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Ätna Update (02.01 - 23.01.2015)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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23. Januar 2015

In der vergangenen Woche setzte sich die Unruhe an Voragine und Nordostkrater weiter fort. Vorübergehend ereigneten sich an beiden Gipfelkratern sporadische Emissionen geringer Mengen warmer Asche. Der Tremor ist etwas zurück gegangen.

Schlechtes Wetter mit vielen Wolken und Neuschnee behinderte die Beobachtung des Gipfelbereichs des Ätna in der vergangenen Woche sehr häufig. In den wolkenfreien Stunden war kräftige pulsartige Gasemission aus Voragine und Nordostkrater zu erkennen. Freisetzungen von Asche konnte ich allerdings kaum beobachten. Fotos der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) zeigten am 19.01. und 20.01. jedoch gelegentlich schwache thermische Anomalien über Voragine und Nordostkrater, wie sie von warmer Asche verursacht werden; sicherlich ein Indiz für die Fortdauer sporadischer strombolianischer Aktivität in diesen beiden Gipfelkratern.
An Bocca Nuova und Neuem Südostkrater war lediglich schwache, anhaltende Gasemission erkennbar. Aus der eruptiven Spalte vom 28.12.2014, die sich entlang der Südflanke des alten Südostkraters geöffnet hatte, wurde auch oft anhaltend Dampf emittiert.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 12.01. - 18.01.2015 vergleichbar mit denen der Vorwoche. Die Spitzenemissionsraten betrugen meist mehr als 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. So wurde am 15.01. ein Messwert von über 9.000 Tonnen SO2 pro Tag verzeichnet [1].

Bis zum 21.01. waren auf den Online-Signalen der Station EBCN (Bocca Nuova) nur selten einzelne Explosionssignale erkennbar. Leichter Tremor verursachte ein dauerhaftes Rauschen und so waren schwache LP-Signale nicht erkennbar. Am 22.01. ist die Station leider wieder ausgefallen und seit dem offline.
Der Tremor ging in der vergangenen Woche unter Schwankungen insgesamt etwas zurück, bewegt sich aber nach wie vor auf einem Niveau das noch etwas höher liegt als vor dem sprunghaften Anstieg vom 15. Januar [2].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 12/01/2015 - 18/01/2015
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


16. Januar 2015

Seit dem 14. Januar kommt es nun auch am Nordostkrater zur strombolianischer Aktivität. Dabei wird auch etwas Asche emittiert. An der Voragine setzten sich die strombolianischen Explosionen mit Unterbrechungen fort und es kam weiterhin zu zeitweiligen Ascheemissionen. Der Tremor ist seit vorgestern wieder etwas gestiegen.

Am 10.01. und 11.01. zeigten die Webcams weiterhin häufige Emissionen von dunkler bis bräunlicher Asche aus der Voragine. Die Aschewolken stiegen mehrere hundert Meter über dem Gipfel des Ätna empor bevor sie vom Wind zunächst in südliche, am 11.01. dann in östliche Richtung getragen wurden. Lichtstarke Webcams zeigten in den Nächten auch wieder gelegentlichen Glutschein über der Voragine.
Am 12.01. kam es zu keinen nennenswerten Aschefreisetzungen, jedoch setzten diese am 13.01. erneut ein, traten am Nachmittag regelmäßig auf und wirkten energiereicher. Am 14.01. konnte ich keine nennenswerten Ascheemissionen beobachten. Am 15.01. kam es an der Voragine zu pulsartiger Gasemission. Diese war stärker als an den Vortagen und häufig mit etwas grauer Asche durchsetzt.
Fotos der Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) zeigten in der Nacht vom 14.01. auf den 15.01. wiederholt schwache thermische Anomalien über dem Nordostkrater, wie sie von Emissionen heißer Asche verursacht werden. An den Tagen zuvor setzte dieser Gipfelkrater wie üblich lediglich pulsartig Gas frei. Am Tage des 15.01. dauerten die häufigen, jedoch überwiegend schwachen Ascheemissionen aus dem Nordostkrater weiterhin an. Auch heute wurde von Nordostkrater und Voragine pulsartig Gas emittiert, das mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt war. Am Nachmittag zogen Wolken auf die die Beobachtung des Gipfelbereichs mittels Webcams auch noch am heutigen Abend verhinderte.
Aus der Bocca Nuova wurde in der letzten Woche anhaltend, manchmal auch pulsartig verstärkt Gas emittiert. Am Südostkraterkomplex kam es in der vergangenen Woche lediglich zu ruhiger Gasemission überwiegend aus den Schloten auf dem Grat zwischen den Kegeln des alten und des neuen Südostkraters.

