser. Nun zeigten sich einige glühende Stellen an der oberen Süd- und Südwestflanke des Bergs. Auch waren strombolianische Explosionen im Bereich der Gipfelkrater sichtbar. Leider waren durch den Schneefall diverse Kameras des INGV in der unmittelbaren Umgebung des Gipfels ausgefallen und so blieb mir nur die Analyse der Aktivität aus größerer Entfernung. Auf Grund der Fotos verschiedener Webcams ergab sich für mich folgendes Bild:
Offenbar kommt es zurzeit zu strombolianischer Aktivität an den Schloten auf dem Grat der den Kegel des alten Südostkraters mit dem Kegel des Neuen Südostkraters verbindet. Vermutlich wird aus der eruptiven Spalte, die während der paroxysmalen Episode vom 28.01.2014 entstand, Lava gefördert. Dieser Lavastrom scheint den gleichen Kurs eingeschlagen zu haben wie bei dem letzten Paroxysmus und fließt entlang der südlichen Basis des Zentralkraterkegels in südwestliche Richtung, wo er sich westlich des Monte Frumento Supino der Südwestflanke des Ätna hinab wälzt. Er dürfte dabei erneut einen Kurs eingeschlagen haben der ihn hinab zu dem Gebiet der eruptiven Spalte von 1610, oberhalb des Forstwegs südöstlich des Rifugio Galverina führen wird. 

Dieses Foto der Wärmebildkamera des INGV-OE in Nicolosi (Südflanke) zeigt zwei kräftige thermische Anomalien. Eine befindet sich an der mittleren Südwestflanke (links) des Bergs und wird vermutlich durch einen Lavastrom in diesem Bereich verursacht. Die andere ist an der Südwestflanke des Südostkraterkomplexes (rechts) erkennbar und ist offenbar auf strombolianische und/oder effusive Aktivität in diesem Gebiet zurück zu führen. Gut hebt sich auch die pulsartige Gasemission aus dem Gebiet des Südostkraters vom Nachthimmel ab:
Thermische Anomalien an der Südwestflanke des Ätna und am Südostkrater
Foto vom 01.02.15, 19:39 Uhr: Wärmebild-Webcam des INGV in Nicolosi.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 19.01. - 25.01.2015 vergleichbar mit denen der Vorwoche. Die Spitzenemissionsraten betrugen meist mehr als 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. So wurde am 23.01. ein Messwert von über 6.000 Tonnen SO2 pro Tag verzeichnet [2].

Leider sorgte das schlechte Wetter mit viel Neuschnee dafür, dass die online verfügbaren seismischen Stationen im Gipfelbereich weiterhin offline blieben. Der Tremor bewegte sich zwischen dem 24.01. und 30.01. auf niedrigem Niveau und unterlag nur geringen Schwankungen. Am Morgen des 31.01. nahm der Tremor dann sprunghaft zu und erreichte einen mittleren bis hohen Wert. Bis zum Abend des 31.01. ging der Tremor nur leicht zurück und hat sich seit dem auf hohem Niveau stabilisiert [3].

Am 23.01. ereignete sich im Raum Randazzo - Monte Spagnolo (Nordwestflanke) eine kleine Erdbebenserie. Die stärkste Erschütterung erreichte dabei eine Magnitude von 2.3. Das Hypozentrum dieser Beben lag dabei meist in einer Tiefe von 24 - 27 Km. Am 24.01. wurde bei Pozzillo (Südostflanke) ein Beben der Stärke 2.4 registriert. Am gleichen Tag kam es bei Mangano (Südostflanke) zu einem Beben das eine Magnitude von 1.7 erreichte. Am 28.01. wurden im Raum Piano Pernicana - Monte Nero (Nordostflanke) mehrere Beben in sehr geringer Tiefe registriert die Magnituden von bis zu 1.6 aufwiesen [4]. 

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. VONA. Volcano Observatory Notices for Aviation (VONA)
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 18/01/2015 - 25/01/2015
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN
  4. INGV-Sezione di Catania. 2015. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


23. Januar 2015

In der vergangenen Woche setzte sich die Unruhe an Voragine und Nordostkrater weiter fort. Vorübergehend ereigneten sich an beiden Gipfelkratern sporadische Emissionen geringer Mengen warmer Asche. Der Tremor ist etwas zurück gegangen.

