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Ätna Update (01.07. - 28.08.2016)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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28. August 2016

In der letzten Woche verhielt sich der Ätna weiterhin unruhig. Erneut setzten Asche- und Gasemissionen am Kollapskrater des Neuen Südostkraters ein. Unterdessen dauerte die kräftige pulsartige Emission von heißem Gas aus dem Kollapsschlot der Voragine an. Tremor und seismische Aktivität blieben jedoch weiter niedrig.

In der vergangenen Woche setzte sich die kräftige Emission von heißem Gas- und Dampf am neuen Kollapsschlot der Voragine fort. Weiterhin waren die Emissionen pulsartig verstärkt und in den Nächten wurde die Gassäule über der Voragine aus der Tiefe des Kollapsschlots gelegentlich leicht rötlich illuminiert. An den übrigen Gipfelkratern waren die Gasfreisetzungen relativ schwach. Am meisten Gas wurde im Bereich des Grabens zwischen Nordostkrater und Voragine emittiert.
Am Abend des 22.08. waren über die Monte Cagliato - Wärmebildkamera des INGV leichte und gelegentliche Emissionen von Gas und / oder Asche aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters erkennbar. Am 23.08. konnte ich keine weiteren Aschefreisetzungen mehr aus diesem Krater beobachten. Wolken und Regen behinderten am 24.08. und 25.08. nahezu ständig die Beobachtungen mittels Webcams. Am 26.08. waren dann erneut relativ häufig kleine Emissionen von dünnen bräunlichen Aschewolken aus dem Kollapskrater erkennbar. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch gestern. Heute traten die Asche- bzw. Gasemissionen am Kollapskrater nahezu kontinuierlich auf, wobei mehr Gas als Asche emittiert wurde. Thermische Anomalien konnte ich dabei allerdings nicht beobachten.

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Morgen zeigt in der rechten Bildhälfte eine Aschefreisetzung aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Die emittierten Wolken bestehen offenbar aus einer Mischung aus Gas und feiner bräunlicher Asche. Links der Zentralkraterkegel mit der Gasfahne aus dem Kollapsschlot der Voragine:
Freisetzung von Asche aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters
Foto vom 28.08.16, 07:51 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater waren im Zeitraum vom 15.08. - 21.08. vergleichbar mit den Messwerten der Vorwoche. Die Emissionsrate lag stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1].

Auch in der vergangenen Woche waren auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) zahlreiche langperiodische Signale zu sehen. Im Laufe der Woche nahm ihre Intensität jedoch etwas ab und sie traten seltener auf. Dafür zeigten sich allerdings einzelne recht kräftige Explosionssignale. Am 27. August war zwischen 12:27 Uhr und 12:40 Uhr ein anhaltendes Rauschsignal von unterschiedlicher, dennoch überwiegend kräftiger Intensität erkennbar das an vulkanischen Tremor erinnerte. Der mittlere Tremor bewegte sich in der vergangenen Woche weiterhin auf niedrigem Niveau [2].

Am 21.08. wurde nordöstlich von Catania (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 22.08. kam es im Bereich des Zentralkraters zu einem Beben der Stärke 1.6 [3].
  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 15/08/2016 - 21/08/2016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2016. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


21. August 2016

Auch in der letzten Woche produzierte der neue Kollapsschlot in der Voragine viel Gas. Nachts illuminierte der Glutschein aus dem weiterhin nicht explosiv tätigen Schlot gelegentlich die Gassäule über der Voragine. Tremor und seismische Aktivität blieben niedrig, jedoch zeigten sich immer noch zahlreiche kräftige langperiodische Signale auf den Online-Seismogrammen.

In der vergangenen Woche kam es an dem neuen Kollapsschlot in der Voragine weiterhin zu kräftiger und pulsartiger Gasemission. Das heiße Gas generierte gelegentlich kleine und schwache thermische Anomalien über der Voragine, die mit den Wärmebildkameras des INGV beobachtet werden konnten. In den Nachtstunden illuminierte der Glutschein aus der Tiefe des neuen Kollapsschlots gelegentlich die darüber stehende Gassäule leicht rötlich. Strombolianische Aktivität war jedoch nicht zu erkennen.
An den übrigen Gipfelkratern zeigten sich die gewohnten Gasfreisetzungen. Am Nordostkrater waren die Gasfreisetzungen weiterhin relativ schwach, etwas stärker jedoch im Bereich des Grabens im Übergangsbereich zur Voragine. Aus der Bocca Nuova wurde auch nur wenig Gas emittiert. Lediglich aus ihrem nordwestlichen Abschnitt stiegen manchmal Gaswolken auf. Am Südostkraterkomplex setzten Fumarolen im Gipfelbereich etwas Gas frei. Am Kollapskrater des Neuen Südostkraters war nur wenig Gasemission erkennbar.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater nahmen im Zeitraum vom 08.08. - 14.08. gegenüber der Vorwoche etwas zu. Die Emissionsrate lag meist oberhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in der vergangenen Woche weiterhin im Abstand von drei bis fünf Minuten relativ kräftige langperiodische Signale zu sehen. Häufig waren sie stark genug um sich auch schwach auf den Seismogrammen anderer Stationen der Ätna-Region abzuzeichnen. In den letzten Tagen wurden die bis zu einer Minute andauernden Signale seltener und immer häufiger zeigten sich Explosionssignale Der Tremor bewegte sich weiter auf niedrigem Niveau [2]. 