Am Nachmittag des 13. Januar stiegen die bräunlichen Aschewolken aus der Voragine senkrecht über dem Gipfel des Ätna auf und wirkten dadurch recht eindrucksvoll:
Senkrechte bräunliche Aschewolke aus Voragine
Foto vom 13.01.15, 15:57 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV am 10. Januar berichtete erfolgte die lebhafte strombolianische Aktivität aus der Voragine an den Tagen ab dem 08. Januar aus zwei verschiedenen Schloten. Nach dem diese Aktivität am Morgen des 10. Januar praktisch aufhörte, setzte sie am Nachmittag des gleichen Tages wieder ein und es kam zu kräftigen strombolianischen Explosionen [1].

Wie vom INGV weiter berichtet wird, fand am 11. und 12. Januar keine strombolianischen Aktivität in der Voragine statt [2]. Diese setzte am Abend des 14. Januars wieder schwach ein. Gleichzeitig kam es auch am Nordostkrater zu strombolianischen Explosionen [3].

Dieses Foto der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato zeigt eine schwache thermische Anomalie über dem Nordostkrater. Sie wird offenbar durch die Emission heißer Asche verursacht die von strombolianischen Explosionen innerhalb des Kraters generiert wird:
Schwache thermische Anomalie über dem Nordostkrater
Foto vom 15.01.15, 06:06 Uhr: Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 05.01. - 11.01.2015 niedriger als in der Vorwoche. Die Spitzenemissionsraten betrugen meist mehr als 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. So wurde am 08.01. ein Messwert von knapp 7.000 Tonnen SO2 pro Tag verzeichnet [4].

Seit dem 13.01. sind wieder Online-Seismogramme der Station EBCN (Bocca Nuova) verfügbar. Diese zeigten bis zum 14.01. immer wieder minutenlange Phasen von stärkerem Rauschen, wie es von vulkanischem Tremor verursacht wird. Dazwischen konnte man auch einige langperiodische Signale erkennen. Seit dem 15.01. verursacht erhöhter Tremor ein dauerhaftes leichtes Rauschen das von einzelnen Explosionssignalen durchsetzt ist.
Bis zum 14.01. ging der Tremor unter Schwankungen allmählich noch etwas zurück und stieg dann bis zum 15.01. sprunghaft, aber nur leicht an. Seit dem bewegt er sich auf diesem leicht erhöhten Niveau [5].

Am 12.01. wurde bei Fleri (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.7 gemessen [6].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 10 GENNAIO 2015, ORE 19:30 UTC
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 13 GENNAIO 2015, ORE 15:30 UTC
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 15 GENNAIO 2015, ORE 14:00 UTC
  4. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 05/01/2015 - 11/01/2015
  5. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


09. Januar 2015

An den vergangenen beiden Tagen hat sich die strombolianische Aktivität in der Voragine fortgesetzt. Heute wurde dabei wieder häufig Asche emittiert. Der Neue Südostkrater blieb dagegen weiterhin ruhig und der Tremor ist leicht rückläufig.