Schlechtes Wetter mit vielen Wolken und Neuschnee behinderte die Beobachtung des Gipfelbereichs des Ätna in der vergangenen Woche sehr häufig. In den wolkenfreien Stunden war kräftige pulsartige Gasemission aus Voragine und Nordostkrater zu erkennen. Freisetzungen von Asche konnte ich allerdings kaum beobachten. Fotos der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) zeigten am 19.01. und 20.01. jedoch gelegentlich schwache thermische Anomalien über Voragine und Nordostkrater, wie sie von warmer Asche verursacht werden; sicherlich ein Indiz für die Fortdauer sporadischer strombolianischer Aktivität in diesen beiden Gipfelkratern.
An Bocca Nuova und Neuem Südostkrater war lediglich schwache, anhaltende Gasemission erkennbar. Aus der eruptiven Spalte vom 28.12.2014, die sich entlang der Südflanke des alten Südostkraters geöffnet hatte, wurde auch oft anhaltend Dampf emittiert.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 12.01. - 18.01.2015 vergleichbar mit denen der Vorwoche. Die Spitzenemissionsraten betrugen meist mehr als 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. So wurde am 15.01. ein Messwert von über 9.000 Tonnen SO2 pro Tag verzeichnet [1].

Bis zum 21.01. waren auf den Online-Signalen der Station EBCN (Bocca Nuova) nur selten einzelne Explosionssignale erkennbar. Leichter Tremor verursachte ein dauerhaftes Rauschen und so waren schwache LP-Signale nicht erkennbar. Am 22.01. ist die Station leider wieder ausgefallen und seit dem offline.
Der Tremor ging in der vergangenen Woche unter Schwankungen insgesamt etwas zurück, bewegt sich aber nach wie vor auf einem Niveau das noch etwas höher liegt als vor dem sprunghaften Anstieg vom 15. Januar [2].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 12/01/2015 - 18/01/2015
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


16. Januar 2015

Seit dem 14. Januar kommt es nun auch am Nordostkrater zur strombolianischer Aktivität. Dabei wird auch etwas Asche emittiert. An der Voragine setzten sich die strombolianischen Explosionen mit Unterbrechungen fort und es kam weiterhin zu zeitweiligen Ascheemissionen. Der Tremor ist seit vorgestern wieder etwas gestiegen.

Am 10.01. und 11.01. zeigten die Webcams weiterhin häufige Emissionen von dunkler bis bräunlicher Asche aus der Voragine. Die Aschewolken stiegen mehrere hundert Meter über dem Gipfel des Ätna empor bevor sie vom Wind zunächst in südliche, am 11.01. dann in östliche Richtung getragen wurden. Lichtstarke Webcams zeigten in den Nächten auch wieder gelegentlichen Glutschein über der Voragine.
Am 12.01. kam es zu keinen nennenswerten Aschefreisetzungen, jedoch setzten diese am 13.01. erneut ein, traten am Nachmittag regelmäßig auf und wirkten energiereicher. Am 14.01. konnte ich keine nennenswerten Ascheemissionen beobachten. Am 15.01. kam es an der Voragine zu pulsartiger Gasemission. Diese war stärker als an den Vortagen und häufig mit etwas grauer Asche durchsetzt.
Fotos der Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) zeigten in der Nacht vom 14.01. auf den 15.01. wiederholt schwache thermische Anomalien über dem Nordostkrater, wie sie von Emissionen heißer Asche verursacht werden. An den Tagen zuvor setzte dieser Gipfelkrater wie üblich lediglich pulsartig Gas frei. Am Tage des 15.01. dauerten die häufigen, jedoch überwiegend schwachen Ascheemissionen aus dem Nordostkrater weiterhin an. Auch heute wurde von Nordostkrater und Voragine pulsartig Gas emittiert, das mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt war. Am Nachmittag zogen Wolken auf die die Beobachtung des Gipfelbereichs mittels Webcams auch noch am heutigen Abend verhinderte.
Aus der Bocca Nuova wurde in der letzten Woche anhaltend, manchmal auch pulsartig verstärkt Gas emittiert. Am Südostkraterkomplex kam es in der vergangenen Woche lediglich zu ruhiger Gasemission überwiegend aus den Schloten auf dem Grat zwischen den Kegeln des alten und des neuen Südostkraters.