Am 18.08. kam es bei Pietrafucile (Ostflanke) zu zwei Beben, wobei das stärkste eine Magnitude von 1.5 erreichte. Am 19.08. wurde am Monte Spagnolo (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 1.8 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 08/08/2016 - 14/08/2016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2016. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


14. August 2016

In den vergangenen Nächten gab es keine sichtbaren Hinweise auf eine Fortsetzung der strombolianischen Aktivität in der Voragine. Der neue Kollapsschlot an der inneren südöstlichen Kraterwand der Voragine produzierte jedoch weiterhin sehr viel Gas und Dampf. Der Tremor blieb niedrig jedoch zeigten Online-Seismogramme weiterhin viel Unruhe im Berg. 

In der Nacht auf den 11. August konnte ich keinen Glutschein mehr über der Voragine beobachten. Später zogen Wolken auf die auch den ganzen Tag über den Blick auf die Gipfelkrater behinderten. Durch einzelne Wolkenlücken konnte ich eine kräftige Dampfsäule über der Voragine erkennen die von dem neuen Kollapsschlot an ihrer inneren südöstlichen Kraterwand emittiert wurde.
Während der Nacht auf den 12. August zeigten die Wärmebildkameras des INGV keine starken Gasemissionen mehr. Auch Glutschein war nicht zu erkennen. Nach Sonnenaufgang war pulsartige Gasfreisetzung aus der Voragine zu sehen, die jedoch nicht so intensiv wie am Vortag wirkte. Leider zogen bald Wolken auf die sich bis zum Abend hielten. Nachdem ab Abend die Wolken wieder auflockerten war erneut kein Glutschein zu sehen. Auch die Wärmebildkameras des INGV zeigten keine Gasemissionen oder thermische Anomalien und nach Sonnenaufgang war wieder kräftige Gasfreisetzung aus dem neuen Schlot der Voragine zu sehen. Wieder behinderten Wolken die Beobachtungen bis zum Abend.
In der vergangenen Nacht waren dann kleine und schwache thermische Anomalien über der Voragine erkennbar. Auch wurde wieder etwas mehr Gas emittiert. Dies zeigte sich auch nach Sonnenaufgang, da die Gassäule über der Voragine kräftiger als am Vortag wirkte. Wolken behinderten dann erneut die Beobachtungen bis zum heutigen Abend.

Neue Fotos in sozialen Medien zeigten unterdessen kräftigen Glutschein im Inneren des Kollapskraters. Die Aufnahmen wurden in der Dämmerung gemacht und beweisen, dass aus dem Krater große Hitze entweicht; glutflüssiges Material scheint somit nicht weit von der Erdoberfläche entfernt zu sein. Offenbar ereigneten sich auch die leichten strombolianischen Explosionen des 07. August in dem Kollapskrater.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater nahmen im Zeitraum vom 01.08. - 07.08. gegenüber der Vorwoche leicht zu. Vereinzelt stieg die Emissionsrate auf Werte von mehr als 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag an [1].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren weiterhin alle paar Minuten kräftige langperiodische Signale erkennbar. Oft waren sie so stark, dass sie sich auch schwach auf den Seismogrammen anderer Stationen der Ätna-Region abzeichneten. Heute mischten sich auch einige kräftige Explosionssignale darunter; evtl. ein Indiz für ein Wiederaufleben strombolianischer Aktivität. Unterdessen bewegte sich der Tremor weiterhin auf niedrigem Niveau [2].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 01/08/2016 - 07/08/2016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR


10. August 2016

In den vergangenen beiden Tagen setzte sich die schwache strombolianische Aktivität in der Voragine fort ohne dass sich Tremor oder seismische Aktivität verstärkt haben. Die kräftige Dampfentwicklung der letzten Tage ist auf einen kleinen Kollapskrater zurückzuführen der sich in der Kraterwand der Voragine gebildet hat.