In der Nacht vom 07. auf den 08. Januar zeigten lichtstarke Webcams weiterhin gelegentlichen Glutschein über der Voragine der von strombolianischen Explosionen verursacht wurde. Am Tage kam es wieder zu pulsartiger Gasemission die oft von etwas Asche durchsetzt war. Manchmal wurden auch dichte, braune Aschepilze aus dem Gipfelkrater emittiert. Sie traten aber nicht so häufig und so kräftig wie am Vortag auf. Am Abend und in der vergangenen Nacht dauerte die strombolianische Aktivität weiter an. Fotos der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) zeigten in der vergangenen Nacht thermische Anomalien über der Voragine die von den ausgestoßenen, noch warmen Aschewolken stammten. Nach Sonnenaufgang stiegen heute nahezu kontinuierlich braune Aschewolken aus der Voragine auf, erreichten eine Höhe von einigen wenigen hundert Meter über Grund und wurden rasch vom Wind in östliche Richtung getragen. Diese Aktivität war bis Sonnenuntergang sichtbar. Danach war über die Webcams wieder gelegentlicher Glutschein über der Voragine zu erkennen.
Aus der Bocca Nuova wurde in den vergangenen Tagen nur etwas Gas, meist in pulsartiger Form emittiert. Gestern kam es jedoch gegen 16:24 Uhr zu einer etwas stärkeren und dichten, aber nur vorübergehenden Emission von weißem Dampf oder Gas aus dem nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova.
Am Neuen Südostkrater konnte ich über die Webcams weiterhin Gas- bzw. Dampfemission aus den Schloten auf dem Grat, der den Kegel des alten mit dem Kegel des Neuen Südostkraters verbindet, erkennen. Sie war jedoch nicht mehr so intensiv wie an den Tagen nach dem Paroxysmus. Fotos der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato zeigten in den letzten Tagen mehrfach eine kleine, aber intensive thermische Anomalie an der oberen Ost-/Nordostflanke des Neuen Südostkraterkegels. Sie wurde durch kleinere Kollapsereignisse im oberen Abschnitt der eruptiven Spalte vom 28.12.2014 verursacht die noch heiße Schichten pyroklastischen Materials freilegten.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 29.12.2014 - 04.01.2015 deutlich höher als in der Vorwoche. Besonders an den letzten beiden Tagen der Woche manifestierte sich  mit Messwerten von über 13.000 Tonnen SO2 pro Tag  ein steigender Trend [1].

Auch wenn es gestern zu einem leichten Anstieg des Tremors kam, zeigte sich insgesamt doch ein weiterhin fallender Trend der seit dem 04.01. andauert [2].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 29/12/2014 - 04/01/2015
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


07. Januar 2015

Seit der Nacht vom 01. auf den 02. Januar kommt es innerhalb der Voragine zu strombolianischer Aktivität. Dabei wurde glühendes Material bis auf die Flanken des Zentralkraterkegels geschleudert und heute auch relativ häufig Asche freigesetzt. Der Neue Südostkrater ist unterdessen ruhig geblieben und der Tremor ist leicht fallend, aber weiter erhöht.

Am 03.01. konnte ich am Neuen Südostkrater keine nennenswerten Ascheemissionen mehr erkennen. Allerdings wurde weiterhin viel Dampf aus dem Gipfelbereich und insbesondere aus den Schloten auf dem Grat zwischen altem und neuem Südostkrater emittiert. Nach Sonnenuntergang zeigten dann lichtstarke Webcams gelegentlich Glutschein über der Voragine, verursacht durch strombolianische Aktivität innerhalb dieses Gipfelkraters.
Am 04.01. war sowohl aus der Voragine, als auch aus dem Neuen Südostkrater nur ruhige Gasfreisetzung erkennbar. Schlechtes Wetter verhinderte am 05.01. die Beobachtungen mittels Webcams.
Am Morgen des 06.01. waren die Wetterbedingungen im Gipfelbereich vorübergehend etwas besser und nun zeigte sich anhaltende Gasemission aus Bocca Nuova und Voragine. Die Gasemissionen aus der Voragine wirkten dabei als seien sie mit etwas feiner Asche durchsetzt. Bald behinderten wieder Wolken die Sicht und hielten sich bis zum Abend.
Während der vergangenen Nacht war dann über lichtstarke Webcams erneut sporadischer Glutschein über der Voragine erkennbar. Fotos der Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) zeigten nach Mitternacht auch immer wieder schwache thermische Anomalien über der Voragine. Hierbei handelte es sich wohl um warme Asche die vom Wind rasch in südliche Richtung getragen wurde. Am Morgen wurden diese Emissionen noch etwas häufiger und stärker. Nach Sonnenaufgang waren sie dann auch über die visuellen Webcams gut erkennbar. In Form grauer bis brauner pilzförmiger Wolken schoss die Asche regelmäßig und pulsartig mehrere hundert Meter aus dem Krater der Voragine und wurde vom Wind in östliche Richtung getragen. Diese Emissionen hielten praktisch den ganzen heutigen Tag an. Aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters und dem Grat hinüber zum alten Südostkrater kam es gleichzeitig zu anhaltender Emission von Dampf und Gas. Nach Sonnenuntergang war über dem Grat dann mittels lichtstarker Webcams wieder gelegentlich Glutschein erkennbar. Auch über der Voragine wurde der Himmel immer mal wieder rötlich illuminiert.

