27. Januar 2012
In der vergangenen Woche war die Aktivität des Ätna zunächst sehr niedrig. Seit heute Mittag kommt es am Neuen Südostkrater allerdings immer wieder zu
Aschefreisetzungen. Dies könnte auf das Bevorstehen eines weiteren Paroxysmus an diesem Krater hindeuten.
Auch in der vergangenen Woche konzentrierten sich die Gasemissionen des Ätna wieder auf die Bocca Nuova und auf den Nordostkrater. Am Nordostkrater zeigte sich meist pulsartige Gasemission, während die Gasfreisetzung an der Bocca Nuova anhaltend war und sich auf den nordwestlichen Bereich konzentrierte. Am Südostkrater setzten die Fumarolen an seiner oberen östlichen Flanke weiterhin das meiste Gas frei. Am Neuen Südostkrater wirkten die Gasemissionen am 20.01. stärker und waren mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt. An den nachfolgenden Tagen kam es lediglich zu schwacher Gasemission aus den Fumarolen am Kraterrand. Heute Mittag gegen 12:24 Uhr ereignete sich dann eine explosive Aschefreisetzung die zur Emission einer blumenkohlförmigen grauen Aschewolke führte, die vom Wind in östliche Richtung getragen wurde. Im Laufe des Nachmittags folgten weitere Ascheemissionen, die mal kräftiger und mal schwächer waren. Bei der ersten Ascheemission konnte ich über die Wärmebildkamera auf dem La Montagnola thermische Anomalien innerhalb der Aschewolke beobachten. Bei den späteren Aschefreisetzungen sind mir solche Anomalien dann nicht mehr aufgefallen. Nach Eintritt der Dunkelheit konnte ich bisher noch keine Glut im Bereich des Neuen Südostkraters beobachten.
Dieses Webcam-Foto vom heutigen Mittag zeigt eine der Aschefreisetzungen am Neuen Südostkrater. Am rechten Bildrand kann man gerade noch die nach Osten abziehende Aschewolke erkennen, die kurz davor aus dem Schlot des Kraters (links davon im Dunst) emittiert wurde:

Foto vom 27.01.12, 13:33 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.
Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 16.01. - 22.01. etwas niedriger als in der Vorwoche. Es zeigte sich kein definierter Trend, wobei am 22.01. eine Emissionsrate von über 5000 und am 20. und 21.01. eine Emissionsrate von über 6000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen wurde. Im gleichen Zeitraum lagen die Emissionsraten für Chlor- bzw. Fluorwasserstoff niedriger als bei früheren Messungen [1].
Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf niedrigem Niveau. Die Online-Seismogramme der Gipfelregion zeigten zunächst nur selten langperiodische Signale. Gestern und heute waren sie etwas häufiger [2].
Am 19.01. wurde bei Santa Venerina (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert [3].
Auch in der vergangenen Woche konzentrierten sich die Gasemissionen des Ätna wieder auf die Bocca Nuova und auf den Nordostkrater. Am Nordostkrater zeigte sich meist pulsartige Gasemission, während die Gasfreisetzung an der Bocca Nuova anhaltend war und sich auf den nordwestlichen Bereich konzentrierte. Am Südostkrater setzten die Fumarolen an seiner oberen östlichen Flanke weiterhin das meiste Gas frei. Am Neuen Südostkrater wirkten die Gasemissionen am 20.01. stärker und waren mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt. An den nachfolgenden Tagen kam es lediglich zu schwacher Gasemission aus den Fumarolen am Kraterrand. Heute Mittag gegen 12:24 Uhr ereignete sich dann eine explosive Aschefreisetzung die zur Emission einer blumenkohlförmigen grauen Aschewolke führte, die vom Wind in östliche Richtung getragen wurde. Im Laufe des Nachmittags folgten weitere Ascheemissionen, die mal kräftiger und mal schwächer waren. Bei der ersten Ascheemission konnte ich über die Wärmebildkamera auf dem La Montagnola thermische Anomalien innerhalb der Aschewolke beobachten. Bei den späteren Aschefreisetzungen sind mir solche Anomalien dann nicht mehr aufgefallen. Nach Eintritt der Dunkelheit konnte ich bisher noch keine Glut im Bereich des Neuen Südostkraters beobachten.
Dieses Webcam-Foto vom heutigen Mittag zeigt eine der Aschefreisetzungen am Neuen Südostkrater. Am rechten Bildrand kann man gerade noch die nach Osten abziehende Aschewolke erkennen, die kurz davor aus dem Schlot des Kraters (links davon im Dunst) emittiert wurde:

Foto vom 27.01.12, 13:33 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.
Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 16.01. - 22.01. etwas niedriger als in der Vorwoche. Es zeigte sich kein definierter Trend, wobei am 22.01. eine Emissionsrate von über 5000 und am 20. und 21.01. eine Emissionsrate von über 6000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen wurde. Im gleichen Zeitraum lagen die Emissionsraten für Chlor- bzw. Fluorwasserstoff niedriger als bei früheren Messungen [1].
Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf niedrigem Niveau. Die Online-Seismogramme der Gipfelregion zeigten zunächst nur selten langperiodische Signale. Gestern und heute waren sie etwas häufiger [2].
Am 19.01. wurde bei Santa Venerina (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert [3].
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 16/01/2012 - 22/01/2012
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Monitoraggio sismico e vulcanico. Etna. Segnali sismici in tempo reale. Tracciato Sismico della Stazione ESVO HHZ IT
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
20. Januar 2012
Auch in der letzten Woche war die Aktivität des Ätna sehr niedrig. Allerdings zeigten sich einige langperiodische Signale und die Gasemissionen
haben auch etwas zugenommen und waren am Neuen Südostkrater geringfügig mit Asche durchsetzt.
In der vergangenen Woche konzentrierten sich die Gasemissionen des Ätna weiterhin auf die Bocca Nuova und auf den Nordostkrater. Am Nordostkrater zeigte sich meist pulsartige Gasemission, während die Gasfreisetzung an der Bocca Nuova anhaltend war und sich auf den nordwestlichen Bereich konzentrierte. Manchmal sah es so aus, als wäre die Gaswolke auch mit etwas Asche durchsetzt. Am Südostkrater setzten die Fumarolen an seiner oberen östlichen Flanke weiterhin das meiste Gas frei. Am Neuen Südostkrater kam es zu schwacher Gasemission aus Fumarolen an seinem Kraterrand. Am 18.01. und 19.01. wirkten die Gasemissionen dort stärker und waren mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt.
Inzwischen wurden die Ascheablagerungen des Paroxysmus vom 05.01.2012 vom INGV untersucht:
Dabei wurde bei Ragalna (13 Km vom Neuen Südostkrater entfernt) eine Aschemenge von 1 Kg/m2 gemessen. Bei Paternò (23 Km vom Krater entfernt) wurden 300 g/m2, bei Santa Maria di Licodia (18 Km vom Krater entfernt aber am Rande des Niederschlaggebiets) 95 g/m2 und bei Vittoria (95 Km vom Krater entfernt) 35 g/m2 registriert.
Bei der Bestimmung der Dimension der Aschepartikel zeigte sich, dass ca. 80% des Materials das in Ragalna niedergegangen war einen Durchmesser von 1 - 2 mm hatte. Dagegen war die Hauptfraktion (ca. 80%) des Materials aus Santa Maria di Licodia mit einem Durchmesser von 0,25 - 0,55 mm deutlich feiner. Eine Analyse ergab, dass die Asche fast ausschließlich aus frischem Material besteht. Dabei handelt es sich zu 84% um Sideromelan und zu 14% um Tachilit. Das Sideromelan hat eine bräunlich-klare Farbe und besteht zum einen aus Partikeln mit länglicher Form und "flüssiger", mit Blasen besetzter Oberfläche und zum anderen aus körnigen Partikeln mit blasenreicher Oberfläche. Das Tachylit ist schwarz-glänzend und besitzt eine quadratische Form. Die wenigen Prozent litischen bzw. kristallinen Materials bestehen aus rötlich gefärbten Partikeln bzw. aus Fragmenten von Plagioglas [1].
Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 09.01. - 15.01. etwas höher als in der Vorwoche. Es zeigte sich kein definierter Trend, wobei am 10. und 11.01. Emissionsraten von über 5000 und am 13. und 14.01. von über 6000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen wurden [2].
Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf niedrigem Niveau. Die Online-Seismogramme der Gipfelregion zeigten zeitweise eine Häufung langperiodischer Signale [3]. Wie das INGV berichtet traten diese Cluster am 12., 13. und 15.01. auf [2].
Am 09.01. kam es östlich des Monte Grosso (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am 14.01. ereignete sich nordwestlich von Randazzo (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 2.0. Am 15.01. wurde nordwestlich von Adrano (Südflanke) ein Beben der Stärke 2.0 gemessen. Am gleichen Tag kam es nördlich des Monte Collabasso (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 19.01. wurde bei Santa Venerina (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert [4].
In der vergangenen Woche konzentrierten sich die Gasemissionen des Ätna weiterhin auf die Bocca Nuova und auf den Nordostkrater. Am Nordostkrater zeigte sich meist pulsartige Gasemission, während die Gasfreisetzung an der Bocca Nuova anhaltend war und sich auf den nordwestlichen Bereich konzentrierte. Manchmal sah es so aus, als wäre die Gaswolke auch mit etwas Asche durchsetzt. Am Südostkrater setzten die Fumarolen an seiner oberen östlichen Flanke weiterhin das meiste Gas frei. Am Neuen Südostkrater kam es zu schwacher Gasemission aus Fumarolen an seinem Kraterrand. Am 18.01. und 19.01. wirkten die Gasemissionen dort stärker und waren mit etwas bräunlicher Asche durchsetzt.