In der Nacht auf den 09. August setzte sich die schwache, sporadische strombolianische Aktivität in der Voragine fort. Fotos der Monte Cagliato-Wärmebildkamera des INGV zeigten pulsartige Gasemission aus der Voragine. Thermische Anomalien konnte ich nicht beobachten. Lediglich die Gassäule wurde gelegentlich rötlich illuminiert, was dafür spricht, dass die Energie der strombolianischen Explosionen nicht stark genug war um das glühende Material bis auf Höhe des Kraterrands zu schleudern.
Nach Sonnenaufgang war eine kräftige weiße Gas- bzw. Dampfsäule über der Voragine zu erkennen. Der Wind drückte sie rasch in südliche Richtung. Auch aus dem nordwestlichen Abschnitt der Bocca Nuova wurde mehr Gas als an den Vortagen emittiert. Ascheemissionen konnte ich nicht beobachten. Leider nahm die Wolkenbildung rasch zu und ab Mittag war der Gipfelbereich des Ätna bis in die Abendstunden in Wolken gehüllt. Bei Sonnenuntergang lockerten die Wolken wieder auf und schon bald war wieder sporadisch auftretender Glutschein über der Voragine erkennbar. Seine Intensität wirkte jedoch nicht so intensiv wie am Abend zuvor.
Während der vergangenen Nacht zeigten die Fotos der Wärmebildkameras gelegentlich schwache und sehr kleine thermische Anomalien knapp über dem Kraterrand der Voragine; entweder verursacht durch heißen Dampf/Gas oder durch heißes ausgeworfenes Material. Die relativ kräftigen Gasfreisetzungen, die noch in den vergangenen Tagen über die Wärmebildkameras sichtbar waren, hatten jedoch aufgehört. Auch bei Tagesanbruch war die Dampfsäule über der Voragine deutlich kleiner. Sicherlich wurde die starke Dampfentwicklung der letzten Tage durch hohe Luftfeuchtigkeit verursacht. Im Tagesverlauf nahm die Gasentwicklung aus der Voragine etwas zu und war pulsartig verstärkt. Später zogen Wolken durch und verhinderten vorübergehend die Beobachtungen. Am heutigen Abend war nach Sonnuntergang kein Glutschein erkennbar.

Inzwischen sind in sozialen Medien verschiedene Fotos aus der Voragine aufgetaucht. Diese zeigen eine Öffnung an der inneren südöstlichen Kraterwand der Voragine die anhaltend und kräftig Dampf freisetzt [1]. Die Öffnung befindet sich knapp unterhalb der Stelle an der die große Fraktur dem Ostrand der Voragine entlang streicht und scheint am 07. August durch Kollaps entstanden zu sein. Der Schlot auf dem Kraterboden der im Mai aktiv war setzt dagegen vergleichsweiße wenig Gas frei, obwohl sich hier offenbar die schwachen strombolianischen Explosionen ereignen. Somit ist diese relativ kleine Öffnung für die kräftige Gassäule verantwortlich die in den vergangenen Tagen das Erscheinungsbild des Ätna prägte.

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Morgen zeigt die weiße Dampf- bzw. Gassäule die aus dem neuen Kollapsschlot in der Voragine emittiert wird. Die Emissionen sind pulsartig verstärkt, wirken jedoch nicht so kräftig wie an den Vortagen:
Gassäle aus der Voragine
Foto vom 10.08.2016, 07:36 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten am 09.08. deutliche langperiodische Signale die alle 3 - 10 Minuten auftraten. Gelegentlich waren auch kräftige Explosionssignale erkennbar. Heute zeigte sich ein ähnliches Bild, wobei sich die Intensität der LP-Signale noch etwas verstärkt hat. Der Tremor blieb in den vergangenen beiden Tagen praktisch unverändert [2].