Dieses Webcam-Foto von heute Nachmittag zeigt eine der pulsartigen Ascheemissionen aus der Voragine. Der Wind treibt die 200 - 300 m hohen Wolken rasch nach Osten. Gleichzeitig kann man rechts unterhalb davon die Emission von Dampf und Gas aus dem Südostkraterkomplex erkennen:
Pulsartige Emission von grauer Asche aus Voragine
Foto vom 07.01.15, 15:36 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV berichtet setzte die strombolianische Aktivität innerhalb der Voragine bereits in der Nacht vom 01. auf den 02. Januar ein. Die Explosionen traten in einem Abstand von wenigen Minuten auf und schleuderten dabei grobes pyroklastisches Material bis zu 150 m über den Kraterrand. Gelegentlich fiel dabei glühendes Material auf die Flanken des Zentralkraterkegels, insbesondere auf seine Westflanke. Manchmal erzeugten die Explosionen auch etwas Asche [2].

Heute berichtet das INGV, dass sich die Frequenz der in der Voragine auftretenden strombolianischen Explosionen während der vergangenen Nacht verringert hat. Dennoch schleuderten einzelne Explosionen glühendes pyroklastisches Material bis auf die West- und Südwestflanke des Zentralkraterkegels. Viele der Explosionen generierten dabei kleine Aschewolken [3].

Auf diesem Webcam-Foto vom heutigen Abend kann man den Glutschein über der Voragine erkennen. Er wird von strombolianischen Explosionen innerhalb dieses Gipfelkraters generiert die auch die heutigen Ascheemissionen verursachten:
Glutschein über der Voragine
Foto vom 07.01.2015, 21:27 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7

Der Tremor stieg bis zum 03.01. noch ein wenig an, ging dann aber wieder etwas zurück und zeigte bis heute einen weiter leicht fallenden Trend. Heute Abend stieg er dann vorübergehend schnell, aber nur leicht an. Insgesamt ist der Tremor weiterhin erhöht [4].

