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Ätna Update (06.06. - 18.07.2014)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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18. Juli 2014

Die Eruption an der oberen Ostflanke des Ätna setzte sich in der vergangenen Woche fort. Dabei wurden mehrfach kurze, sich teilweise überlappende Lavaströme emittiert die nicht weiter als in die Talsohle des Valle del Leone voran kamen. Der Tremor unterlag in den letzten Tagen sehr starken Schwankungen und bewegte sich auf mittlerem Niveau.

Am Morgen des 13.07. war der Lavastrom, der aus dem Schlackenkegel an der oberen Ostflanke des Ätna gespeist wurde, noch aktiv und bewegte sich entlang des südlichen Rands des bisher entstandenen Lavafelds. Seine Front stagnierte jedoch auf der Talsohle des Valle del Leone (ca. 2600 m Höhe). Bald zogen dichte Wolken auf und behinderten die Beobachtungen mittels der Monte Cagliato - Webcam des INGV-OE bis zum späten Abend. Während der frühen Morgenstunden des 14.07. zeigte sich der Lavastrom dann jedoch inaktiv und am abkühlen. Inzwischen hatte sich jedoch ein neuer Lavastrom entwickelt. Dieser bewegte sich entlang des nördlichen Rands des bisherigen Lavafelds nach Nordosten. Seine Front stagnierte am Abend des 14.07. innerhalb des Valle del Leone. Am 15.07. schlug die Front des Lavastroms einen mehr nördlichen Kurs ein und floss auf der Talsohle des Valle del Leone parallel zum Rand des steilen westlichen Hangs des Valle del Bove. Am 16.07. stagnierte die Front und dehnte sich allmählich auf der Talsohle des Valle del Leone lateral aus. Am Vormittag des 17.07. wurde der gesamte Lavastrom inaktiv und begann sich abzukühlen. Gleichzeitig setzte sich am effusiven Schlot ein neuer Lavastrom in Bewegung der etwas südlich vom bislang aktiven Strom langsam dem Hang hinab floss. Gestern Abend erreichte er dann die Talsohle des Valle del Leone. Heute war der Lavastrom mal mehr und mal weniger aktiv, zog sich jedoch insgesamt etwas zurück und seine Front bewegte sich weiterhin im Valle del Leone.
Auf verschiedenen Fotos die in den vergangenen Tagen im Internet veröffentlicht wurden, kann man erkennen, dass sich an beiden Schlackenkegeln  an der oberen Ostflanke des Ätna, nach wie vor strombolianische Explosionen ereignen. Die Kegel haben offenbar weiter an Höhe und Durchmesser zugelegt.
An den Gipfelkratern kam es in der vergangenen Woche zu den üblichen Gasemissionen. Diese waren am Nordostkrater am stärksten und pulsartig. Aus der Voragine wurde anhaltend Gas emittiert und an der Bocca Nuova konzentrierten sich die meist anhaltenden Gasfreisetzungen auf ihren nordwestlichen Schlot.

Diese Bildsequenz aus Fotos der Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) dokumentiert die Entwicklung der verschiedenen Lavaströme:
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a) 13.07.14, 06:06 Uhr: Noch ist der Lavastrom der dem südlichen Rand des Lavafelds entlang fließt aktiv.
b) 14.07.14, 06:39 Uhr: Ein neuer Lavastrom ist am nördlichen Rand des Lavafelds unterwegs.
c) 16.07.14, 07:15 Uhr: Der neue Lavastrom breitet sich auf der Talsohle des Valle del Leone aus.
d) 17.07.14, 23:15 Uhr: Wieder ist ein neuer Lavastrom unterwegs der das Valle del Leone erreicht.

Dieses Webcam-Foto von vorgestern Morgen zeigt rechts die strombolianische Aktivität an den beiden Schlackenkegeln. Rechts unterhalb davon kann man ein kleines Stück des Lavastroms erkennen. Im Hintergrund der dampfende Nordostkrater:
Strombolianische Explosionen und Lavastrom von Milo aus
Foto vom 16.07.2014, 05:18 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 07.07. - 13.07. vergleichbar bzw. etwas niedriger als die der Vorwoche. Im Verlauf der Woche bewegten sich die Messwerte auf einem niedrigen mittleren Niveau und nur am 11.07. und 13.07. überschritten die Spitzenemissionsraten 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. Die Chlorwasserstoffemissionen waren im gleichen Zeitraum etwas niedriger als in der Vorwoche [1].

Während der vergangenen Tage bewegte sich der Tremor insgesamt auf mittlerem Niveau, unterlag dabei jedoch Schwankungen. Seit dem 16.07. sind diese Schwankungen sehr stark. Der Tremor fluktuierte dabei mehrmals zwischen niedrigem und überdurchschnittlich hohem Niveau [2]. Wie das INGV berichtet lag die Quelle des Tremors in der vergangenen Woche an der östlichen Basis des Nordostkraterkegels, bzw. an der oberen nordwestlichen Wand des Valle del Bove auf einer Höhe von 2800 - 3000 m, also in dem Gebiet in dem auch die Eruption begann [1].

Am 11.07. und 12.07. kam es im Raum Tarderia - Pedara (Südostflanke) zu einer kleinen seismischen Kriese. Dabei ereigneten sich mehrere Erdstöße in einer Tiefe zwischen 3 und 8 Kilometern. Die Erschütterungen erreichten dabei Magnituden von bis zu 2.5. Am 17.07. kam es im Raum Monte Scorsone - Monte Zoccolaro (Ostflanke) zu einigen schwachen Beben, wobei das stärkste eine Magnitude von 1.6 erreichte [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 07/07/2014 - 13/07/2014
  2. INGV-Sezione di Catania. 2014. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN
  3. INGV-Sezione di Catania. 2014. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


12. Juli 2014

Eine Woche nach ihrem Beginn, dauert die Eruption an der oberen Ostflanke weiter an. Der Hornito hat sich in einen hufeisenförmigen Schlackenkegel verwandelt und am explosiven Schlot überwiegt nun moderate strombolianische Aktivität.
Der nördliche Lavastrom ist zum Stillstand gekommen, dafür ist jetzt ein neuer südlicher Strom aktiv. Der Tremor blieb unverändert.

Bevor mein Aufenthalt am Ätna nun wieder zu Ende geht, konnte ich heute einen letzten Blick auf die Eruption an der oberen Ostflanke des Bergs werfen. Hier meine Beobachtungen:
Um den explosiven Schlot ist ein flacher pyroklastischer Kegel gewachsen. Er ist breiter als gestern, aber kaum höher. An dem Schlot ist die explosive Aktivität etwas zurückgegangen und stärkere Detonationen ereignen sich nur noch alle paar Minuten. Dabei werden weiterhin mit lautem Knall große Lavafetzen in die Umgebung geschleudert. Allerdings kommt es praktisch kontinuierlich zu leichteren strombolianischen Explosionen die glühendes pyroklastisches Material einige zig Meter weit auswerfen. Es ist auch noch ein recht kurzer Lavastrom aktiv der vermutlich vom explosiven Schlot genährt wird. Dieser entspringt am nördlichen Rand des Schlackenkegels bzw. südlichen Rand des explosiven Schlots und fließt in einem flachen Kanal nach Osten, wo er am Rande des an den Vortagen aktiven Lavafelds zum Stillstand kommt.
Der Hornito hat inzwischen wieder eher die Gestalt eines hufeisenförmigen Schlackenkegels angenommen, wobei der höchste Punkt dieses Kegels sein nördlicher Rand bildet. Der Kegel ist nach Südosten hin offen und nun deutlich breiter als der ursprüngliche Hornito. Er entlässt einen Lavastrom in südöstliche Richtung der bald nach Osten, dann Nordosten abbiegt und entlang des südlichen Rands des bisherigen Lavafelds in Richtung Valle del Leone fließt.  An dem Schlackenkegel kommt es zu anhaltenden, meist moderaten strombolianischen Explosionen, sowie zu ständigem Schlackenwurf.
Wie Aufnahmen der Monte Cagliato - Wärmebildkamera des INGV-OE zeigen, kam es gestern zu einer Änderung am Verlauf des Hauptlavastroms. Der nördliche Strom, der am 08. Juli entstand und parallel zum ersten Lavastrom nach Nordosten floss, wurde gestern inaktiv. Dafür begann ein neuer Strom entlang des südlichen Rands des Lavafelds zu fließen (wie bereits gestern von mir vor Ort beobachtet) und bewegte sich nach Nordost bis in das Valle del Leone. Heute Abend stagniert seine Front am oberen Rand des steilen westlichen Hangs vom Valle del Bove.