Persönliche Einschätzung der Lage:
Fast drei Monate ist es nun her, dass sich in der Voragine mehrere, teilweise recht heftige eruptive Episoden ereignet haben. Diese waren allerdings nicht ganz so intensiv wie die Episoden vom Dezember 2015. Dagegen kam es im Mai zur Entwicklung von eruptiven Spalten (Ostflanke, Nordflanke des Nordostkraters, Südostflanke der Voragine). Diese waren Teil eines ausgeprägten Frakturensystems das sich während der eruptiven Episoden bildete und die Gipfelkrater von Nord nach Südost durchtrennte. Ich vermute daher, dass der Druck im Inneren des Bergs durch die eruptiven Episoden alleine nicht schnell genug abgebaut werden konnte und sich das Magma entlang der schon lange vorhandenen Schwächezonen in Richtung Nord-Süd ausdehnte. Dabei gelang es dem Magma anfangs an einigen Stellen der Bruchlinien die Oberfläche zu erreichen und gleichzeitig sorgte es für eine Ausdehnung der Schwächezone in Richtung West-Ost. Dies führte zur Entwicklung von Gräben und Spalten an der Erdoberfläche.
Nun steht die Magmasäule wohl wieder hoch im Berg, was sich zunächst durch Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters bemerkbar machte. Dieser Kollapsschlot befindet sich über der großen Fraktur und die Magmabewegungen im Inneren der Fraktur dürften die Ascheemissionen verursacht haben. Der neue kleine Kollapskrater in der Voragine hängt sicherlich ebenfalls mit der Fraktur zusammen. Diese hat sich vermutlich etwas ausgedehnt und damit den Kollaps verursacht. Gleichzeitig hat ein wenig Magma den Schlot auf dem Kraterboden der Voragine erreicht. Vermutlich ist der Druck im oberen Abschnitt des Bergs jedoch noch nicht groß genug um starke strombolianische Aktivität zu verursachen. Es reicht nur für kleine Explosionen die das glühende Material nicht bis auf Höhe des Kraterrands auswerfen, allerdings für Glutschein in der Nacht sorgen.
Die langperiodischen Signale, die alle paar Minuten auf den Seismogrammen erscheinen, lassen meiner Meinung darauf schließen, dass schubartig Magma in das Frakturensystem bzw. das Schlotsystem der Gipfelkrater injiziert wird. Somit dürfte der Druck im oberen Abschnitt des Bergs immer mehr ansteigen.
Wie geht es nun weiter? Es kann sein, dass sich die strombolianische Aktivität in der Voragine noch einige Tage oder gar Wochen hinzieht und sich langsam intensiviert. Allerdings kann sie sich auch jederzeit sehr schnell steigern und in einer heftigen eruptiven Episode münden. Sicherlich wird das früher oder später passieren. Ich rechne dann auch wieder mit der Bildung von neuen effusiven Schloten und Spalten entlang der großen Fraktur. Der südöstliche Abschnitt (entlang der Voragine bis zum alten Südostkrater), sowie die Nordflanke des Nordostkraters sind hier meiner Meinung nach besonders bevorzugt. Auch das Spaltensystem entlang der oberen Ostflanke des Ätna (unterhalb der Voragine) kann wieder aktiv werden. Am südöstlichen Ende der Fraktur, an der Ostflanke des Neuen Südostkraters, unterhalb des Kollapskraters könnten sich auch wieder effusive Schlote entwickeln. Ein weiterer Schwachpunkt stellt das kollabierte Gebiet zwischen Voragine und Nordostkrater da. Der Nordostkrater selbst ist dagegen blockiert und hier besteht die Gefahr, dass er durch einen Schloträumer explosiv befreit wird.
Wie auch immer, sicherlich wird sich die Morphologie des Gipfelbereichs weiter verändern.

  1. Facebook - Etna Web. 20016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR


08. August 2016

Strombolianische Aktivität in der Voragine!
Seit gestern Abend kommt es in der Voragine zu schwachen strombolianischen Explosionen. Die Gasemissionen aus diesem Gipfelkrater haben deutlich zugenommen, wogegen die Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters aufgehört haben. Tremor und seismische Aktivität blieben niedrig.

Am 06.08. schwächten sich die Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters wieder deutlich ab. Am 07.08. behinderten Wolken zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. Während den wolkenfreien Stunden konnte ich keine neuen Aschefreisetzungen mehr erkennen. Gegen 21:00 Uhr zeigte sich verstärkte Gasemission aus der Voragine und mit zunehmender Dunkelheit war fluktuierender Glutschein über der Voragine zu sehen, was auf kleine strombolianische Explosionen innerhalb des Gipfelkraters schließen lässt.
Über die auf dem Monte Cagliato stationierte Wärmebildkamera des INGV war während der Nacht bzw. den heutigen frühen Morgenstunden eine weitere Zunahme der Gasemissionen aus der Voragine erkennbar. Diese formte schon bald eine schmale Gassäule die vom Wind in südliche Richtung getrieben wurde. Nur sehr selten zeigten sich an der Basis dieser Gassäule ganz schwache thermische Anomalien. Die schwache strombolianische Aktivität illuminierte während der Nacht diese Gassäule, wobei immer wieder Wolken durchzogen und die Beobachtungen erschwerten. Heute Morgen zeigte sich nach Sonnenaufgang eine kräftige weiße Gassäule über der Voragine die vom Wind in südöstliche Richtung gebogen wurde. Schon bald zogen jedoch dichte Wolken auf die den ganzen Tag über die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams verhinderten.
Erst heute Abend lockerten die Wolken wieder auf und nach wie vor war eine Gassäule über der Voragine erkennbar. Mit zunehmender Dunkelheit war erneut schwaches Leuchten über der Voragine zu sehen, was für die Fortsetzung der strombolianischen Aktivität spricht.