Inzwischen gibt es einen ausführlichen Bericht des INGV zum Paroxysmus des Neuen Südostkraters (NSEC) vom 28.12.2014. Hier eine Zusammenfassung:
Der Auftakt der jüngsten paroxysmalen Episode begann im Grunde genommen in der ersten Oktoberwoche 2014, als am Nachmittag des 07. Oktober am Neuen Südostkrater schwache und sehr sporadische strombolianische Aktivität einsetzte. Während den nachfolgenden Wochen war diese diskontinuierliche Aktivität durch kleine strombolianische Explosionen charakterisiert die zuweilen auch etwas Asche freisetzten. Diese Explosionen ereigneten sich an zwei oder drei eruptiven Schloten im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters die Mitte August entstanden waren. Die Phase war außerdem auch durch lebhafte Fumarolentätigkeit charakterisiert. Desweiteren kam es am Nordostkrater zu intensiver Gasemission, die meist pulsartig war und von Donner aus der Tiefe begleitet wurde. Ab Mitte Oktober wurde dann auch aus der Tiefe der Bocca Nuova Donner vernommen und an der Voragine kam es zu pulsartiger Gasemission die manchmal von sehr dünner Asche durchsetzt war. Diese Phänomene wurden außerdem von kleinen Fluktuationen des vulkanischen Tremors begleitet, der sich allerdings auf niedrigem Niveau hielt. Im Dezember wurde am Nordostkrater pulsartige Gasemission beobachtet, während die schwache strombolianische Aktivität am Neuen Südostkrater völlig abwesend war.
Im Verlauf des Nachmittags des 28. Dezembers 2014 registrierten die seismischen Stationen des INGV-OE im Gipfelbereich des Ätna eine schrittweise Steigerung von Frequenz und Intensität der seismisch-vulkanischen Signale (LP-Ereignisse), begleitet von kleinen strombolianischen Explosionen des NSEC. Die Präsenz einer dichten Wolkendecke verhinderte die Beobachtung der Phänomene vollständig. Ab 16:30 Uhr konnte eine schrittweise Erhöhung des vulkanischen Tremors beobachtet werden und ab 17:07 Uhr nahmen Amplitude und Anzahl der LP-Ereignisse deutlich zu.
Um 17:50 Uhr trat das energiereichste LP-Ereignis auf und korrespondierend damit ging vermutlich die unregelmäßige explosive Aktivität in eine Anhaltende über. Das Einsetzen reichhaltiger Emission pyroklastischen Materials, vermutlich in Form einer Lavafontäne, konnte mittels Dopplerradar (VOLDORAD 2B) ab 18:05 Uhr nachgewiesen werden. Diese Entwicklung war wegen der Wolkendecke nicht direkt sichtbar, obgleich intensiver Glutschein den Gipfelbereich einhüllte. Kurz nach 19:00 Uhr wurde im Gebiet von Fornazzo (Ostflanke) der erste Niederschlag von Asche registriert. Um 19:50 Uhr sahen verschiedene Personen von Positionen östlich bzw. nordöstlich des Vulkans die aus pyroklastischem Material bestehende Eruptionswolke in östliche Richtung ziehen. Sie konnten auch die Lavafontänen im Gipfelbereich beobachten; mehrere Webcams des INGV-OE waren zu diesem Zeitpunkt nicht einsatzbereit. In diesem Sektor des Vulkans war auch das typische anhaltende Rumoren von Lavafontänen hörbar. Trotz allem war es nicht mit letzter Gewissheit möglich die genaue Quelle der Aktivität zu bestimmen.
Die andauernde Lavafontänenaktivität produzierte reichlich pyroklastisches Material. Sie schwächte sich gegen 19:30 Uhr ab und zu diesem Zeitpunkt ging auch der vulkanische Tremor allmählich zurück. Um 20:24 Uhr signalisierte das VOLDORAD das Ende der reichhaltigen Emission pyroklastischen Materials. Gegen 21:00 Uhr war die Menge der in die Atmosphäre abgegebenen Asche bereits gering, wohingegen sich weiterhin sporadische strombolianische Explosionen am NSEC ereigneten und bis zur Morgendämmerung des 29. Dezember andauerten. Während der Nacht blieb der Bereich der eruptiven Schlote hinter Wolken verborgen, jedoch deutete der Glutschein der die Wolken beleuchtete, auf die Expansion diverser Lavaströme entlang der Ostflanke (in Richtung Valle del Bove) bzw. der Südwestflanke hin. Während der Nacht dehnte sich der Lavastrom innerhalb des Valle del Bove weiterhin langsam aus und die hochempfindliche Kamera auf dem Montagnola (EMOH) verzeichnete bis zum Morgengrauen schwache strombolianische Aktivität im Gipfelbereich des NSEC.