Am Nachmittag des 13. Januar stiegen die bräunlichen Aschewolken aus der Voragine senkrecht über dem Gipfel des Ätna auf und wirkten dadurch recht eindrucksvoll:
Senkrechte bräunliche Aschewolke aus Voragine
Foto vom 13.01.15, 15:57 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV am 10. Januar berichtete erfolgte die lebhafte strombolianische Aktivität aus der Voragine an den Tagen ab dem 08. Januar aus zwei verschiedenen Schloten. Nach dem diese Aktivität am Morgen des 10. Januar praktisch aufhörte, setzte sie am Nachmittag des gleichen Tages wieder ein und es kam zu kräftigen strombolianischen Explosionen [1].

Wie vom INGV weiter berichtet wird, fand am 11. und 12. Januar keine strombolianischen Aktivität in der Voragine statt [2]. Diese setzte am Abend des 14. Januars wieder schwach ein. Gleichzeitig kam es auch am Nordostkrater zu strombolianischen Explosionen [3].

Dieses Foto der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato zeigt eine schwache thermische Anomalie über dem Nordostkrater. Sie wird offenbar durch die Emission heißer Asche verursacht die von strombolianischen Explosionen innerhalb des Kraters generiert wird:
Schwache thermische Anomalie über dem Nordostkrater
Foto vom 15.01.15, 06:06 Uhr: Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 05.01. - 11.01.2015 niedriger als in der Vorwoche. Die Spitzenemissionsraten betrugen meist mehr als 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. So wurde am 08.01. ein Messwert von knapp 7.000 Tonnen SO2 pro Tag verzeichnet [4].

Seit dem 13.01. sind wieder Online-Seismogramme der Station EBCN (Bocca Nuova) verfügbar. Diese zeigten bis zum 14.01. immer wieder minutenlange Phasen von stärkerem Rauschen, wie es von vulkanischem Tremor verursacht wird. Dazwischen konnte man auch einige langperiodische Signale erkennen. Seit dem 15.01. verursacht erhöhter Tremor ein dauerhaftes leichtes Rauschen das von einzelnen Explosionssignalen durchsetzt ist.
Bis zum 14.01. ging der Tremor unter Schwankungen allmählich noch etwas zurück und stieg dann bis zum 15.01. sprunghaft, aber nur leicht an. Seit dem bewegt er sich auf diesem leicht erhöhten Niveau [5].

Am 12.01. wurde bei Fleri (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 gemessen [6].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 10 GENNAIO 2015, ORE 19:30 UTC
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 13 GENNAIO 2015, ORE 15:30 UTC
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 15 GENNAIO 2015, ORE 14:00 UTC
  4. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 05/01/2015 - 11/01/2015
  5. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


09. Januar 2015

An den vergangenen beiden Tagen hat sich die strombolianische Aktivität in der Voragine fortgesetzt. Heute wurde dabei wieder häufig Asche emittiert. Der Neue Südostkrater blieb dagegen weiterhin ruhig und der Tremor ist leicht rückläufig.

In der Nacht vom 07. auf den 08. Januar zeigten lichtstarke Webcams weiterhin gelegentlichen Glutschein über der Voragine der von strombolianischen Explosionen verursacht wurde. Am Tage kam es wieder zu pulsartiger Gasemission die oft von etwas Asche durchsetzt war. Manchmal wurden auch dichte, braune Aschepilze aus dem Gipfelkrater emittiert. Sie traten aber nicht so häufig und so kräftig wie am Vortag auf. Am Abend und in der vergangenen Nacht dauerte die strombolianische Aktivität weiter an. Fotos der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) zeigten in der vergangenen Nacht thermische Anomalien über der Voragine die von den ausgestoßenen, noch warmen Aschewolken stammten. Nach Sonnenaufgang stiegen heute nahezu kontinuierlich braune Aschewolken aus der Voragine auf, erreichten eine Höhe von einigen wenigen hundert Meter über Grund und wurden rasch vom Wind in östliche Richtung getragen. Diese Aktivität war bis Sonnenuntergang sichtbar. Danach war über die Webcams wieder gelegentlicher Glutschein über der Voragine zu erkennen.
Aus der Bocca Nuova wurde in den vergangenen Tagen nur etwas Gas, meist in pulsartiger Form emittiert. Gestern kam es jedoch gegen 16:24 Uhr zu einer etwas stärkeren und dichten, aber nur vorübergehenden Emission von weißem Dampf oder Gas aus dem nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova.
Am Neuen Südostkrater konnte ich über die Webcams weiterhin Gas- bzw. Dampfemission aus den Schloten auf dem Grat, der den Kegel des alten mit dem Kegel des Neuen Südostkraters verbindet, erkennen. Sie war jedoch nicht mehr so intensiv wie an den Tagen nach dem Paroxysmus. Fotos der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato zeigten in den letzten Tagen mehrfach eine kleine, aber intensive thermische Anomalie an der oberen Ost-/Nordostflanke des Neuen Südostkraterkegels. Sie wurde durch kleinere Kollapsereignisse im oberen Abschnitt der eruptiven Spalte vom 28.12.2014 verursacht die noch heiße Schichten pyroklastischen Materials freilegten.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 29.12.2014 - 04.01.2015 deutlich höher als in der Vorwoche. Besonders an den letzten beiden Tagen der Woche manifestierte sich  mit Messwerten von über 13.000 Tonnen SO2 pro Tag  ein steigender Trend [1].