Blick von Süden auf den Zentralkraterkegel des Ätna am gestrigen Abend. In der Bildmitte ist der Glutschein über der Voragine erkennbar. Rechts davon zeichnet sich ganz schwach der Südostkraterkomplex ab:
Strombolianische Aktivität in der Voragine
Foto vom 07.08.2016, 21:24 Uhr: Webcam 4 von Radio Studio 7

Am 06.08. nahm die Intensität der langperiodischen Signale auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) etwas zu. Sie traten etwa alle 10 bis 20 Minuten auf. Am 07.08. mischten sich auch einzelne Explosionssignale darunter. Heute zeigte sich ein ähnliches Bild, wobei die Amplitude der langperiodischen Signale noch etwas zunahm. Der Tremor hat sich seit dem 05.08. ganz leicht intensiviert, ist jedoch nach wie vor recht niedrig [1].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR


05. August 2016

Während der letzten Tage kam es erneut zu kleinen Ascheemissionen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Die seismische Aktivität ging allerdings wieder zurück und der Tremor blieb weiterhin niedrig.

Am frühen Morgen des 30. Juli zeigte die Monte Cagliato - Wärmebildkamera des INGV eine einzelne Aschefreisetzung aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Diese war auch mit einer leichten thermischen Anomalie verbunden, was auf die Emission von heißem Material hindeutet. Am Tag konnte ich dann keine weiteren Aschefreisetzungen mehr beobachten und auch an den Folgetagen blieben die sporadischen Aschefreisetzungen die sich an dem Schlot in der Vorwoche ereignet hatten aus. In der Nacht auf den 04.08. setzten dann an dem Kollapsschlot wieder neue Ascheemissionen ein. Diese intensivierten sich bis zum Morgen noch etwas und traten relativ häufig auf. Oft bildeten sich über der Ostflanke des Neuen Südostkraters kleine graue Aschepilze die vom Wind rasch nach Süden getrieben wurden. Die Aschefreisetzungen dauerten den ganzen Tag über an. Heute kam es zu weiteren Ascheemissionen, diese traten jedoch deutlich seltener auf.
An den übrigen Gipfelkratern kam es zu den üblichen Gasemissionen. Diese konzentrierten sich vor allem auf die Voragine, genauer auf den Bereich der Fraktur zwischen Voragine und Nordostkrater. Auch aus der Fraktur an der südöstlichen Flanke der Voragine wurde kräftig weißer Dampf bzw. Gas emittiert.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater blieben im Zeitraum vom 25.07. - 31.07. gegenüber der Vorwoche praktisch unverändert. Nur am 25. Juli wurde eine Emissionsrate von mehr als 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Auch die Emissionsrate von Chlorwasserstoff änderte sich im gleichen Zeitraum nicht [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in den vergangenen Tagen ein leichtes Rauschen. Häufig waren auch schwache langperiodische Signale erkennbar. Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf niedrigem Niveau [2].

Am 01.08. kam es am Monte Parmentelli (Südwestflanke) zu zwei Beben, wobei das stärkste eine Magnitude von 1.8 erreichte [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 25/07/2016 - 31/07/2016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2016. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


29. Juli 2016

In den vergangenen zwei Wochen verhielt sich der Ätna zunehmend unruhig. Die seismische Aktivität nahm noch etwas zu und es kam zu sporadischen Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Der Tremor hielt sich allerdings auf niedrigem Niveau.

Auch in den letzten 14 Tagen kam es am Ätna zu den üblichen Gasemissionen. Diese waren am Nordostkrater, genauer im Übergangsbereich zur Voragine, wieder am stärksten. Auch aus der Fraktur an der südöstlichen Flanke der Voragine wurde weiterhin Gas und Dampf emittiert. An der Bocca Nuova war nur schwache, diffuse Gasfreisetzung zu sehen. Ab dem 19. Juli wirkten die Gasfreisetzungen aus dem Neuen Südostkrater etwas intensiver als in den Vorwochen. Am 20. Juli kam es zu kleinen sporadischen Emissionen von bräunlicher Asche aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters. Diese setzten sich am 21. Juli fort und wurden noch etwas häufiger. An den nachfolgenden Tagen konnte ich zunächst keine weiteren Aschefreisetzungen mehr beobachten. Am 27. Juli waren dann wieder sporadische und sehr schwache Ascheemissionen aus dem Kollapskrater erkennbar. Am 28. Juli verstärkten sie sich und gelegentlich zeigten sich kleine braune Aschepilze die vom Wind rasch in südliche Richtung verfrachtet worden. Auch heute kam es am Kollapskrater zu weiteren kleinen Aschefreisetzungen.