Am Morgen des 29. Dezember, als sich die Wetterbedingungen allmählich besserten, konnte der NSEC als Verursacher des Paroxysmus bestätigt werden. Während der eruptiven Aktivität brachen zwei eruptive Spalten von nordöstliche in südwestliche Richtung auf. Eine entlang der Südflanke des alten Südostkraters und eine entlang der Nordostflanke des Neuen Südostkraters. Die Präsenz einer Schneedecke entlang der Süd- und Südostflanke des NSEC deutete darauf hin, dass in diesem Sektor während dem Paroxysmus nur wenig Explosivmaterial abgelagert wurde. Im unteren Abschnitt der Fraktur, die sich entlang der Flanke des alten Südostkraters geöffnet hatte, trat ein Lavastrom aus der sich über den flachen Bereich südlich des Zentralkraterkegels des Ätna (südlich der Bocca Nuova) ausdehnte. Anschließend schob er sich der schroffen Südwestflanke des Bergs, westlich des Monte Frumento Supino hinab. Der Strom teilte sich in zwei Hauptzweige auf: Einer eher kürzer und weiter nördlich und einer länger und weiter südlich, auf etwa 1900 m Höhe in der Nähe der eruptiven Spalte von 1610 endend. Dieser Teilstrom wurde bei Morgengrauen noch schwach genährt und seine Front stoppte in einer Entfernung zur eruptiven Spalte von 4,5 Kilometer.
Während des Paroxysmus vom 28. Dezember war auch die Ostflanke des Vulkans Schauplatz effusiver Aktivität. Hier öffnete sich an der Nordostflanke des NSEC-Kegels eine eruptive Spalte die Lavaströme freisetzte. Diese schoben sich entlang der westlichen Wand des Valle del Bove in nordöstliche Richtung und erreichten dabei die Talsohle. Der nördlichste Zweig expandierte dabei über die Position des Kegels des Monte Simone hinaus und erreichte eine Länge von 3,3 Kilometer.
Auf Basis von Fotographien konnte eine vorläufige Karte der Lavaströme angefertigt werden. Die Lava bedeckt ein Gebiet von 2,3 km2; geht man von einer mittleren Dicke von 2 - 2,5 m aus ergibt sich ein Volumen von ca. 5 Millionen m3.
Der Paroxysmus von 28. Dezember 2014 produzierte eine Eruptionswolke aus pyroklastischem Material die vom Wind in östliche Richtung gebogen wurde. Am 29. Dezember wurde eine Inspektion im Gelände durchgeführt, um die Konsistenz der Ablagerungen der paroxysmalen Aktivität zu überprüfen. Leider wirkten sich Regen und Wind negativ auf die Gewichtsbestimmung der Ablagerungen, insbesondere an der mittleren Ostflanke aus. Kontrolliert wurde der Niederschlag pyroklastischen Materials, der auf Riposto, Giarre, Puntalazzo und Fornazzo niederging, sowie entlang der Mareneve-Straße (auf 1000 m Höhe) fiel; auch in Milo wurden diskontinuierliche, vom Wasser weggeschwemmte Ablagerungen beobachtet. Dieser Ort stellt die südliche Grenze des von West nach Ost verlaufenden Niederschlagsgebiets dar. Auf Grund der Effekte des Wegspülens durch Wasser ist der Verlauf der nördlichen Grenze nicht so offenkundig. Wie auch immer, kam es in Linguaglossa noch zu einem Regen feinen Materials. In Giarre besteht der Niederschlag vorwiegend aus grober Asche und feinem Lapilli. In Fornazzo sind die Ablagerungen kontinuierlich und bestehen aus relativ grobem Material und es findet sich Lapilli mit einem Durchmesser von 4 - 5 cm.