Auch wenn es gestern zu einem leichten Anstieg des Tremors kam, zeigte sich insgesamt doch ein weiterhin fallender Trend der seit dem 04.01. andauert [2].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 29/12/2014 - 04/01/2015
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


07. Januar 2015

Seit der Nacht vom 01. auf den 02. Januar kommt es innerhalb der Voragine zu strombolianischer Aktivität. Dabei wurde glühendes Material bis auf die Flanken des Zentralkraterkegels geschleudert und heute auch relativ häufig Asche freigesetzt. Der Neue Südostkrater ist unterdessen ruhig geblieben und der Tremor ist leicht fallend, aber weiter erhöht.

Am 03.01. konnte ich am Neuen Südostkrater keine nennenswerten Ascheemissionen mehr erkennen. Allerdings wurde weiterhin viel Dampf aus dem Gipfelbereich und insbesondere aus den Schloten auf dem Grat zwischen altem und neuem Südostkrater emittiert. Nach Sonnenuntergang zeigten dann lichtstarke Webcams gelegentlich Glutschein über der Voragine, verursacht durch strombolianische Aktivität innerhalb dieses Gipfelkraters.
Am 04.01. war sowohl aus der Voragine, als auch aus dem Neuen Südostkrater nur ruhige Gasfreisetzung erkennbar. Schlechtes Wetter verhinderte am 05.01. die Beobachtungen mittels Webcams.
Am Morgen des 06.01. waren die Wetterbedingungen im Gipfelbereich vorübergehend etwas besser und nun zeigte sich anhaltende Gasemission aus Bocca Nuova und Voragine. Die Gasemissionen aus der Voragine wirkten dabei als seien sie mit etwas feiner Asche durchsetzt. Bald behinderten wieder Wolken die Sicht und hielten sich bis zum Abend.
Während der vergangenen Nacht war dann über lichtstarke Webcams erneut sporadischer Glutschein über der Voragine erkennbar. Fotos der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) zeigten nach Mitternacht auch immer wieder schwache thermische Anomalien über der Voragine. Hierbei handelte es sich wohl um warme Asche die vom Wind rasch in südliche Richtung getragen wurde. Am Morgen wurden diese Emissionen noch etwas häufiger und stärker. Nach Sonnenaufgang waren sie dann auch über die visuellen Webcams gut erkennbar. In Form grauer bis brauner pilzförmiger Wolken schoss die Asche regelmäßig und pulsartig mehrere hundert Meter aus dem Krater der Voragine und wurde vom Wind in östliche Richtung getragen. Diese Emissionen hielten praktisch den ganzen heutigen Tag an. Aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters und dem Grat hinüber zum alten Südostkrater kam es gleichzeitig zu anhaltender Emission von Dampf und Gas. Nach Sonnenuntergang war über dem Grat dann mittels lichtstarker Webcams wieder gelegentlich Glutschein erkennbar. Auch über der Voragine wurde der Himmel immer mal wieder rötlich illuminiert.

Dieses Webcam-Foto von heute Nachmittag zeigt eine der pulsartigen Ascheemissionen aus der Voragine. Der Wind treibt die 200 - 300 m hohen Wolken rasch nach Osten. Gleichzeitig kann man rechts unterhalb davon die Emission von Dampf und Gas aus dem Südostkraterkomplex erkennen:
Pulsartige Emission von grauer Asche aus Voragine
Foto vom 07.01.15, 15:36 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV berichtet setzte die strombolianische Aktivität innerhalb der Voragine bereits in der Nacht vom 01. auf den 02. Januar ein. Die Explosionen traten in einem Abstand von wenigen Minuten auf und schleuderten dabei grobes pyroklastisches Material bis zu 150 m über den Kraterrand. Gelegentlich fiel dabei glühendes Material auf die Flanken des Zentralkraterkegels, insbesondere auf seine Westflanke. Manchmal erzeugten die Explosionen auch etwas Asche [2].