Auf diesem Foto erkennt man die beiden Schlackenkegel. Unten der flache, der sich um den explosiven Schlot gebildet hat und oberhalb davon der ehemalige Hornito, der sich nun in einen hufeisenförmigen Kegel verwandelt hat. An beiden Kegeln kommt es zu strombolianischen Explosionen und Schlackewurf:
Die beiden Schlackenkegel die aus explosivem Schlot und Hornito hervorgegangen sind
12.07.2014 12:25 Uhr

Dieses Foto zeigt die beiden Lavaströme die zurzeit aktiv sind. In der mittleren linken Bildhälfte der kurze Strom der zwischen den beiden Kegeln entspringt. Oberhalb davon das inaktive Lavafeld und ganz oben am Rand des Lavafelds der neue Lavastrom:
Die beiden aktiven Lavaströme
12.07.2014 12:40 Uhr

Nach weiterem leichtem Anstieg in der vergangenen Nacht, ist der Tremor heute nicht weiter gestiegen und blieb insgesamt weitgehend unverändert auf mittlerem Niveau, unterlag jedoch kleineren Schwankungen [1].

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11. Juli 2014

Die eruptive Aktivität an der oberen Ostflanke des Ätna hat sich heute etwas verstärkt. Um den explosiven Schlot ist ein flacher Schlackenkegel gewachsen. Starke Detonationen schleudern dort große Lavafetzen zig Meter weit und am Hornito kommt es zu verstärktem Schlackenwurf. Der Tremor ist heute gestiegen.

Heute gelang es mir trotz Wolken  und etwas Regen die Eruptionsstelle an der oberen Ostflanke des Ätna zu erreichen. Dort zeigt sich nun folgendes Bild: Um den kleinen explosiven Schlot, der in den vergangenen Tagen in unregelmäßigen Abständen kräftige Detonationen generierte und dabei glühende Lavafetzen auswarf, ist ein niedriger Schlackenkegel gewachsen. Er erreicht nicht ganz die Höhe des ersten Schlackenkegels bzw. Hornitos, ist dafür aber etwas breiter. Die Explosionen treten nun häufiger auf und es wird deutlicher mehr Lava ausgeworfen. Meistens ereignen sich Serien von mehreren Explosionen hintereinander, wobei Magmablasen mit lautem Knall platzen und die dabei generierten glühenden Fragmente (einige sind über einen Meter groß) einige zig Meter weit geschleudert werden; einzelne kleinere Fragmente fliegen dabei teilweise sogar mind. 100 m hoch. Aus dem Schlackenkegel wird ein sehr kleiner und kurzer Lavastrom gefördert der parallel zum Hauptstrom nach Osten fließt.
Der erste Schlackenkegel (Hornito) hat seine Form verändert. Er wirkt nicht mehr so steil und seine Spitze ist flacher. Er scheint nun auf seiner Süd-/Südostseite auch bis zur Spitze aufgerissen zu sein und gleicht eher einer Rampe. Aus seinem oberen Abschnitt werden praktisch ständig, begleitet von lautem Fauchen und Schnaufen, kleinere Lavafragmente einige zig Meter hoch ausgeworfen (Spattering); manchmal ereignen sich auch etwas stärkere Explosionen. Aus diesem Hornito wird weiterhin ein Lavastrom gefördert der nach Ost/Nordost in das Valle del Leone fließt. Offenbar hat dieser Lavastrom heute wieder einen leicht veränderten Kurs eingeschlagen, denn der nördliche und gestern noch aktive Strom zeigte sich heute, zumindest in seinem obersten Abschnitt inaktiv.
Leider drückte der Wind das Gas aus dem Nordostkrater immer wieder auf das Gebiet in dem die Eruption stattfindet. Zusammen mit aufsteigendem Nebel aus dem Valle del Bove und dem Gas der Eruptionen entstand dichter Dunst der die Beobachtungen häufig erschwerte. Wegen dem schlechten Wetter konnte ich auch nicht feststellen, ob die Front des Lavastroms im Laufe des heutigen Tages den steilen westlichen Hang des Valle del Bove erreicht hat. Während der vergangenen Nacht stagnierte sie immer noch im Valle del Leone.
An den übrigen Gipfelkratern wird weiterhin viel Gas emittiert; besonders am Nordostkrater ist die Gasemission intensiv und pulsartig. Am Neuen Südostkrater konnte ich auch heute keine eruptive Aktivität beobachten.

Hier noch einige Fotos/Videos die ich heute machen konnte:
Pulsartige Gasemission am Nordostkrater
11.07.2014 12:37 Uhr
Auf dem Weg zum Eruptionsort, fotografiert am Pizzi Deneri. Der Nordostkrater setzt intensiv und pulsartig Gas frei.
Hornito und Schlackenkegel
11.07.2014 15:15 Uhr
Nördlich des Eruptionsortes an der östlichen Basis des Nordostkraters. Links der Hornito, der zuerst entstanden war. Seine Form hat sich gegenüber meinem letzten Besuch verändert. Rechts der flache Schlackenkegel um den explosiven Schlot der nun viel mehr Lava freisetzt.
Die Lavaströme
11.07.2014 15:17 Uhr
Gasfahnen (linke Bildhälfte) markieren den Verlauf des Lavastroms, der jetzt wieder südlicher verläuft. Unterhalb davon kann man eine weitere kleine Gasfahne erkennen. Sie gehört zum kurzen und sehr kleinen Lavastrom aus dem explosiven Schlot.
Spattering am Hornito
11.07.2014 13:41 Uhr
Dieses Foto zeigt das kräftige Spattering (Auswurf glutflüssiger Schlacke) an dem Hornito das praktisch kontinuierlich erfolgt.
Explosionen am Schlackenkegel und Spattering am Hornito
11.07.2014 15:15 Uhr
Während es am Hornito zu anhaltendem Spattering kommt, generiert der explosive Schlot eine Serie von Explosionen. Dabei platzen mit großem Knall Magmablasen und schleudern große Lavafetzen einige zig Meter durch die Gegend.
Platzen der Magmablasen aus Video
11.07.2014 13:53 Uhr
14.5 MB, 29 s
Dieses Video zeigt viel besser als jedes Foto das Platzen der Magmablasen im explosiven Schlot.
Platzen der Magmablasen aus Video
11.07.2014 15:10 Uhr
30.6 MB, 1.02 min
Auf diesem beeindruckenden Video kann man beide Schlote in Aktion sehen.

Inzwischen gibt es auch vom INGV einige Fakten zur aktuellen Eruption. Hier das wichtigste aus dem Bericht:
Die Eruption begann während den frühen Nachmittagsstunden des 05. Juli 2014. Die Länge der eruptiven Spalte betrug während Beobachtungen in der Nacht auf den 06. Juli wenige zig Meter. Sie wurde auf einer Höhe von 3010 - 3025 m lokalisiert. Es kam dort zum Auswurf von flüssiger Lava (Spattering) und die Länge des Lavastroms betrug 100 m. An den nachfolgenden Tagen verstärkte sich die explosive Aktivität an den beiden aktiven Schloten, begleitet von langsam steigendem vulkanischem Tremor. Es wurden zwei Lavaströme gefördert, wobei der längste eine Strecke von 1,5 Kilometern zurückgelegt hat [1].

Heute hat der Tremor wieder leicht zugenommen, ist aber noch moderat [2].

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 30.06. - 06.07. höher als in der Vorwoche. So wurden am 04.07. Spitzenemissionsraten von bis zu 8.400 Tonnen SO2 pro Tag gemessen. Am 06.07. waren es 7.500 Tonnen SO2 pro Tag. Im gleichen Zeitraum nahmen auch die Messwerte für Chlor- bzw. Fluorwasserstoff gegenüber den letzten Untersuchungen zu [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. AGGIORNAMENTO ETNA, 11 LUGLIO 2014, ORE 11:00 GMT
  2. INGV-Sezione di Catania. 2014. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN
  3. INGV-Sezione di Catania. 2014. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 30/06/2014 - 06/07/2014


10. Juli 2014

Während sich die Gipfelkrater des Ätna weiterhin ruhig verhalten, setzte sich die Eruption an seiner oberen Ostflanke fort. Der neue Lavastrom, der vorgestern auftauchte, erreichte gestern das Valle del Leone. Der Tremor stagniert.