Während dem 29. Dezember behinderten Wolken ab ca. 09:15 Uhr die visuellen Beobachtungen des Gipfelbereichs. Dennoch zeigten die Kameras des Überwachungssystems einige kleine Ascheemissionen des NSEC und bei einbrechender Dunkelheit anhaltenden Glutschein im Bereich des "Sattels", zwischen den Kegeln des alten und des neuen Südostkraters. Am 02. Januar setzte ab ca. 07:30 Uhr wieder explosive Aktivität am NSEC ein und war mit der Emission einer dichten und anhaltenden Aschewolke verbunden. Diese wurde vom Wind in südwestliche Richtung getrieben. Mit dem ersten Licht des 03. Januar konnte die letzte Aschefreisetzung beobachtet werden, was wahrscheinlich unter Mitwirkung einer leichten Abschwächung des Tremors geschah.
In der Nacht vom 01. auf den 02. Januar registrierte die Überwachungskamera des INGV-OE zeitweiligen, von der Voragine stammenden Glutschein. Offenbar wurde dieser, nach praktisch zwei Jahren Ruhe, von einsetzender strombolianischer Aktivität im Inneren des Kraters hervor gerufen. Am Abend es 03. Januar schleuderten einige Explosionen glühendes pyroklastisches Material bis zu 150 m über den Kraterrand. Die letzte Periode strombolianischer Aktivität in der Voragine hatte zwischen dem 27. Februar und dem 14. März 2013 stattgefunden, 13 Jahre nach der letzten signifikanten Aktivität dieses Kraters, im Herbst 1999.
Nach dem, durch die eruptive Aktivität des NSEC Mitte August 2014 verursachten Anstieg des vulkanischen Tremors, verblieb er während den vier Monaten die der paroxysmalen Aktivität vom 28. Dezember voraus gingen auf relativ niedrigem Niveau. In diesem Zeitraum befand sich die Quelle des Tremors unterhalb von Voragine und Nordostkrater auf 1000 - 1500 m Höhe. Wie üblich, kam es auch während der paroxysmalen Episode vom 28. Dezember zu einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors der sich mit dem Verlauf der eruptiven Phase deckte. So wurde am 28. Dezember kurz nach 16:00 Uhr eine erste leichte Intensivierung des vulkanischen Tremors registriert die sich nach 17:20 Uhr verstärkte. Im Verlauf weniger Minuten stieg der Tremor dann immer schneller an und erreichte um 18:30 Uhr sein Maximum. Er hielt sich bis 19:40 Uhr auf hohem Niveau, ging dann wieder zurück und fiel bis 21:00 Uhr drastisch ab. Danach schwächte er sich bis 22:50 Uhr schrittweise weiter ab und erreichte niedrige Werte die allerdings höher lagen als vor der Eruption.
An den nachfolgenden Tagen gab es keine bedeutenden Veränderungen des Tremors mehr. Es kam jedoch zu einer leichten Verstärkung der Tremoramplitude die durch ein Aufsteigen der Tremorquelle charakterisiert war. So erfolgte in den letzten Stunden des 30. Dezember ein erster leichter und allmählicher Anstieg des Tremors, dem eine weitere Verstärkung in den ersten Stunden des 01. Januars 2015 folgte. Während der Nacht vom 02. auf den 03. Januar ging dann der Tremor wieder etwas zurück. Innerhalb des ansteigenden Trends kam es am 02. Januar um 07:15 Uhr und 08:35 Uhr zu einer vorübergehenden weiteren leichten Verstärkung des Tremors die vermutlich mit den Ascheemissionen des NSEC an diesem Tag in Verbindung gebracht werden kann [1].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2015. Il parossismo dell'Etna del 28 dicembre 2014 e la susseguente attività ai crateri sommitali
  2. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 6 GENNAIO 2015, ORE 18:00 UTC
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. AGGIORNAMENTO ETNA, 7 GENNAIO 2015, ORE 09:30 UTC
  4. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN
  5. INGV-Sezione di Catania. 2015. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