Heute berichtet das INGV, dass sich die Frequenz der in der Voragine auftretenden strombolianischen Explosionen während der vergangenen Nacht verringert hat. Dennoch schleuderten einzelne Explosionen glühendes pyroklastisches Material bis auf die West- und Südwestflanke des Zentralkraterkegels. Viele der Explosionen generierten dabei kleine Aschewolken [3].

Auf diesem Webcam-Foto vom heutigen Abend kann man den Glutschein über der Voragine erkennen. Er wird von strombolianischen Explosionen innerhalb dieses Gipfelkraters generiert die auch die heutigen Ascheemissionen verursachten:
Glutschein über der Voragine
Foto vom 07.01.2015, 21:27 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7

Der Tremor stieg bis zum 03.01. noch ein wenig an, ging dann aber wieder etwas zurück und zeigte bis heute einen weiter leicht fallenden Trend. Heute Abend stieg er dann vorübergehend schnell, aber nur leicht an. Insgesamt ist der Tremor weiterhin erhöht [4].

Inzwischen gibt es einen ausführlichen Bericht des INGV zum Paroxysmus des Neuen Südostkraters (NSEC) vom 28.12.2014. Hier eine Zusammenfassung:
Der Auftakt der jüngsten paroxysmalen Episode begann im Grunde genommen in der ersten Oktoberwoche 2014, als am Nachmittag des 07. Oktober am Neuen Südostkrater schwache und sehr sporadische strombolianische Aktivität einsetzte. Während den nachfolgenden Wochen war diese diskontinuierliche Aktivität durch kleine strombolianische Explosionen charakterisiert die zuweilen auch etwas Asche freisetzten. Diese Explosionen ereigneten sich an zwei oder drei eruptiven Schloten im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters die Mitte August entstanden waren. Die Phase war außerdem auch durch lebhafte Fumarolentätigkeit charakterisiert. Desweiteren kam es am Nordostkrater zu intensiver Gasemission, die meist pulsartig war und von Donner aus der Tiefe begleitet wurde. Ab Mitte Oktober wurde dann auch aus der Tiefe der Bocca Nuova Donner vernommen und an der Voragine kam es zu pulsartiger Gasemission die manchmal von sehr dünner Asche durchsetzt war. Diese Phänomene wurden außerdem von kleinen Fluktuationen des vulkanischen Tremors begleitet, der sich allerdings auf niedrigem Niveau hielt. Im Dezember wurde am Nordostkrater pulsartige Gasemission beobachtet, während die schwache strombolianische Aktivität am Neuen Südostkrater völlig abwesend war.
Im Verlauf des Nachmittags des 28. Dezembers 2014 registrierten die seismischen Stationen des INGV-OE im Gipfelbereich des Ätna eine schrittweise Steigerung von Frequenz und Intensität der seismisch-vulkanischen Signale (LP-Ereignisse), begleitet von kleinen strombolianischen Explosionen des NSEC. Die Präsenz einer dichten Wolkendecke verhinderte die Beobachtung der Phänomene vollständig. Ab 16:30 Uhr konnte eine schrittweise Erhöhung des vulkanischen Tremors beobachtet werden und ab 17:07 Uhr nahmen Amplitude und Anzahl der LP-Ereignisse deutlich zu.
Um 17:50 Uhr trat das energiereichste LP-Ereignis auf und korrespondierend damit ging vermutlich die unregelmäßige explosive Aktivität in eine Anhaltende über. Das Einsetzen reichhaltiger Emission pyroklastischen Materials, vermutlich in Form einer Lavafontäne, konnte mittels Dopplerradar (VOLDORAD 2B) ab 18:05 Uhr nachgewiesen werden. Diese Entwicklung war wegen der Wolkendecke nicht direkt sichtbar, obgleich intensiver Glutschein den Gipfelbereich einhüllte. Kurz nach 19:00 Uhr wurde im Gebiet von Fornazzo (Ostflanke) der erste Niederschlag von Asche registriert. Um 19:50 Uhr sahen verschiedene Personen von Positionen östlich bzw. nordöstlich des Vulkans die aus pyroklastischem Material bestehende Eruptionswolke in östliche Richtung ziehen. Sie konnten auch die Lavafontänen im Gipfelbereich beobachten; mehrere Webcams des INGV-OE waren zu diesem Zeitpunkt nicht einsatzbereit. In diesem Sektor des Vulkans war auch das typische anhaltende Rumoren von Lavafontänen hörbar. Trotz allem war es nicht mit letzter Gewissheit möglich die genaue Quelle der Aktivität zu bestimmen.