Gestern und heute verhinderten starker Wind, aufziehende Wolken, sowie Gas aus den Gipfelkratern die direkte Beobachtung der eruptiven Aktivität an der oberen Ostflanke des Ätna.
Allerdings konnte ich meist über die Wärmebildkamera des INGV-OE auf dem Monte Cagliato die Veränderungen an den Lavaströmen verfolgen. Der neue Lavastrom, der am 08.07. auftauchte und dessen Front bis zum Abend des gleichen Tags die Front des bisherigen Lavastroms eingeholt hatte, beschleunigte sich am 09.07. und erreichte am späten Abend dieses Tages den Talboden des Valle del Leone. Heute kam er nur noch langsam voran. Der bisherige Strom stagniert bzw. befindet sich auf dem Rückzug.
Die Gipfelkrater verhalten sich weiterhin ruhig, setzen aber nach wie vor viel Gas frei. Insbesondere aus dem Nordostkrater wird intensiv und häufig pulsartig verstärkt Gas emittiert. Obwohl ich gestern den Neuen Südostkrater über mehrere Stunden beobachtete, konnte ich dort keine neuen Asche- bzw. Gasemissionen feststellen.

Diese Bildsequenz aus Fotos der Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) dokumentiert das Fortschreiten des neuen Lavastroms:
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a) 09.07.14, 10:09 Uhr: Die Front des neuen (nördlichen) Lavastroms hat die des alten überholt und ist aktiver.
b) 10.07.14, 01:00 Uhr: Die Front des neuen Lavastroms ist nun schon deutlich länger und hat das Valle del Leone erreicht.
c) 10.07.14, 06:09 Uhr: Der neue Lavastrom ist kaum noch vorangekommen, aber weiterhin aktiv.
d) 10.07.14, 18:09 Uhr: Während der neue Lavastrom allmählich zum Rand des Valle del Bove voran kommt, ist der alte inaktiv.

Der Tremor hat sich gestern kaum noch verstärkt. Heute stieg er zunächst noch etwas an, ging dann aber schnell zurück, um später wieder auf das Niveau von heute Morgen zu steigen [1].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN


08. Juli 2014

Heute tauchte an der oberen Ostflanke des Ätna ein neuer Teilstrom auf. Er bewegt sich parallel zum bisherigen Strom in Richtung Valle del Leone. Der Tremor unterliegt weiterhin einem leicht steigenden Trend.

Stürmischer Wind und der davon aufgewirbelte Staub beeinträchtigten heute die Beobachtung der eruptiven Aktivität an der oberen Ostflanke des Ätna. Fotos der Monte Cagliato Webcam des INGV-OE zeigten in der vergangenen Nacht ein nur sehr langsames Vorankommen des Lavastroms aus dem effusiven Schlot. Der Strom schlug weiterhin einen nordöstlichen Kurs in Richtung Valle del Leone ein. Nach 04:00 Uhr verstärkte sich die vom Lavastrom verursachte thermische Anomalie auf den Webcam-Fotos plötzlich und nachfolgend erschien ein neuer Lavastrom. Dieser bewegte sich nördlich vom bisherigen Strom in nördliche Richtung, schlug später aber ebenfalls einen nordöstlichen Kurs ein. Heute Abend zeigte die Wärmebildkamera, dass beide Ströme parallel zu einander langsam in Richtung Valle del Leone flossen, wobei beide Fronten in etwa gleich weit voran gekommen waren.
Der explosive Schlot generierte auch heute laute Detonationsgeräusche die an der Ostflanke des Ätna, so z.B. in Fornazzo noch gut hörbar waren. Die Detonationen traten weiterhin in unregelmäßigen Abständen auf. Meist lagen eins bis drei Minuten zwischen den Ereignissen.

Diese Bildsequenz aus Fotos der Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) dokumentiert die Entwicklung des zweiten Lavastroms:
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a) 04:42 Uhr: Die vom Lavastrom verursachte thermische Anomalie wird stärker.
b) 06:42 Uhr: Ein kleiner Teilstrom zweigt sich im oberen Drittel des Hauptlavastroms ab.
c) 11:42 Uhr: Der Teilstrom bewegt sich parallel zum bisherigen Lavastrom nach Nordosten.
d) 20:33 Uhr: Die Fronten beider Lavaströme sind etwa gleich weit voran gekommen.

Der Tremor unterliegt weiterhin einem leicht steigenden Trend, bewegt sich aber auf niedrigem Niveau [1].
  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN


07. Juli 2014

Die Eruption an der oberen Ostflanke des Ätna hat sich heute fortgesetzt. Während der Schlackenkegel die Form eines Hornitos angenommen hat, ist ein zweiter Schlot aufgetaucht der unregelmäßigen Abständen explosiven Schlackenwurf generiert. Der Lavastrom kommt nur langsam voran und bewegt sich in nordöstliche Richtung.

Während der vergangenen Nacht und heute zeigte die Monte Cagliato - Wärmebildkamera des INGV-OE ein langsames Vorankommen des Lavastroms der seit dem 05.07. an der östlichen Basis des Nordostkraters freigesetzt wird. Der Lavastrom bewegt sich in nordöstliche Richtung auf das Valle del Leone zu.
Heute befand ich mich wieder in der Nähe der Ausbruchsstelle und konnte folgende Beobachtungen machen:
Der Ort der Eruption liegt genau an der Stelle, an der die 2008/09-Eruption am 13.05.2008 ihren Anfang nahm. Der Schlackenkegel befindet sich knapp nördlich einer breiten Spalte auf ca. 3050 m hohem Gelände und liegt somit an der östlichen Basis des Nordostkraters bzw. an der nordwestlichen Basis des Neuen Südostkraters.
Mittlerweile hat sich der kleine Schlackenkegel, der um den eruptiven Schlot entstanden ist, zu einem richtigen Hornito entwickelt. Seine Höhe beträgt vielleicht 10 m, mit steilen Flanken und einer Öffnung an der Spitze. Er setzt anhaltend Gas frei und wirft ständig kleine Lavafetzen mit schnaufendem Geräusch aus, manchmal sind diese Emissionen auch stärker und dann fliegt die rot glühende Schlacke wenige zig Meter hoch. Der Kegel ist weiterhin nach Südosten hin offen und entlässt einen Lavastrom. Dieser fließt in einem Kanal zunächst nach Osten, später Nordosten. Ein sehr kurzer, zunächst nach Südosten gerichteter Lavastrom, ist inaktiv und wurde offenbar zu Beginn der Eruption emittiert.
Wenige Meter nordwestlich des Schlackenkegel befindet sich ein weiterer, vermutlich relativ neuer Schlot. An ihm ereignen sich in unregelmäßigen Abständen Explosionen. Meist liegen zwischen den Explosionen, die häufig in Serien von 3 - 5 Ereignissen auftreten, einige zig Sekunden oder wenige Minuten. Bei den Explosionen werden rot glühende Lavafetzen mehrere Meter weit in die Umgebung geschleudert und ein Schwall bläulichen Gases freigesetzt. Die Explosionsgeräusche waren heute Abend an der Südflanke bis unterhalb des Rifugio Sapienza hörbar. Zwischen den Explosionen setzt der Schlot ganz ruhig bläuliches Gas frei. Dieser neue Schlot wirkt ganz unscheinbar und stellt einfach nur einen kleinen Explosionkrater im Boden dar. Rundherum liegen neben einigen frischen Lavafetzen, mehrere große Eisblöcke, sowie altes Material das einen kleinen Halbring bildet; offenbar wurden die Eisblöcke und das alte Material bei der Öffnung des Schlots ausgeworfen.