02. Januar 2015

Nach dem Paroxysmus des Neuen Südostkraters zeigte sich in den vergangenen Tagen gelegentlich etwas Glutschein an den neu entstandenen Schloten. Heute kam es zu anhaltender Emission von Asche aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters und der Tremor ist in den letzten Tagen auch wieder gestiegen.

Schlechtes Wetter mit stürmischen Wind und Schneefall bis an die Küste behinderte in den vergangenen Tagen zeitweise die Beobachtung des Ätna mittels Webcams. Wetterbedingt fielen auch einige Webcams und Messinstrumente ganz aus. Während den wolkenfreien Stunden zeigte sich bis gestern kräftige Emission von Dampf aus den neuen Schloten, die sich auf dem Grat befinden der die beiden Kegel des Südostkraterkomplexes verbindet. Auch entlang der Südflanke des alten Südostkraterkegels wurde Dampf emittiert. Nach Einbruch der Dunkelheit konnte ich über lichtstarke Webcams am Abend des 31. Dezembers schwachen, sporadischen Glutschein oberhalb des Grats erkennen.
In der vergangenen Nacht waren mittels der Montagnola-Wärmebildkamera des INGV-OE gelegentliche schwache thermische Anomalien im Gipfelbereich des Neuen Südostkraters erkennbar. Heute Morgen nach Sonnenaufgang zeigte sich dann anhaltende Emission von Dampf und grauer Asche aus dem östlichen Gipfelbereich des Neuen Südostkraters. Gegen 08:00 Uhr verstärkten sich die Ascheemissionen und zeitweise wurden dunkelgraue, blumenkohlförmige Aschewolken mehrere hundert Meter hoch ausgestoßen und dann rasch vom starken Wind nach Südwesten getragen. Diese Aktivität hielt praktisch bis zum Sonnenuntergang an. Glutschein konnte ich nach Anbruch der Dunkelheit allerdings nicht erkennen.

Dieses Webcam-Foto vom Abend des 31.12.2014 zeigt den Glutschein über dem Grat der den Kegel des alten Südostkraters mit dem Kegel des Neuen Südostkraters verbindet:
Glutschein auf dem Grat zwischen SEC und NSEC
Foto vom 31.12.2014, 18:29 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7

Auf diesem Webcam-Foto von heute Vormittag ist eine der stärkeren Ascheemissionen erkennbar die sich heute am Neuen Südostkrater zeigten. Ein kräftiger Wind treibt die dunkelgrauen Aschewolken die aus dem östlichen Gipfelbereich des Kraters aufsteigen nach Südwesten:
Emission von grauer Asche aus Neuem Südostkrater
Foto vom 02.01.15, 10:30 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Wie das INGV berichtet erfolgte der Paroxysmus des Neuen Südostkraters vom 28.12.2014 aus einer Serie von Schloten. Diese waren entlang einer von Nordost nach Südwest verlaufenden Fraktur angeordnet die den Kegel des Neuen Südostkraters durchquerte und sich auch über die Südflanke des alten Südostkraters entlang zog. An den beiden Enden dieser Fraktur wurden Lavaströme freigesetzt die sich nach Südwesten in Richtung des Gebiets Milia-Galverina, sowie nach Nordosten in den nördlichen Abschnitt des Valle del Bove in die Nähe des Monte Simone ausdehnten. Sie erreichten dabei Längen von 4,5 bzw. 3,3 Kilometer [1].

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 22.12. - 28.12. vergleichbar mit denen der Vorwoche. Ab Wochenmitte zeigte sich ein zunehmender Trend und am 28.12. wurden Emissionsraten von über 5.000 Tonnen SO2 pro Tag gemessen [2].

Der Tremor ging bis zum 30.12. noch etwas zurück, stieg im Laufe des 31.12. jedoch wieder langsam und allmählich an. Gestern verstärkte sich der Tremor noch etwas. Heute kam es vorübergehend zu einem kleinen, aber raschen Anstieg. Insgesamt liegt der Tremor nun deutlich höher als an den Tagen vor dem Paroxysmus vom 28.12.2014 [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. AGGIORNAMENTO ETNA, 31 DICEMBRE 2014, ORE 14:00 GMT
  2. INGV-Sezione di Catania. 2014. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 22/12/2014 - 28/12/2014
  3. INGV-Sezione di Catania. 2015. Home. TREMORE VULCANICO. ESLN


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