Dieses Webcam-Foto entstand gestern Morgen und zeigt eine der Aschefreisetzungen aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters (am linken oberen Bildrand). Die pilzförmige bräunliche Aschewolke steigt wenige hundert Meter hoch auf bevor sie vom Wind nach Süden getrieben wird:
Pilzförmige Emission von brauner Asche aus Kollapskrater
Foto vom 28.07.2016, 08:33 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Am 14. Juli wurden die Gipfelkrater von INGV-Personal mittels Helikopter untersucht. Hier eine Zusammenfassung des Berichts:
Im Vergleich zu den Untersuchungen im Mai und Juni, hat sich die große Fraktur die die Gipfelkrater von Nord nach Süd durchzieht, noch etwas vertieft. Insgesamt ist diese Fraktur ca. 1300 m lang und bis zu 400 m breit. Sie zieht sich von der Nordflanke des Nordostkraters nach Süden, durchtrennt den Zentralkrater und biegt am Südostkrater in Richtung Nordwest - Südost zum Neuen Südostkrater hin ab. Diesen durchzieht sie nahezu vollständig. In den vergangenen Wochen verstärkte sich die Ausdehnung der Fraktur in orthogonaler Richtung (West - Ost). Hiervon war insbesondere der östliche Abschnitt der Gipfelkrater betroffen.
Das Frakturenfeld wird im Osten von einem Graben begrenzt der eine Breite von bis zu mehreren zig Metern aufweist. Dieser hatte den Kollaps der Südflanke des Nordostkraters bewirkt, wodurch die Morphologie dieses Gipfelkraters nachhaltig verändert wurde. In den letzten Wochen hat sich der Graben kaum vertieft, allerdings bewirkten kleinere Hangrutschungen eine weitere Vergrößerung des kollabierten Bereichs. Der gesamte Graben weist zahlreiche Fumarolen auf.
Der Nordostkrater ist nach wie vor nahezu vollständig von Schutt aus den Hangrutschungen blockiert. Nur in der Nähe seiner südlichen Kraterwand setzt eine Öffnung kräftig weißen Dampf frei.
Im zentralen Abschnitt des Frakturenfelds zieht sich der Graben entlang des östlichen Rands der Voragine und dann weiter nach Süden bis zum Sattel zwischen Südostkrater und Bocca Nuova.
In der Voragine hat sich die Umgebung des im Mai aktiven Schlots zuletzt nur noch wenig gesetzt. Hier zeigen sich weiterhin ringförmige Frakturen die den Schlot umlaufen und lebhafte Fumarolenaktivität aufweisen. Der Schlot selbst setzt nur wenig Gas frei.
Die Bocca Nuova ist von den eruptiven Produkten der Mai-Eruption völlig blockiert. Hier hat sich die Subsidenz weiterhin fortgesetzt.
Insgesamt hat sich die Ausbildung der Fraktur stabilisiert und zuletzt kam es nur noch zu lokaler Subsidenz. Dennoch ist Vorsicht geboten, da weitere Kollapsereignisse an der Voragine und entlang der Fraktur auftreten können. Besondere Vorsicht gilt am Nordostkrater und am Neuen Südostkrater, denn der Schlot des Nordostkraters ist blockiert und der Neue Südostkrater zeigt Zeichen einer langsamen Reaktivierung [1].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 11.07. - 17.07. im Vergleich zur Vorwoche etwas an. Die Spitzenemissionsraten lagen bei 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Am 14.07. wurde eine Emissionsrate von mehr als 7.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag registriert. Im gleichen Zeitraum blieb die Emissionsrate von Chlorwasserstoff gegenüber früheren Messungen unverändert [1]. Im Zeitraum vom 18.07. - 24.07. waren die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater vergleichbar mit der Vorwoche. Sie lagen stets unterhalb von 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Auch bei den Emissionsraten von Chlorwasserstoff gab es praktisch keine Veränderungen [2].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren in den vergangenen 14 Tagen von leichtem Rauschen dominiert. Gelegentlich waren auch schwache Explosionssignale erkennbar. Zuletzt nahm das Rauschen etwas ab und es zeigten sich vermehrt langperiodische Signale. Ihre Intensität nahm in den vergangenen beiden Tagen zu. Der Tremor schwankte in den letzten zwei Wochen auf niedrigem Niveau [3].