Dieses Foto von heute zeigt den Eruptionsort aus westlicher Richtung. Ganz rechts die alte Spalte der 2008/09-Eruption und links davon der eruptive Schlot der die Gestalt eines Hornitos angenommen hat. Links unterhalb davon der kleine explosive Schlot und im Hintergrund der Lavastrom:
Der Eruptionsort aus westlicher Richtung
07.07.2014 10:47 Uhr

Zoom auf den Schlackenkegel bzw. Hornito. Unter schnaufendem Geräusch wirft er rotglühende Schlacke aus und setzt anhaltend Gas frei. Links im Hintergrund die in einem Kanal fließende Lava:
Zoom auf den Schlackenkegel bzw. Hornito
07.07.2014 11:12 Uhr

Der kleine explosive Schlot setzt mit lautem Knall rotglühende Lavafetzen frei. Mehrere Explosionen ereignen sich in Folge, dann herrscht wieder für kurze Zeit trügerische Ruhe. Altes Material bildet einen Halbkreis um den Schlot. Beeindruckend die ausgeworfenen Eisblöcke:
Kleiner explosiver Schlot wirft mit lautem Knall Lavafetzen aus
07.07.2014 11:08 Uhr

Hier noch weitere Fotos/Videos die ich heute von der Eruption machen konnte:
Der Eruptionsort vom Nordostkrater aus
07.07.2014 10:49 Uhr
Dieses Foto zeigt den Eruptionsort vom Nordostkrater aus. Links im Hintergrund die Bergkette der Serra delle Concazze, rechts davon das Valle del Bove, dahinter die Ostküste und ganz rechts am Rand die Basis des Neuen Südostkraters.
Ausschnittsvergrößerung des Schlackenkegels
07.07.2014 11:11 Uhr
Auf dieser Ausschnittsvergrößerung kann man sehr schön die symmetrische und spitze Form des Schlackenkegels erkennen, beim dem es sich praktisch um einen Hornito handelt.
Explosion schleudert rotglühende Lavafetzen aus
07.07.2014 11:12 Uhr
Mit lautem Detonationsgeräusch das von den Bergen ringsum reflektiert wird, schleudert der kleine explosive Schlot rotglühende Lavafetzen aus.
Touristen betrachten Lavastrom
07.07.2014 11:15 Uhr
Touristen die vom Piano Provenzano aus an den Eruptionsort geführt werden betrachten den Lavastrom. Dieser fließt in einem Kanal, allerdings ist die Förderrate nicht sonderlich hoch und so kommt der Strom noch oberhalb des Valle del Leone zum Stillstand.
Hornito aus Video
07.07.2014 11:00 Uhr
19.9 MB, 40 s
Dieses Video zeigt neben dem Schlackenwurf aus dem Hornito auch den explosiven Auswurf glühender Schlacke aus dem kleinen explosiven Schlot.

Auch heute war die Gasemission am Nordostkrater wieder recht kräftig und manchmal pulsartig verstärkt. An Voragine und Bocca Nuova wurde mehr Gas freigesetzt als an den Vortagen. Am Neuen Südostkrater ereigneten sich wieder schwache, isolierte strombolianische Explosionen.

Der Tremor hat sich heute noch etwas verstärkt, liegt aber weiterhin auf niedrigem Niveau [1].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN


06. Juli 2014 - 23:00 Uhr

Die eruptive Aktivität an der oberen Ostflanke des Ätna dauerte heute den ganzen Tag an. Aus einem kleinen Schlackenkegel wird Lava ausgeworfen, sowie ein kurzer Strom freigesetzt der nur sehr langsam nach Osten voran kommt. Am Neuen Südostkrater setzten sich die isolierten strombolianischen Explosionen fort und der Tremor ist leicht gestiegen.

In der vergangenen Nacht zeigte die Monte Cagliato - Wärmebildkamera des INGV-OE weiterhin eine thermische Anomalie an der oberen Ostflanke des Ätna unterhalb des Nordostkraters. Sie wurde von eruptiver Aktivität verursacht die gestern Nachmittag einsetzte. Ein neuer Schlot fördert dort auf ca. 3000 m Höhe einen kleinen Lavastrom der sich in östliche Richtung bewegt. Bis zum heutigen Morgen kam der Strom nur sehr langsam voran, allerdings intensivierte sich die thermische Anomalie dabei noch etwas.
Heute gelang es mir durch einen Aufstieg entlang der Serra delle Concazze (Ost-/Nordostflanke) dem Schlot so nahe zu kommen, dass ich die eruptive Aktivität beobachten und filmen konnte. Dabei zeigte sich, dass sich inzwischen um den Schlot ein kleiner, wenige Meter  hoher und relativ steiler Schlackenkegel gebildet hat der an einen Hornito erinnert. Der Kegel ist nach Südosten hin offen und entlässt in diese Richtung einen Lavastrom. Aus dem Kegel werden rhythmisch glühende Lavafetzen einige zig Meter hoch unter Geräuschentwicklung ausgeworfen. Diese Geräusche, die an das Schnaufen einer Dampflokomotive erinnern, sind noch in mehreren Kilometern Entfernung hörbar. Der Kegel setzt auch anhaltend Gas frei, welches zunächst meist senkrecht aufsteigt bevor es sich unter die dichte Gasfahne des Nordostkraters mischt, die häufig die gesamte Szenerie verschleiert. Vielleicht 100 m nordwestlich des neuen Kegels setzt eine kräftige Fumarole anhaltend dichten weißen Dampf frei.
Der Lavastrom ist wenige hundert Meter lang und bewegt sich zunächst nach Südost, dreht aber dann bald leicht nach Ost/Südost ab. Die Front des Lavastroms bewegt sich auf 2700 - 2800 m Höhe und kommt nur langsam voran. Immer wieder lösen sich dort Lavabrocken und kullern dem steilen Hang hinab der sich südwestlich des Valle del Leone befindet. Erst in dem Gebiet in dem das Valle del Leone in das Valle del Bove übergeht kommen sie wieder zum Stillstand.

Dieses Foto das heute Mittag auf der Serra delle Concazze entstand, zeigt neben dem eruptiven Schlot (Schlackenkegel Bildmitte), auch den kurzen Lavastrom der sich in östliche bis südöstliche Richtung bewegt. Die ganze Szenerie wird vom Dunst der Gasschwaden des Nordostkraters (oben rechts) eingehüllt:
Lavastrom und Schlackenkegel von der Serra delle Concazze aus
06.07.2014, 13:30 Uhr

Zoom auf den kleinen Schlackenkegel der sich inzwischen um den neuen Schlot gebildet hat. Aus ihm werden neben Gas auch glühende Lavafetzen ausgeworfen. Der Krater ist nach Südosten hin offen und fördert einen kurzen Lavastrom:
Zoom auf den Schlackenkegel von der Serra delle Concazze aus
06.07.2014, 13:30 Uhr

Hier noch weitere Fotos/Videos die ich heute von der Eruption machen konnte:
Blick von der Serra delle Concazze aus nach Südwesten auf die Eruptionsstelle
06.07.2014 13:31 Uhr
Blick von der Serra delle Concazze aus nach Südwesten auf die Eruptionsstelle. In der Bildmitte der kleine Schlackenkegel. Links davon der Lavastrom. In der rechten Bildhälfte kann man Emission von weißem Dampf aus einer Fumarole erkennen.
Zoom auf den kleinen Schlackenkegel
06.07.2014 13:30 Uhr
Der kleine Schlackenkegel der an einen Hornito erinnert ist nach Südosten hin offen und entlässt in diese Richtung einen Lavastrom. Aus dem Kegel werden rhythmisch glühende Lavafetzen einige zig Meter hoch mit schnaufendem Geräusch ausgeworfen.
Die Front des Lavastroms
06.07.2014 13:34 Uhr
Die Front des Lavastroms befindet sich auf 2700 - 2800 m Höhe und kommt nur sehr langsam in Richtung Valle del Leone voran.
Rollende Lavabrocken
06.07.2014 13:35 Uhr
Immer wieder lösen sich von der Front des Lavastroms Brocken und kullern dem steilen Hang hinab der sich südwestlich des Valle del Leone befindet. Erst am Boden des Tals kommen sie zum Stillstand.
Schlackenkegel aus Video
06.07.2014 13:43 Uhr
40.7 MB, 1.23 min
Dieses Video zeigt neben dem Schlackenkegel und dem Lavastrom, auch wie sich Brocken von der Front des Lavastroms lösen und dem steilen Hang hinab kullern.

Unterdessen setzten sich heute die sporadischen strombolianischen Explosionen am Neuen Südostkrater fort. Manchmal waren sie auch von der Emission geringer Mengen dunkler Asche begleitet.

Der Tremor ist in der vergangenen Nacht und heute weiter leicht gestiegen, befindet sich aber weiterhin auf niedrigem Niveau [1].