Die andauernde Lavafontänenaktivität produzierte reichlich pyroklastisches Material. Sie schwächte sich gegen 19:30 Uhr ab und zu diesem Zeitpunkt ging auch der vulkanische Tremor allmählich zurück. Um 20:24 Uhr signalisierte das VOLDORAD das Ende der reichhaltigen Emission pyroklastischen Materials. Gegen 21:00 Uhr war die Menge der in die Atmosphäre abgegebenen Asche bereits gering, wohingegen sich weiterhin sporadische strombolianische Explosionen am NSEC ereigneten und bis zur Morgendämmerung des 29. Dezember andauerten. Während der Nacht blieb der Bereich der eruptiven Schlote hinter Wolken verborgen, jedoch deutete der Glutschein der die Wolken beleuchtete, auf die Expansion diverser Lavaströme entlang der Ostflanke (in Richtung Valle del Bove) bzw. der Südwestflanke hin. Während der Nacht dehnte sich der Lavastrom innerhalb des Valle del Bove weiterhin langsam aus und die hochempfindliche Kamera auf dem Montagnola (EMOH) verzeichnete bis zum Morgengrauen schwache strombolianische Aktivität im Gipfelbereich des NSEC.
Am Morgen des 29. Dezember, als sich die Wetterbedingungen allmählich besserten, konnte der NSEC als Verursacher des Paroxysmus bestätigt werden. Während der eruptiven Aktivität brachen zwei eruptive Spalten von nordöstliche in südwestliche Richtung auf. Eine entlang der Südflanke des alten Südostkraters und eine entlang der Nordostflanke des Neuen Südostkraters. Die Präsenz einer Schneedecke entlang der Süd- und Südostflanke des NSEC deutete darauf hin, dass in diesem Sektor während dem Paroxysmus nur wenig Explosivmaterial abgelagert wurde. Im unteren Abschnitt der Fraktur, die sich entlang der Flanke des alten Südostkraters geöffnet hatte, trat ein Lavastrom aus der sich über den flachen Bereich südlich des Zentralkraterkegels des Ätna (südlich der Bocca Nuova) ausdehnte. Anschließend schob er sich der schroffen Südwestflanke des Bergs, westlich des Monte Frumento Supino hinab. Der Strom teilte sich in zwei Hauptzweige auf: Einer eher kürzer und weiter nördlich und einer länger und weiter südlich, auf etwa 1900 m Höhe in der Nähe der eruptiven Spalte von 1610 endend. Dieser Teilstrom wurde bei Morgengrauen noch schwach genährt und seine Front stoppte in einer Entfernung zur eruptiven Spalte von 4,5 Kilometer.
Während des Paroxysmus vom 28. Dezember war auch die Ostflanke des Vulkans Schauplatz effusiver Aktivität. Hier öffnete sich an der Nordostflanke des NSEC-Kegels eine eruptive Spalte die Lavaströme freisetzte. Diese schoben sich entlang der westlichen Wand des Valle del Bove in nordöstliche Richtung und erreichten dabei die Talsohle. Der nördlichste Zweig expandierte dabei über die Position des Kegels des Monte Simone hinaus und erreichte eine Länge von 3,3 Kilometer.
Auf Basis von Fotographien konnte eine vorläufige Karte der Lavaströme angefertigt werden. Die Lava bedeckt ein Gebiet von 2,3 km2; geht man von einer mittleren Dicke von 2 - 2,5 m aus ergibt sich ein Volumen von ca. 5 Millionen m3.
Der Paroxysmus von 28. Dezember 2014 produzierte eine Eruptionswolke aus pyroklastischem Material die vom Wind in östliche Richtung gebogen wurde. Am 29. Dezember wurde eine Inspektion im Gelände durchgeführt, um die Konsistenz der Ablagerungen der paroxysmalen Aktivität zu überprüfen. Leider wirkten sich Regen und Wind negativ auf die Gewichtsbestimmung der Ablagerungen, insbesondere an der mittleren Ostflanke aus. Kontrolliert wurde der Niederschlag pyroklastischen Materials, der auf Riposto, Giarre, Puntalazzo und Fornazzo niederging, sowie entlang der Mareneve-Straße (auf 1000 m Höhe) fiel; auch in Milo wurden diskontinuierliche, vom Wasser weggeschwemmte Ablagerungen beobachtet. Dieser Ort stellt die südliche Grenze des von West nach Ost verlaufenden Niederschlagsgebiets dar. Auf Grund der Effekte des Wegspülens durch Wasser ist der Verlauf der nördlichen Grenze nicht so offenkundig. Wie auch immer, kam es in Linguaglossa noch zu einem Regen feinen Materials. In Giarre besteht der Niederschlag vorwiegend aus grober Asche und feinem Lapilli. In Fornazzo sind die Ablagerungen kontinuierlich und bestehen aus relativ grobem Material und es findet sich Lapilli mit einem Durchmesser von 4 - 5 cm.