Am 16.07. kam es im Gebiet der Grotta del Gelo (Nordflanke) zu einem Beben der Stärke 2.0. Am 19.07. ereignete sich im Raum östlich des Monte Collabasso (Nordflanke) eine kleine Erdbebenserie. Das stärkste der recht schwachen Beben erreichte dabei ein Magnitude von 1.7. Am 20.07. wurde bei San Giovanni Bosco (Ostflanke) ein Beben der Stärke 2.5 registriert. Am gleichen Tag kam es bei Maletto (Nordwestflanke) zu zwei Beben wobei das stärkste eine Magnitude von 2.0 erreichte. Am 21.07. wurde bei Ragalna (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 22.07. ereigneten sich im Raum Zafferana - Santa Venerina (Ostflanke) mehrere schwache Beben, wobei das stärkste eine Magnitude von 1.8 erreichte. Am 24.07. kam es im Gebiet südöstlich von Contrada Feliciosa (Südwestflanke) zu zwei Beben mit Magnituden von 1.8 bzw. 2.0 [4].
  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 11/07/2016 - 17/07/2016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 18/07/2016 - 24/07/2016
  3. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  4. INGV-Sezione di Catania. 2016. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


15. Juli 2016

Während der vergangenen beiden Wochen gingen Tremor und Gasemissionen des Ätna wieder zurück. Lediglich die seismische Aktivität war etwas erhöht und konzentrierte sich auf die Nordost- bis Ostflanke.

In den letzten 14 Tagen konzentrierten sich die Gasemissionen der Gipfelkrater des Ätna weiterhin auf den Nordostkrater. Dort traten sie meist pulsartig auf. Aus der Voragine wurde insbesondere im Übergangsbereich zum Nordostkrater anhaltend Gas emittiert. Auch aus der Fraktur an der Südostflanke der Voragine wurden weiterhin Gas und weißer Dampf freigesetzt. An Bocca Nuova und dem Südostkraterkomplex waren die Gasemissionen dagegen relativ gering. Am 14.07. konnte ich am Kollapskrater des Neuen Südostkraters sporadische und schwache Emissionen von Gas, das mit bräunlicher Asche durchsetzt war, erkennen. Auch aus dem Nordostkrater waren die Gasemissionen gestern zeitweise mit etwas bräunlicher Asche vermischt. Heute verhinderten Wolken praktisch den ganzen Tag über den Blick mittels Webcams auf die Ostflanke des Ätna.

Dieses Webcam-Foto vom Morgen des 14. Juli zeigt ganz links einen Teil des Neuen Südostkraters. Hier kommt es an seinem Kollapskrater zur Freisetzung von Gas, das mit geringen Mengen bräunlicher Asche durchsetzt ist. Rechts davon kann man die weißen Dampfwolken aus der Fraktur an der südöstlichen Flanke der Voragine erkennen. In der Bildmitte der Nordostkrater dessen Gasemissionen ebenfalls mit etwas Asche vermischt sind:
Schwache Emission von brauner Asche aus Kollapskrater und Nordostkrater
Foto vom 14.07.2016, 08:57 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 27.06. - 03.07. im Vergleich zur Vorwoche deutlich an. Die Spitzenemissionsraten lagen stets über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Am 17.06. und 30.06. wurden Emissionsraten von mehr als 7.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag registriert. Im gleichen Zeitraum stieg die Emissionsrate von Chlorwasserstoff im Vergleich mit früheren Messungen leicht an [1]. Vom 04. bis 10.07. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater wieder kräftig zurück. Die Emissionsraten erreichten lediglich am 05.07. Werte von bis zu 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [2].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren bis zum 05. Juli durch Rauschen überlagert das von leicht erhöhtem Tremor verursacht wurde. Am 02. Juli war zwischen 14:37 Uhr und 15:40 Uhr eine Serie aus relativ starken langperiodischen Signalen erkennbar; eine ähnliche Serie ereignete sich dann noch einmal am 04. Juli zwischen 10:18 Uhr und 10:26 Uhr. Ab dem 06. Juli ging das Rauschen immer weiter zurück und alle zwei bis drei Minuten zeigten sich schwache langperiodische Signale, gelegentlich auch Explosionssignale. Ab dem 07. Juli traten die langperiodischen Signale seltener auf und wurden etwas schwächer. Heute war auf dem Online-Seismogramm der Station ECNE dann erneut eine Serie kräftiger langperiodischer Signale zu sehen. Sie traten zwischen 09:53 Uhr und 10:08 Uhr auf. Anschließend nahm das Rauschen wieder kontinuierlich zu.
Der Tremor ging bis zum 07.07. langsam, jedoch kontinuierlich zurück und erreichte sehr niedriges Niveau. Dieses hielt er bis heute bei. Im Tagesverlauf zeigte der Tremor dann einen deutlich steigenden Trend [3].