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06. Juli 2014 - 01:30 Uhr

Eruption an der oberen Ostflanke des Ätna!
Seit gestern kommt es an der oberen Ostflanke des Ätna zu eruptiver Aktivität. Aus einem neuen Schlot unterhalb des Nordostkraters wird etwas Lava gefördert die sich in nordöstliche Richtung bewegt. Auch am Neuen Südostkrater kam es zu einzelnen strombolianischen Explosionen. Der Tremor stieg leicht.

In der letzten Woche konzentrierten sich die Gasemissionen wieder auf den Nordostkrater, wo sie häufig pulsartig verstärkt auftraten. Auch aus der Voragine wurde wieder zeitweise Gas emittiert. An der Bocca Nuova wurde überwiegend Gas aus dem nordwestlichen Abschnitt des Kraters freigesetzt. Diese Emissionen waren auch manchmal pulsartig verstärkt. Am Neuen Südostkrater war die Gasemission meist schwach. Am 02.07. waren dann jedoch isolierte pulsartige Gasfreisetzungen erkennbar die mit geringen Mengen bräunlicher Asche durchsetzt waren. Sie wurden von schwachen strombolianischen Explosionen verursacht. Am 03.07. und 04.07. konnte ich keine strombolianischen Explosionen mehr über die Webcams erkennen, auch nicht während der Dunkelheit.
Seit gestern bin ich nun selbst vor Ort und konnte am Vormittag des 05.07. erneut pulsartige Gas- bzw. Aschefreisetzungen beobachten. Diese traten in unregelmäßigen Abständen von einigen zig Minuten auf. Dabei wurde aus dem östlichen Abschnitt des Kraters zunächst immer eine Dampfwolke emittiert die mit bräunlicher Asche durchsetzt war. Ihr folgte dann ein Schub bläuliches Gas, sicherlich Schwefeldioxid. Eruptionsgeräusche konnte ich nicht vernehmen, was auch bedingt durch starken Wind nur schwer möglich gewesen wäre. Am Nachmittag wurden die Emissionen wieder seltener.

Dieses Foto, das ich gestern von dem Schiena dell'Asino aus machen konnte, zeigt eine der Asche- und Gasemissionen des Neuen Südostkraters. Die vermutlich durch eine schwache strombolianische Explosion generierte Aschewolke wird vom starken Wind schnell in östliche Richtung getragen:
Ascheemission am NSEC
05.07.2014 11:12 Uhr

Auffällig war gestern auch verstärkte Gasemission aus dem Nordostkrater die bereits während der Nacht auf den 05.07. einsetzte. Offenbar waren diese Emissionen auch mit etwas feiner Asche durchsetzt. Gestern Abend zeigte sich dann gegen 19:00 Uhr, mit zunehmender Abkühlung der von der Sonne aufgeheizten Ostflanke, eine kleine thermische Anomalie unterhalb der östlichen Basis des Nordostkraters; in etwa in dem Gebiet an dem die 2008-2009 Eruption ihren Anfang nahm. Im Laufe des Abends verstärkte sich diese Anomalie noch etwas und wurde geringfügig größer. Leider behinderte die Gaswolke aus dem Nordostkrater die Beobachtung mittels der Milo-Webcam des INGV-OE. Diese vermeintliche Aktivität veranlasste mich zu einer Fahrt entlang der Ostflanke des Ätna. Von der Mareneve-Straße oberhalb von Fornazzo aus konnte ich dann tatsächlich eruptive Aktivität beobachten. An einem neuen Schlot kam es zu Schlackenwurf und es wurde auch ein kleiner Lavastrom freigesetzt der sich in nordöstliche Richtung bewegte. Durch das Gas und den am westlichen Himmel stehen Mond waren die Sichtbedingungen allerdings nicht besonders gut. Die Aktivität dauerte auch in der vergangenen Nacht (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Updates) noch an.

Auf diesem Webcam-Foto der Monte Cagliato Wärmebildkamera kann man unterhalb des Nordostkraters (rechts) einen hellen Fleck erkennen (rechte mittlere Bildhälfte) bei dem es sich um eine thermische Anomalie handelt. Sie wird von eruptiver Aktivität verursacht, die seit mind. 19:00 Uhr andauert:
Thermische Anomalie unterhalb des Nordostkraters
Foto vom 05.07.14, 19:45 Uhr: Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato.

Auf diesem Foto, das gestern Abend an der Mareneve-Straße oberhalb von Fornazzo entstand, kann man in der Bildmitte den eruptiven Schlot erkennen, der sich gestern an der östlichen Basis des Nordostkraters geöffnet hatte. Unterhalb davon sieht man den Lavastrom der sich langsam in nordöstliche Richtung bewegt. Gas aus dem Nordostkrater, sowie staubige Sahara-Luft beeinträchtigen die Qualität dieses Fotos leider sehr:
Zoom auf Eruption an Ostflanke
05.07.2014 22:41 Uhr (gezoomt und ausschnittsvergrößert)

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 23.06. - 29.06. deutlich niedriger als in der Vorwoche. Die Spitzenemissionsraten lagen unter 5.000 Tonnen SO2 pro Tag. Im gleichen Zeitraum nahmen auch die Messwerte für Chlor- bzw. Fluorwasserstoff gegenüber den letzten Untersuchungen ab [1].

Auch in der vergangenen Woche bewegte sich der Tremor auf niedrigem Niveau und unterlag nur geringen Schwankungen. Gestern begann er leicht zu steigen [2].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 23/06/2014 - 29/06/2014
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29. Juni 2014

Während der letzten Woche verhielt sich der Ätna sehr ruhig. Allerdings wurde weiterhin viel Gas freigesetzt. Tremor und seismische Aktivität blieben auf niedrigem Niveau.

In der vergangenen Woche zeigte sich sowohl am Nordostkrater als auch an der Bocca Nuova intensive, häufig pulsartig verstärkte Gasemission. Auch aus der Voragine wurde wieder zeitweise Gas emittiert. Am Neuen Südostkrater waren die Gasemissionen dagegen gering. In den Nächten konnte ich auch über lichtstarke Webcams dort keinerlei Glutschein ausmachen.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 16.06. - 22.06. deutlich höher als in der Vorwoche. So wurden am 17.06. und 19.06. Spitzenemissionsraten von mehr als 10.000 Tonnen SO2 pro Tag gemessen. Am 16.06. waren es sogar 19.000 Tonnen SO2 pro Tag! Im gleichen Zeitraum nahmen auch die Messwerte für Chlor- bzw. Fluorwasserstoff gegenüber den letzten Untersuchungen zu [1].

Der Tremor bewegte sich in der vergangenen Woche weiterhin auf niedrigem Niveau und unterlag nur geringen Schwankungen [2].

Am 25.06. wurden im Raum südwestlich von Bronte bzw. westlich des Monte Minardo (Westflanke) mehrere schwache Beben registriert, wobei das stärkste eine Magnitude von 1.8 erreichte [3].

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22. Juni 2014

In den vergangenen Tagen kam es am Neuen Südostkrater zeitweise zu kleineren pulsartigen Gasemissionen die mit Asche durchsetzt waren. Manchmal wurde dabei auch heißes Material freigesetzt. Tremor und seismische Aktivität blieben in den letzten Tagen auf niedrigem Niveau.

Am späten Abend des 19.06. lockerten die Wolken im Gipfelbereich des Ätna wieder auf, jedoch konnte ich am Neuen Südostkrater keine eruptive Aktivität beobachten. Nach Sonnenaufgang zeigten sich am Morgen des 20.06. allerdings mehrfach kleine blumenkohlförmige Wolken über dem Krater. Diese Emissionen enthielten auch etwas braune Asche, waren aber nicht von thermischen Anomalien begleitet. Bei einer Emission die um 08:30 Uhr stattfand zeigte sich allerdings ein heißer Fleck im Krater. Im Laufe des Tages folgten weitere pulsartige Gasemissionen die von etwas Asche durchsetzt waren; vermutlich handelte es sich dabei um tiefsitzende Explosionen oder kleine Kollapsereignisse innerhalb des Kraters.
Auch am 21.06. ereigneten sich weitere, ganz ähnliche Asche- bzw. Gasfreisetzungen, diesmal aber häufig von kleinen thermischen Anomalien begleitet. Während der Nächte konnte ich allerdings auch über lichtstarke Webcams keinen Glutschein beobachten. Heute zeigte sich am Neuen Südostkrater lediglich ruhige und schwache Gasemission.
An den übrigen Gipfelkratern kam es in der vergangenen Woche zu den üblichen Gasfreisetzungen. Diese konzentrierten sich auf Nordostkrater und Bocca Nuova. Während sie am Nordostkrater überwiegend pulsartig auftraten, waren sie an der Bocca Nuova eher anhaltend. Auch an der Voragine wurde wieder relativ kräftig Gas emittiert.

