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Ätna Update (01.07. - 15.07.2016)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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15. Juli 2016

Während der vergangenen beiden Wochen gingen Tremor und Gasemissionen des Ätna wieder zurück. Lediglich die seismische Aktivität war etwas erhöht und konzentrierte sich auf die Nordost- bis Ostflanke.

In den letzten 14 Tagen konzentrierten sich die Gasemissionen der Gipfelkrater des Ätna weiterhin auf den Nordostkrater. Dort traten sie meist pulsartig auf. Aus der Voragine wurde insbesondere im Übergangsbereich zum Nordostkrater anhaltend Gas emittiert. Auch aus der Fraktur an der Südostflanke der Voragine wurden weiterhin Gas und weißer Dampf freigesetzt. An Bocca Nuova und dem Südostkraterkomplex waren die Gasemissionen dagegen relativ gering. Am 14.07. konnte ich am Kollapskrater des Neuen Südostkraters sporadische und schwache Emissionen von Gas, das mit bräunlicher Asche durchsetzt war, erkennen. Auch aus dem Nordostkrater waren die Gasemissionen gestern zeitweise mit etwas bräunlicher Asche vermischt. Heute verhinderten Wolken praktisch den ganzen Tag über den Blick mittels Webcams auf die Ostflanke des Ätna.

Dieses Webcam-Foto vom Morgen des 14. Juli zeigt ganz links einen Teil des Neuen Südostkraters. Hier kommt es an seinem Kollapskrater zur Freisetzung von Gas, das mit geringen Mengen bräunlicher Asche durchsetzt ist. Rechts davon kann man die weißen Dampfwolken aus der Fraktur an der südöstlichen Flanke der Voragine erkennen. In der Bildmitte der Nordostkrater dessen Gasemissionen ebenfalls mit etwas Asche vermischt sind:
Schwache Emission von brauner Asche aus Kollapskrater und Nordostkrater
Foto vom 14.07.2016, 08:57 Uhr: Milo-Webcam des INGV

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 27.06. - 03.07. im Vergleich zur Vorwoche deutlich an. Die Spitzenemissionsraten lagen stets über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Am 17.06. und 30.06. wurden Emissionsraten von mehr als 7.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag registriert. Im gleichen Zeitraum stieg die Emissionsrate von Chlorwasserstoff im Vergleich mit früheren Messungen leicht an [1]. Vom 04. bis 10.07. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater wieder kräftig zurück. Die Emissionsraten erreichten lediglich am 05.07. Werte von bis zu 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [2].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) waren bis zum 05. Juli durch Rauschen überlagert das von leicht erhöhtem Tremor verursacht wurde. Am 02. Juli war zwischen 14:37 Uhr und 15:40 Uhr eine Serie aus relativ starken langperiodischen Signalen erkennbar; eine ähnliche Serie ereignete sich dann noch einmal am 04. Juli zwischen 10:18 Uhr und 10:26 Uhr. Ab dem 06. Juli ging das Rauschen immer weiter zurück und alle zwei bis drei Minuten zeigten sich schwache langperiodische Signale, gelegentlich auch Explosionssignale. Ab dem 07. Juli traten die langperiodischen Signale seltener auf und wurden etwas schwächer. Heute war auf dem Online-Seismogramm der Station ECNE dann erneut eine Serie kräftiger langperiodischer Signale zu sehen. Sie traten zwischen 09:53 Uhr und 10:08 Uhr auf. Anschließend nahm das Rauschen wieder kontinuierlich zu.
Der Tremor ging bis zum 07.07. langsam, jedoch kontinuierlich zurück und erreichte sehr niedriges Niveau. Dieses hielt er bis heute bei. Im Tagesverlauf zeigte der Tremor dann einen deutlich steigenden Trend [3].