Am 01.07. kam es am Monte Scorsone (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 04.07. wurde südwestlich von Linguaglossa (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.8 registriert. Am 06.07. ereignete sich im Gebiet nördlich von Vena (Nordostflanke) eine kleine Erdbebenserie. Das stärkste der relativ schwachen Beben erreichte eine Magnitude von 2.3. Die Hypozentren befanden sich dabei in sehr geringer Tiefe (maximal 3 Km). Am 09.07. wurde am Monte Scorsone ein Beben der Stärke 1.5 verzeichnet [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 27/06/2016 - 03/07/2016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 04/07/2016 - 10/07/2016
  3. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  4. INGV-Sezione di Catania. 2016. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


01. Juli 2016

In den letzten beiden Wochen blieb der Ätna weiterhin ruhig. Allerdings nahm der Tremor etwas zu. Die Gasemissionen der Gipfelkrater sind nach einem Anstieg Mitte Juni, inzwischen wieder etwas zurück gegangen.

Wolken verhinderten in den vergangenen 14 Tagen zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. An den wolkenfreien Tagen konnte ich die üblichen Gasemissionen beobachten. Diese konzentrierten sich auf den Nordostkrater und auf die Fraktur an der südöstlichen Flanke der Voragine. In den letzten beiden Tagen nahmen die Gasemissionen an Voragine und Nordostkrater etwas zu und wirkten pulsartig verstärkt. An den übrigen Gipfelkratern waren die Gasfreisetzungen relativ schwach.

Bei einer Inspektion der Gipfelkrater durch INGV-Personal am 16. Juni wurden auf dem mit Lava gefüllten Kraterboden von Bocca Nuova/Voragine weitere Kollapsfrakturen beobachtet. Mittels einer Wärmebildkamera konnten an diesen Frakturen Temperaturen von bis zu 300°C gemessen werden [1].

Am 23.06. und 26.06. fanden weitere Inspektionen des INGV an den Gipfelkratern statt. Hierbei wurden folgende Beobachtungen gemacht:
An der südlichen Flanke des Nordostkraters zeigen sich breite Spalten die bis in die Voragine reichen. Aus den Spalten entweicht große Hitze und Gas das viel Schwefeldioxid enthält. Es wird auch dichter weißer Dampf emittiert. Durch den Nordostkrater zieht sich eine linienförmige Kette aus Fumarolen die an der nördlichen Kraterwand endet. An der inneren südlichen Kraterwand, unterhalb des kollabierten Sattels der die Voragine vom Nordostkrater trennt, befindet sich ein kleiner Kollapskrater. Auch hier wird weißer Dampf sowie heißes Gas emittiert. Explosionen konnten während den Besuchen nicht wahrgenommen werden. An den übrigen Gipfelkratern wurde diffus Gas aus Fumarolen entlang der Kraterränder emittiert [2].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 13.06. - 19.06. im Vergleich zur Vorwoche deutlich an. Mehrmals wurden Spitzenemissionsraten von über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Am 17.06. waren es mehr als 8.500 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum ging die Emissionsrate von Chlorwasserstoff im Vergleich mit früheren Messungen zurück [1].
Vom 20.06. bis 26.06. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater wieder etwas zurück. Mehrmals wurden mehr als 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag registriert. Am 24.06. wurde eine Emissionsrate von 7.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen [2].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) war zunächst weiterhin ein schwaches Rauschen erkennbar das phasenweise auch etwas verstärkt auftrat und von leicht erhöhtem Tremor verursacht wurde. Ab dem 19.06. waren auch gelegentlich schwache Explosionssignale zu sehen. Ab dem 26.06. nahm das Rauschen immer mehr zu und überlagerte die Explosionssignale. Der mittlere Tremor schwankte bis zum 23.06. auf niedrigem Niveau. Dann begann er langsam, aber kontinuierlich zu steigen und stabilisierte sich am 28. Juni auf leicht erhöhtem Niveau [3].

Am 18.06. kam es im Raum Piano Pernicana (Nordostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 20.06. wurde bei Zafferana (Ostflanke) ein Beben der Stärke 2.2 gemessen. Am gleichen Tag kam es nordwestlich von Mascali (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 22.06. wurde am Monte Arcimis (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.5 verzeichnet [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 13/06/2016 - 19/06/2016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 20/06/2016 - 26/06/2016
  3. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  4. INGV-Sezione di Catania. 2016. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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