Dieses Webcam-Foto von gestern Mittag zeigt eine der pulsartigen, mit bräunlicher Asche durchsetzten Gasemissionen, wie sie sich in den vergangenen Tagen zeitweise am Neuen Südostkrater ereigneten:
Pulsartige Gasemission mit Freisetzung von Asche am Neuem Südostkrater
Foto vom 21.06.14, 13:33 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 09.06. - 15.06. höher als in der Vorwoche. Im Verlauf der Woche blieben die Messwerte zunächst stabil, stiegen jedoch am 15.06. mit Spitzenemissionsraten von bis zu 10.000 Tonnen SO2 pro Tag stark an. Im gleichen Zeitraum nahmen die Messwerte für Chlor- bzw. Fluorwasserstoff gegenüber den letzten Untersuchungen ab [1].

Der Tremor bewegt sich seit dem Ende der jüngsten eruptiven Episode des Neuen Südostkraters auf niedrigem Niveau und unterlag in den vergangenen Tagen einem leicht abnehmenden Trend [2].

Am 13.06. kam es nordöstlich von Ragalna (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7 [3].

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19. Juni 2014

Gestern Abend ging die jüngste eruptive Episode des Neuen Südostkraters wieder zu Ende. Heute verhielt sich der Krater völlig ruhig und der Tremor hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert.

Während der Nacht vom 16.06. auf den 17.06. setzte sich die kräftige strombolianische Aktivität am Neuen Südostkrater fort. Dabei wurde das glühende pyroklastische Material oft 100 - 150 m hoch geschleudert und regnete anschließend auf die Flanken des Kegels herab. Auch die effusive Aktivität dauerte weiter an und die Lava strömte über die Bresche in der Südostflanke des Neuen Südostkraterkegels in Richtung Valle del Bove. Dort fächerte sie sich am steilen westlichen Hang des Valle del Bove in zahlreiche Teilströme auf die sich durch das Gelände zwischen der Serra Gionnicola Grande und dem Monte Centenari bewegten. Offenbar dehnte sich das Lavafeld jedoch nicht weiter aus und die Fronten der zahlreichen Lavazungen stagnierten.
Nach Sonnenaufgang machten sich am 17.06. die strombolianischen Explosionen durch pulsartige Gasemission, verbunden mit der Freisetzung geringer Mengen brauner Asche bemerkbar. Oft behinderten allerdings Wolken die Beobachtungen mittels Webcams. Am Vormittag besserten sich die Sichtbedingungen dann wieder und nun waren wie bereits am Vortag gelegentlich kleine dunkle Aschefontänen sichtbar die aus dem zentralen Bereich des Kraters schossen; ob sie von niedrigen Lavafontänen oder strombolianischen Explosionen verursacht wurden, war über die Webcams nicht erkennbar. Diese Aktivität, die ingesamt etwas schwächer als am Vortag wirkte, setzte sich auch am Nachmittag fort, allerdings verschlechterten sich am Abend die Wetterbedingungen erneut. Wolkenlücken ließen die Fortdauer der eruptiven Aktivität erkennen, jedoch schien der Lavastrom nicht mehr so gut genährt wie noch am Morgen zu sein.
In der Nacht auf den 18.06. dauerten die strombolianischen Explosionen weiter an, waren jedoch schwächer als am Vortag. Trotzdem schleuderten einzelne Explosionen glühendes pyroklastisches Material bis zu 150 m höher als der Kraterrand. Diese Explosionen erfolgten überwiegend aus einem Schlot der sich im östlichen Abschnitt des Kraters befand. Auch wurde immer noch Lava emittiert, wobei die Förderrate deutlich schwankte, insgesamt aber reduziert war. Dies verursachte immer wieder neue Schübe an Lava die sich dem steilen westlichen Hang des Valle del Bove hinab bewegten. Das bestehende Lavafeld wurde dabei vor allem noch in seinem südlichen Abschnitt genährt, während sich der nördliche Teil auf dem Rückzug befand und abkühlte. Am Tag machte sich die strombolianische Aktivität dann lediglich durch pulsartige Gasemission, begleitet von der Freisetzung geringer Mengen Asche bemerkbar. Kräftigere Aschefreisetzungen wie noch am 17.06. konnte ich nicht mehr erkennen. Gegen Mittag zogen dichte Wolken auf die die Beobachtung der eruptiven Aktivität mittels Webcams bis zum späten Abend verhinderten.
Als es in der vergangenen Nacht dann wieder auflockerte konnte ich keine eruptive Aktivität mehr beobachten. Das Lavafeld am westlichen Steilhang des Valle del Bove war inaktiv und am abkühlen. Am heutigen Morgen wurde aus dem Gipfelbereich des Neuen Südostkraters noch etwas Gas und Dampf freigesetzt. Ansonsten wirkte der Krater völlig ruhig.

Diese Bildsequenz aus Fotos der Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato (Ostflanke) dokumentiert die Veränderung des Lavafelds das sich in den vergangenen Tagen durch die effusive Aktivität des Neuen Südostkraters (NSEC) entwickelt hat:
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a) 15.06.2014, 14:06 Uhr: Die Lava die seit dem Morgen aus dem NSEC austritt bewegt sich seiner Südostflanke herab.
b) 15.06.2014, 20:42 Uhr: Der Lavastrom fächert sich am steilen westlichen Hang des Valle del Bove auf.
c) 16.06.2014, 02:09 Uhr: Inzwischen haben sich zwei große Teilströme gebildet und die Hälfte des Steilhanges passiert.
d) 16.06.2014, 19:24 Uhr: Die Teilströme sind zusammengewachsen und haben zahlreiche Zungen entwickelt.
e) 17.06.2014, 15:06 Uhr: Der Lavastrom ist nicht mehr so gut genährt und die Teilströme sind dünner.
f) 18.06.2014, 05:57 Uhr. Das Lavafeld ist nur noch in seinem Südteil aktiv und befindet sich auf dem Rückzug.

Durch die jüngste eruptive Episode hat sich auch die Morphologie des Neuen Südostkraters wieder etwas verändert. Die Bresche in der Südostflanke hat sich insbesondere zum Kraterrand hin vertieft und verengt (b). An ihrer Basis wurde durch die anhaltende Lavaförderung dagegen die bereits bestehende Rampe weiter aufgeschüttet und die Dämme an den Seiten der Bresche haben sich vergrößert (c). Auch im Gipfelbereich (a) hat der Neue Südostkrater durch das ausgeworfene Material zugenommen (hier insbesondere an seinem nördlichen Rand) und wirkt nun etwas höher als der alte Südostkrater:
Verändere Morphologie des Neuen Südostkraters mit Beschreibung
Foto vom 19.06.14, 08:42 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Der Tremor stieg während der Nacht auf den 17.06. noch einmal etwas an, unterlag dann aber einem langsamen aber steten Abwärtstrend. Am 18.06. beschleunigte sich der Rückgang der Tremoramplitude und heute erreichte der Tremor ein Niveau, wie er es an den Tagen vor der eruptiven Episode hatte [1].

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16. Juni 2014

In der vergangenen Nacht und heute hat sich die eruptive Aktivität des Neuen Südostkraters fortgesetzt. Dabei haben in der Nacht die strombolianischen Explosionen vorübergehend noch etwas zugenommen. Auch wird weiterhin Lava in Richtung des Valle del Bove gefördert. Der Tremor ging unter Schwankungen leicht zurück.