Während dem 29. Dezember behinderten Wolken ab ca. 09:15 Uhr die visuellen Beobachtungen des Gipfelbereichs. Dennoch zeigten die Kameras des Überwachungssystems einige kleine Ascheemissionen des NSEC und bei einbrechender Dunkelheit anhaltenden Glutschein im Bereich des "Sattels", zwischen den Kegeln des alten und des neuen Südostkraters. Am 02. Januar setzte ab ca. 07:30 Uhr wieder explosive Aktivität am NSEC ein und war mit der Emission einer dichten und anhaltenden Aschewolke verbunden. Diese wurde vom Wind in südwestliche Richtung getrieben. Mit dem ersten Licht des 03. Januar konnte die letzte Aschefreisetzung beobachtet werden, was wahrscheinlich unter Mitwirkung einer leichten Abschwächung des Tremors geschah.
In der Nacht vom 01. auf den 02. Januar registrierte die Überwachungskamera des INGV-OE zeitweiligen, von der Voragine stammenden Glutschein. Offenbar wurde dieser, nach praktisch zwei Jahren Ruhe, von einsetzender strombolianischer Aktivität im Inneren des Kraters hervor gerufen. Am Abend es 03. Januar schleuderten einige Explosionen glühendes pyroklastisches Material bis zu 150 m über den Kraterrand. Die letzte Periode strombolianischer Aktivität in der Voragine hatte zwischen dem 27. Februar und dem 14. März 2013 stattgefunden, 13 Jahre nach der letzten signifikanten Aktivität dieses Kraters, im Herbst 1999.
Nach dem, durch die eruptive Aktivität des NSEC Mitte August 2014 verursachten Anstieg des vulkanischen Tremors, verblieb er während den vier Monaten die der paroxysmalen Aktivität vom 28. Dezember voraus gingen auf relativ niedrigem Niveau. In diesem Zeitraum befand sich die Quelle des Tremors unterhalb von Voragine und Nordostkrater auf 1000 - 1500 m Höhe. Wie üblich, kam es auch während der paroxysmalen Episode vom 28. Dezember zu einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors der sich mit dem Verlauf der eruptiven Phase deckte. So wurde am 28. Dezember kurz nach 16:00 Uhr eine erste leichte Intensivierung des vulkanischen Tremors registriert die sich nach 17:20 Uhr verstärkte. Im Verlauf weniger Minuten stieg der Tremor dann immer schneller an und erreichte um 18:30 Uhr sein Maximum. Er hielt sich bis 19:40 Uhr auf hohem Niveau, ging dann wieder zurück und fiel bis 21:00 Uhr drastisch ab. Danach schwächte er sich bis 22:50 Uhr schrittweise weiter ab und erreichte niedrige Werte die allerdings höher lagen als vor der Eruption.
An den nachfolgenden Tagen gab es keine bedeutenden Veränderungen des Tremors mehr. Es kam jedoch zu einer leichten Verstärkung der Tremoramplitude die durch ein Aufsteigen der Tremorquelle charakterisiert war. So erfolgte in den letzten Stunden des 30. Dezember ein erster leichter und allmählicher Anstieg des Tremors, dem eine weitere Verstärkung in den ersten Stunden des 01. Januars 2015 folgte. Während der Nacht vom 02. auf den 03. Januar ging dann der Tremor wieder etwas zurück. Innerhalb des ansteigenden Trends kam es am 02. Januar um 07:15 Uhr und 08:35 Uhr zu einer vorübergehenden weiteren leichten Verstärkung des Tremors die vermutlich mit den Ascheemissionen des NSEC an diesem Tag in Verbindung gebracht werden kann [1].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Il parossismo dell'Etna del 28 dicembre 2014 e la susseguente attività ai crateri sommitali
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 6 GENNAIO 2015, ORE 18:00 UTC
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 7 GENNAIO 2015, ORE 09:30 UTC
  4. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN
  5. INGV-Sezione di Catania. 2015. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