Am 01.07. kam es am Monte Scorsone (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 04.07. wurde südwestlich von Linguaglossa (Nordostflanke) ein Beben der Stärke 1.8 registriert. Am 06.07. ereignete sich im Gebiet nördlich von Vena (Nordostflanke) eine kleine Erdbebenserie. Das stärkste der relativ schwachen Beben erreichte eine Magnitude von 2.3. Die Hypozentren befanden sich dabei in sehr geringer Tiefe (maximal 3 Km). Am 09.07. wurde am Monte Scorsone ein Beben der Stärke 1.5 verzeichnet [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 27/06/2016 - 03/07/2016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 04/07/2016 - 10/07/2016
  3. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  4. INGV-Sezione di Catania. 2016. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


01. Juli 2016

In den letzten beiden Wochen blieb der Ätna weiterhin ruhig. Allerdings nahm der Tremor etwas zu. Die Gasemissionen der Gipfelkrater sind nach einem Anstieg Mitte Juni, inzwischen wieder etwas zurück gegangen.

Wolken verhinderten in den vergangenen 14 Tagen zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. An den wolkenfreien Tagen konnte ich die üblichen Gasemissionen beobachten. Diese konzentrierten sich auf den Nordostkrater und auf die Fraktur an der südöstlichen Flanke der Voragine. In den letzten beiden Tagen nahmen die Gasemissionen an Voragine und Nordostkrater etwas zu und wirkten pulsartig verstärkt. An den übrigen Gipfelkratern waren die Gasfreisetzungen relativ schwach.

Bei einer Inspektion der Gipfelkrater durch INGV-Personal am 16. Juni wurden auf dem mit Lava gefüllten Kraterboden von Bocca Nuova/Voragine weitere Kollapsfrakturen beobachtet. Mittels einer Wärmebildkamera konnten an diesen Frakturen Temperaturen von bis zu 300°C gemessen werden [1].

Am 23.06. und 26.06. fanden weitere Inspektionen des INGV an den Gipfelkratern statt. Hierbei wurden folgende Beobachtungen gemacht:
An der südlichen Flanke des Nordostkraters zeigen sich breite Spalten die bis in die Voragine reichen. Aus den Spalten entweicht große Hitze und Gas das viel Schwefeldioxid enthält. Es wird auch dichter weißer Dampf emittiert. Durch den Nordostkrater zieht sich eine linienförmige Kette aus Fumarolen die an der nördlichen Kraterwand endet. An der inneren südlichen Kraterwand, unterhalb des kollabierten Sattels der die Voragine vom Nordostkrater trennt, befindet sich ein kleiner Kollapskrater. Auch hier wird weißer Dampf sowie heißes Gas emittiert. Explosionen konnten während den Besuchen nicht wahrgenommen werden. An den übrigen Gipfelkratern wurde diffus Gas aus Fumarolen entlang der Kraterränder emittiert [2].

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater stiegen im Zeitraum vom 13.06. - 19.06. im Vergleich zur Vorwoche deutlich an. Mehrmals wurden Spitzenemissionsraten von über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Am 17.06. waren es mehr als 8.500 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag. Im gleichen Zeitraum ging die Emissionsrate von Chlorwasserstoff im Vergleich mit früheren Messungen zurück [1].
Vom 20.06. bis 26.06. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater wieder etwas zurück. Mehrmals wurden mehr als 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag registriert. Am 24.06. wurde eine Emissionsrate von 7.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen [2].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) war zunächst weiterhin ein schwaches Rauschen erkennbar das phasenweise auch etwas verstärkt auftrat und von leicht erhöhtem Tremor verursacht wurde. Ab dem 19.06. waren auch gelegentlich schwache Explosionssignale zu sehen. Ab dem 26.06. nahm das Rauschen immer mehr zu und überlagerte die Explosionssignale. Der mittlere Tremor schwankte bis zum 23.06. auf niedrigem Niveau. Dann begann er langsam, aber kontinuierlich zu steigen und stabilisierte sich am 28. Juni auf leicht erhöhtem Niveau [3].

Am 18.06. kam es im Raum Piano Pernicana (Nordostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.6. Am 20.06. wurde bei Zafferana (Ostflanke) ein Beben der Stärke 2.2 gemessen. Am gleichen Tag kam es nordwestlich von Mascali (Ostflanke) zu einem Beben der Stärke 1.8. Am 22.06. wurde am Monte Arcimis (Südflanke) ein Beben der Stärke 1.5 verzeichnet [4].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 13/06/2016 - 19/06/2016
  2. INGV-Sezione di Catania. 2016. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 20/06/2016 - 26/06/2016
  3. INGV-Sezione di Catania. 2016. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  4. INGV-Sezione di Catania. 2016. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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