Am späten gestrigen Abend setzte sich die kräftige strombolianische Aktivität am Neuen Südostkrater fort. Die Explosionen erfolgten aus drei unterschiedlichen Schloten und dabei in einem so kurzen Abstand, dass sie praktisch einer pulsierenden Lavafontäne glichen. Nach Mitternacht intensivierten sich die Explosionen nochmals und gelegentlich wurde glühendes pyroklastisches Material bis zu 300 m hoch geschleudert. Häufig landete es dabei auf den Flanken des Kegels.
Auch wurde weiterhin Lava aus dem Krater gefördert. Sie setzte ihren Weg entlang des Steilhanges in Richtung Valle del Bove fort und teilte sich nach 22:00 Uhr in zwei Hauptarme auf. Einer floss in eine mehr südöstliche und einer eher in östliche Richtung, wobei sich auch diese Teilströme immer wieder verzweigten und so ein breites Lavafeld schufen. Gegen 06:00 Uhr erreichte es das Gebiet zwischen der Serra Gionnicola Grande und dem Monte Centenari. Kurz nach 07:00 Uhr war über die Montagnola-Wärmebildkamera des INGV-OE ein kleiner Teilstrom erkennbar, der knapp oberhalb der südöstlichen Basis des Neuen Südostkraterkegels über die Bresche trat und sich in südliche, später südöstliche Richtung bewegte. Dabei schlug er einen Kurs ein, der in die Gegend führte an der sich früher die Belvedere-Überwachungsstation des INGV befand.
Auch nach Sonnenaufgang setzte sich die kräftige strombolianische Aktivität am Neuen Südostkrater fort, wirkte jedoch leicht reduziert. Dabei wurde pulsartig Gas und etwas dunkle Asche ausgestoßen. Allerdings zogen bald dichte Wolken auf und erst gegen 14:00 Uhr lockerte es vorübergehend wieder auf. Nun wirkten die Ascheemissionen insgesamt stärker und manchmal schossen dunkle, bis zu zweihundert Meter hohe Aschefontänen in den Himmel. Das Lavafeld am steilen westlichen Hang des Valle del Bove war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so gut genährt wie noch am frühen Morgen. Gegen 18:00 Uhr wurden die Wolken dann wieder sehr dicht und verhinderten die weitere Beobachtung der Gipfelregion von Süden aus. Allerdings war der Blick von Osten her zeitweise frei. Es zeigte sich eine Fortdauer der strombolianischen und effusiven Aktivität; das Lavafeld wirkte sogar besser genährt als heute Mittag.

Dieses Webcam-Foto zeigt die eruptive Aktivität des Neuen Südostkraters am heutigen frühen Morgen. Kräftige strombolianische Explosionen schleudern glühendes pyroklastisches Material hunderte Meter hoch in den Himmel. Gleichzeitig nährt der Krater einen Lavastrom der sich durch die Bresche an der Südostflanke des Kegels in Richtung Valle del Bove ergießt:
Kräftige strombolianische Explosionen und Lavastrom aus Neuem Südostkrater
Foto vom 16.06.14, 05:12 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Trotz dichter Wolken erkennt man auf diesem Webcam-Foto einen kleinen Teilstrom der seit kurzer Zeit über die Bresche hinweg in südliche Richtung austritt. Seine Front wird von aufsteigenden Gas- bzw. Dampfwolken markiert (rechte untere Bildhälfte):
Lavateilstrom aus Neuem Südostkrater in Richtung Süden
Foto vom 16.06.14, 07:21 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Der Tremor, der gestern praktisch den ganzen Tag ohne größere Fluktuationen auf mittlerem Niveau verharrte, stieg in der vergangenen Nacht vorübergehend noch etwas an. Heute ging er unter Schwankungen insgesamt leicht zurück, bewegt sich aber immer noch auf mittlerem Niveau [1].
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15. Juni 2014

Die strombolianische Aktivität des Neuen Südostkraters hat heute deutlich zugenommen und seit dem Morgen wird aus dem Krater ein Lavastrom in Richtung Valle del Bove gefördert. Der Tremor ist seit gestern kräftig angestiegen.

Während der Nacht vom 13.06. auf den 14.06.2014 setzte sich am Neuen Südostkrater die schwache bis moderate strombolianische Aktivität fort. Gelegentlich waren die strombolianischen Explosionen stark genug um glühendes pyroklastisches Material bis auf die oberen Flanken des Neuen Südostkraterkegels zu schleudern. Am Tage kam es dort zu pulsartiger Gasemission, wobei diese Freisetzungen durch kräftige Dampfentwicklung verursacht durch hohe Luftfeuchte überlagert waren. Auch behinderte eine dichte Gas- und Dampfwolke aus Bocca Nuova und Voragine die Beobachtungen und ab den Mittagsstunden hüllten dicke Quellwolken den gesamten Gipfelbereich ein.
Nach einem Graupelgewitter lockerten die Wolken am Abend wieder langsam auf und nun zeigte sich über dem Gipfel des Neuen Südostkraters permanenter Glutschein. Die strombolianischen Explosionen waren stärker und traten in einem deutlich kürzeren Abstand als an den Vortagen auf.
Sie wurden von zwei Schloten innerhalb des Kraters generiert; einer im westlichen Abschnitt und einer im zentralen bis östlichen Abschnitt. Glühendes Material wurde dabei häufig einige zig Meter hoch geschleudert und ging auf den oberen Flanken des Kegels nieder.
Im Laufe des späten Abends verstärkten sich die Explosionen weiter und generierten nach Mitternacht häufig kleine, aber deutliche thermische Anomalien über dem Krater die mittels der Montagnola-Wärmebildkamera des INGV-OE dokumentiert werden konnten. Gegen 04:00 Uhr erschien an der inneren nordöstlichen Kraterwand, die dank einer Depression im Kraterrand oberhalb der südöstlichen Bresche einsehbar ist, eine schwache thermische Anomalie. Innerhalb einer Stunde verstärkte sich dort die Hitze die durch die fortdauernde strombolianische Aktivität, sowie aufsteigendem Magma verursacht wurde. Um 07:51 Uhr begann schließlich Lava über den südöstlichen Kraterrand zu treten. Innerhalb von ca. einer Stunde bewegte sich der schmale Strom durch die Bresche und strömte der südöstlichen Flanke des Neuen Südostkraterkegels hinab. Unterdessen verstärkten sich die strombolianischen Explosionen immer weiter. Die von ihnen generierten thermischen Anomalien ließen auf einen Ausstoß von glühendem pyroklastischen Material bis in Höhen von 150 - 200 m schließen. Dabei produzierten sie kleine Wolken dunkler Asche unter pulsartiger Gasfreisetzung. Die Emission von Gas und Asche nahm im Verlauf des Morgens weiter zu und zwischen 09:00 und 10:00 Uhr formierte sich allmählich eine dünne Eruptionssäule über dem Neuen Südostkrater. Diese stieg mehrere Kilometer hoch auf und generierte eine große, weiße und nahezu stationäre Wolke  über dem Ätna.
Im Laufe des Vormittags nahm die Emission von dunkler Asche noch etwas zu. Durch die anhaltenden strombolianischen Explosionen ging ständig glühendes pyroklastisches Material auf die oberen bis mittleren Flanken des Neuen Südostkraterkegels bzw. auf den Grat zum alten Südostkrater hin, nieder. Der Lavastrom floss unterdessen weiter in südöstliche Richtung und bewegte sich im oberen Abschnitt des steilen westlichen Hangs des Valle del Bove. Aufkommende Quellwolken, sowie Hagel- und Graupelschauer behinderten gegen Mittag immer mehr die Beobachtungen und erst gegen Abend lockerte es wieder auf. Mit zunehmender Dunkelheit war der Lavastrom nun gut zu erkennen. Er folgte weiterhin einem südöstlichen Kurs hinab in Richtung der Talsohle des Valle del Bove. Dabei fächerte er sich in zahlreiche kleine Zungen auf. Die strombolianischen Explosionen waren noch stärker als am Vormittag und praktisch kontinuierlich. Gegen 22:15 Uhr intensivierte sich die eruptive Aktivität nochmals als sich ein frischer Schub Lava über den bereits bestehenden Lavastrom hinweg ergoss.

Dieses Webcam-Foto vom heutigen Abend zeigt neben der anhaltenden strombolianischen Aktivität des Neuen Südostkraters auch sehr schön den austretenden Lavastrom. Dieser verzweigt sich in viele Teilströme und fließt in südöstliche Richtung dem steilen Hang des Valle del Bove hinab:
Lavastrom und strombolianische Explosionen am Neuen Südostkrater
Foto vom 15.06.14, 23:07 Uhr: Webcam des L.A.V.E. auf dem Schiena dell'Asino.

Diese Fotos der Webcam des INGV auf dem Montagnola dokumentieren die Aktivität des Neuen Südostkraters während des heutigen Tages:
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a) 04:39 Uhr: Die aus zwei Schloten stammenden strombolianischen Explosionen nehmen an Intensität zu.
b) 09:27 Uhr: Emission von Asche, Gas und Dampf führen zur Ausbildung einer dünnen Eruptionssäule.
c) 12:33 Uhr: Die Freisetzung von Asche hat zugenommen.
d) 22:33 Uhr: Die explosive Aktivität hat sich weiter gesteigert und der Lavastrom ist angeschwollen.