02. Januar 2015

Nach dem Paroxysmus des Neuen Südostkraters zeigte sich in den vergangenen Tagen gelegentlich etwas Glutschein an den neu entstandenen Schloten. Heute kam es zu anhaltender Emission von Asche aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters und der Tremor ist in den letzten Tagen auch wieder gestiegen.

Schlechtes Wetter mit stürmischen Wind und Schneefall bis an die Küste behinderte in den vergangenen Tagen zeitweise die Beobachtung des Ätna mittels Webcams. Wetterbedingt fielen auch einige Webcams und Messinstrumente ganz aus. Während den wolkenfreien Stunden zeigte sich bis gestern kräftige Emission von Dampf aus den neuen Schloten, die sich auf dem Grat befinden der die beiden Kegel des Südostkraterkomplexes verbindet. Auch entlang der Südflanke des alten Südostkraterkegels wurde Dampf emittiert. Nach Einbruch der Dunkelheit konnte ich über lichtstarke Webcams am Abend des 31. Dezembers schwachen, sporadischen Glutschein oberhalb des Grats erkennen.
In der vergangenen Nacht waren mittels der Montagnola-Wärmebildkamera des INGV-OE gelegentliche schwache thermische Anomalien im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters erkennbar. Heute Morgen nach Sonnenaufgang zeigte sich dann anhaltende Emission von Dampf und grauer Asche aus dem östlichen Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. Gegen 08:00 Uhr verstärkten sich die Ascheemissionen und zeitweise wurden dunkelgraue, blumenkohlförmige Aschewolken mehrere hundert Meter hoch ausgestoßen und dann rasch vom starken Wind nach Südwesten getragen. Diese Aktivität hielt praktisch bis zum Sonnenuntergang an. Glutschein konnte ich nach Anbruch der Dunkelheit allerdings nicht erkennen.

Dieses Webcam-Foto vom Abend des 31.12.2014 zeigt den Glutschein über dem Grat der den Kegel des alten Südostkraters mit dem Kegel des Neuen Südostkraters verbindet:
Glutschein auf dem Grat zwischen SEC und NSEC
Foto vom 31.12.2014, 18:29 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7

Auf diesem Webcam-Foto von heute Vormittag ist eine der stärkeren Ascheemissionen erkennbar die sich heute am Neuen Südostkrater zeigten. Ein kräftiger Wind treibt die dunkelgrauen Aschewolken die aus dem östlichen Gipfelbereich des Kraters aufsteigen nach Südwesten:
Emission von grauer Asche aus Neuem Südostkrater
Foto vom 02.01.15, 10:30 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV berichtet erfolgte der Paroxysmus des Neuen Südostkraters vom 28.12.2014 aus einer Serie von Schloten. Diese waren entlang einer von Nordost nach Südwest verlaufenden Fraktur angeordnet die den Kegel des Neuen Südostkraters durchquerte und sich auch über die Südflanke des alten Südostkraters entlang zog. An den beiden Enden dieser Fraktur wurden Lavaströme freigesetzt die sich nach Südwesten in Richtung des Gebiets Milia-Galverina, sowie nach Nordosten in den nördlichen Abschnitt des Valle del Bove in die Nähe des Monte Simone ausdehnten. Sie erreichten dabei Längen von 4,5 bzw. 3,3 Kilometer [1].

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 22.12. - 28.12. vergleichbar mit denen der Vorwoche. Ab Wochenmitte zeigte sich ein zunehmender Trend und am 28.12. wurden Emissionsraten von über 5.000 Tonnen SO2 pro Tag gemessen [2].

Der Tremor ging bis zum 30.12. noch etwas zurück, stieg im Laufe des 31.12. jedoch wieder langsam und allmählich an. Gestern verstärkte sich der Tremor noch etwas. Heute kam es vorübergehend zu einem kleinen, aber raschen Anstieg. Insgesamt liegt der Tremor nun deutlich höher als an den Tagen vor dem Paroxysmus vom 28.12.2014 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. AGGIORNAMENTO ETNA, 31 DICEMBRE 2014, ORE 14:00 GMT
  2. INGV-Sezione di Catania. 2014. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 22/12/2014 - 28/12/2014
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


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