Der vulkanische Tremor nahm im Laufe des 14.06.2014 langsam zu. Am späten Abend beschleunigte sich der Anstieg und in der vergangenen Nacht intensivierte er sich weiter. Heute Vormittag stabilisierte er sich dann auf deutlich erhöhtem Niveau [1].

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13. Juni 2014

Während der letzten Woche hat sich die zunächst sehr schwache und sporadische strombolianische Aktivität des Neuen Südostkraters immer mehr verstärkt. Dabei wurde glühendes Material bis auf die Flanken des Kegels geschleudert. Tremor und seismische Aktivität blieben jedoch niedrig.

In der vergangenen Woche konzentrierten sich die Gasemissionen an den Gipfelkratern des Ätna weiterhin auf Nordostkrater und Bocca Nuova. Während sie am Nordostkrater durchweg pulsartig waren, zeigten sie sich an der Bocca Nuova eher diffus und anhaltend, wirkten jedoch auch zeitweise pulsartig verstärkt. Auch an der Voragine kam es wieder zu zeitweiligen Gasemissionen. Diese haben sich in der vergangenen Nacht noch etwas intensiviert. An der oberen östlichen Flanke des alten Südostkraters waren die Gasfreisetzungen aus Fumarolenfeldern stärker als in den vergangenen Wochen. Auch am Neuen Südostkrater verstärkten sich die Gasfreisetzungen im Laufe der Woche immer mehr. Am 08.06. wurde aus dem Krater wiederholt etwas graue Asche emittiert und gegen 13:45 Uhr zeigten die Webcams eine größere braune Aschewolke an der Ostflanke des Kegels. Sie wurde von einer kleinen Hangrutschung freigesetzt, wie sie seit dem großen Rutschungsereignis vom 11. Februar 2014 immer mal wieder in diesem Bereich auftraten.
In den Nächten zeigten zunächst nur lichtstarke Webcams sporadisch etwas Glutschein über dem Neuen Südostkrater, verursacht von den nach wie vor auftretenden schwachen strombolianischen Explosionen. Ab dem 08.06. wurden diese Explosionen langsam intensiver und häufiger und in der Nacht auf den 10.06. konnte ich auch über die Webcam des INGV auf dem Montagnola einzelne stärkere Explosionen erkennen. Dabei wurde glühendes Material auf die Flanken des Neuen Südostkraterkegels geschleudert. Am 12.06. waren die strombolianischen Explosionen noch etwas stärker und häufiger und zeigten sich über dem Krater als kleine, aber deutlich erkennbare thermische Anomalien. Am Tage produzierten sie pulsartige Gasfreisetzungen die auch von etwas grauer Asche durchsetzt waren. Heute ging die strombolianische Aktivität wieder etwas zurück.

Dieses Webcam-Foto von gestern Abend zeigt eine der stärkeren strombolianischen Explosionen, wie sie in den letzten Tagen am Neuen Südostkrater immer wieder auftraten. Dabei wird glühendes pyroklastisches Material bis auf die Flanken des Kegels geschleudert:
Strombolianische Explosion am NSEC
Foto vom 12.06.2014, 22:27 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7

Wie das INGV berichtet ereigneten sich die strombolianischen Explosionen des Neuen Südostkraters am 08.06. in einem Abstand von wenigen Minuten. Während der Nacht vom 09. auf den 10.06. schleuderten sie gelegentlich glühendes Material bis auf die oberen Flanken des Kegels. Während eines Besuchs des Gipfelbereichs durch Personal des INGV-OE am 10.06. konnte eine Fortdauer dieser Aktivität beobachtet werden. Dabei traten die Explosionen in einem Intervall von 2 -5 Minuten auf und waren häufig von Niederschlag pyroklastischen Materials auf die Flanken, insbesondere die Südostflanke des Kegels begleitet [1].

Wie weiter berichtet wird kam es am späten Abend des 04.06. und den frühen Stunden des 05.06. zur Emission von dunklem Material aus der Bocca Nuova. Diese Freisetzungen waren nicht von thermischen Anomalien begleitet und werden auf Bergstürze innerhalb des Kraters, verursacht durch die steilen und instabilen Kraterwände zurückgeführt [2].

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 02.06. - 08.06. geringer als in der Vorwoche. Im Verlauf der Woche blieben die Messwerte stabil und niedrig. Im gleichen Zeitraum waren auch die Messwerte für Chlor- bzw. Fluorwasserstoff geringer als bei der letzten Untersuchung [2].

Der Tremor bewegte sich in der vergangenen Woche auf niedrigem Niveau und unterlag nur geringen Schwankungen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. AGGIORNAMENTO ETNA, 10 GIUGNO 2014, ORE 12:00 GMT
  2. INGV-Sezione di Catania. 2014. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 02/06/2014 - 08/06/2014
  3. INGV-Sezione di Catania. 2014. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN


06. Juni 2014

In der vergangenen Woche haben sich an der Bocca Nuova vorübergehend explosive Ascheemissionen ereignet. Dabei wurde lediglich kaltes, altes Material freigesetzt. Am Neuen Südostkrater dauerte die sehr schwache und sporadische strombolianische Aktivität weiterhin an. Tremor und Seismik blieben niedrig.

Auch in der letzten Woche konzentrierten sich die Gasemissionen an den Gipfelkratern des Ätna auf Nordostkrater und Bocca Nuova. Am Nordostkrater waren die Gasemissionen am stärksten und meist pulsartig. An der Bocca Nuova zeigte sich am 31.05. intensivere Gasemission als gewöhnlich und um 08:42 Uhr war über die Webcams eine braune Aschewolke erkennbar. Diese stieg aus dem zentralen bis nordwestlichen Abschnitt des Gipfelkraters einige hundert Meter hoch auf und wurde vom Wind rasch in östliche Richtung getrieben. Anschließend erfolgte noch verstärkte Emission von Gas bzw. weißem Dampf. Am Morgen des 01.06. konnte ich um 07:06 Uhr mittels der Wärmebildkamera des INGV auf dem Monte Cagliato eine weitere Emission über dem Zentralkraterbereich beobachten; es war mir nicht möglich festzustellen ob es sich dabei um Gas oder Asche handelte. Vermutlich erfolgte diese Emission aus der Voragine oder dem Nordostkrater. Auch aus der Voragine wurde in den vergangenen Tagen immer mal wieder verstärkt Gas emittiert.
Am Neuen Südostkrater waren die Gasemissionen weiterhin relativ schwach. In den Nächten war mit Hilfe lichtstarker Webcams sporadisch schwacher Glutschein über den Krater erkennbar. Heute Morgen kam es mehrfach zu geringfügiger Freisetzung von Asche die teilweise auch dunkel und somit frisch aussah.

Das INGV berichtet von mehreren Explosionen in der Bocca Nuova am 31.05.2014. Dabei wurde braune, lithische (alte) Asche freigesetzt. Die Emissionen waren nicht von thermischen Anomalien begleitet und werden auf Kollapsereignisse innerhalb des Kraters zurückgeführt [1].

Dieses Webcam-Foto zeigt eine explosive Ascheemission an der Bocca Nuova, wie sie am 31.05. mehrfach auftraten. Das alte bräunliche Material steigt nur wenige hundert Meter auf und wird dann vom Wind rasch hinweg getragen:
Emission von brauner Asche aus der Bocca Nuova
Foto vom 31.05.14, 08:42 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 26.05. - 01.06. ähnlich denen der Vorwoche. Im Verlauf der Woche blieben die Messwerte unverändert und lagen unterhalb von 5.000 Tonnen SO2 pro Tag [1].

Nach dem deutlichen Rückgang des Tremors am 30.05. unterlag die Tremoramplitude in den vergangenen Tagen einem ganz leicht steigenden Trend [2].

Am 02.06. wurde am Monte Scavo (Westflanke) ein Beben der Stärke 2.5 registriert. Am 05.06. kam es nordwestlich von Solicchiata (Nordflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6 [3].


  1. INGV-Sezione di Catania. 2014. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 26/05/2014 - 01/06/2014
  2. INGV-Sezione di Catania. 2014. Home. TREMORE VULCANICO. ECPN
  3. INGV-Sezione di Catania. 2014. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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