Inzwischen wurden die Ascheablagerungen des Paroxysmus vom 05.01.2012 vom INGV untersucht:
Dabei wurde bei Ragalna (13 Km vom Neuen Südostkrater entfernt) eine Aschemenge von 1 Kg/m2 gemessen. Bei Paternò (23 Km vom Krater entfernt) wurden 300 g/m2, bei Santa Maria di Licodia (18 Km vom Krater entfernt aber am Rande des Niederschlaggebiets) 95 g/m2 und bei Vittoria (95 Km vom Krater entfernt) 35 g/m2 registriert.
Bei der Bestimmung der Dimension der Aschepartikel zeigte sich, dass ca. 80% des Materials das in Ragalna niedergegangen war einen Durchmesser von 1 - 2 mm hatte. Dagegen war die Hauptfraktion (ca. 80%) des Materials aus Santa Maria di Licodia mit einem Durchmesser von 0,25 - 0,55 mm deutlich feiner. Eine Analyse ergab, dass die Asche fast ausschließlich aus frischem Material besteht. Dabei handelt es sich zu 84% um Sideromelan und zu 14% um Tachilit. Das Sideromelan hat eine bräunlich-klare Farbe und besteht zum einen aus Partikeln mit länglicher Form und "flüssiger", mit Blasen besetzter Oberfläche und zum anderen aus körnigen Partikeln mit blasenreicher Oberfläche. Das Tachylit ist schwarz-glänzend und besitzt eine quadratische Form. Die wenigen Prozent litischen bzw. kristallinen Materials bestehen aus rötlich gefärbten Partikeln bzw. aus Fragmenten von Plagioglas [1].
Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 09.01. - 15.01. etwas höher als in der Vorwoche. Es zeigte sich kein definierter Trend, wobei am 10. und 11.01. Emissionsraten von über 5000 und am 13. und 14.01. von über 6000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen wurden [2].
Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf niedrigem Niveau. Die Online-Seismogramme der Gipfelregion zeigten zeitweise eine Häufung langperiodischer Signale [3]. Wie das INGV berichtet traten diese Cluster am 12., 13. und 15.01. auf [2].
Am 09.01. kam es östlich des Monte Grosso (Südflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7. Am 14.01. ereignete sich nordwestlich von Randazzo (Nordwestflanke) ein Beben der Stärke 2.0. Am 15.01. wurde nordwestlich von Adrano (Südflanke) ein Beben der Stärke 2.0 gemessen. Am gleichen Tag kam es nördlich des Monte Collabasso (Nordwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.5. Am 19.01. wurde bei Santa Venerina (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert [4].
- Lo Castro D., Scollo S., Amantia A., Spata G. 2012. Caratteristiche del deposito di caduta del parossismo del 5 Gennaio 2012 al Nuovo Cratere di Sud Est. INGV-Sezione di Catania
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 09/01/2012 - 15/01/2012
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Monitoraggio sismico e vulcanico. Etna. Segnali sismici in tempo reale. Tracciato Sismico della Stazione ESVO HHZ IT
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
13. Januar 2012
Die vergangenen Tage verliefen am Ätna sehr ruhig. Tremor und seismische Aktivität blieben niedrig.
Nach dem Paroxysmus vom 05.01. am Neuen Südostkrater kam es in den vergangenen Tagen an den Gipfelkratern zu den üblichen Gasfreisetzungen. Diese waren an Bocca Nuova und am Nordostkrater wieder am stärksten. Am Südostkrater setzten Fumarolen an der oberen östlichen Flanke das meiste Gas frei. Am Neuen Südostkrater kam es anfangs noch zu etwas Gasemission aus dem Schlot. Später konzentrierte sich die Gasemission auf einzelne Fumarolen am Kraterrand.
Inzwischen wurde vom INGV ein detaillierter Bericht zum jüngsten Paroxysmus veröffentlicht:
Nach einer Ruhephase von 50 Tagen reaktivierte sich der Neue Südostkrater am Abend des 04.01.2012 und produzierte am Morgen des 05. Januar die erste paroxymale eruptive Episode des Jahres (die 19. seit Anfang der Serie die am 12.01.2011 startete).
Dem Wiedererwachen gingen verschiedene Zeichen der Unruhe voraus die von den Beobachtungssystemen des INGV-Osservatorio Etneo (INGV-OE) in den ersten Tagen des Jahres 2012 aufgezeichnet wurden. Diese beinhalteten starke Fluktuationen des vulkanischen Tremors, einen Anstieg der Gasfreisetzung aus der Bocca Nuova der in einem Explosionsbeben am Abend des 02. Januar gipfelte das von geringer Asche- und Gasemission begleitet war und schließlich in der Wiederaufnahme schwacher explosiver Aktivität im Neuen Südostkrater am 04. Januar. Das EBELO Infrasonic-Aufzeichnungsgerät, das sich ca. 0,9 Kilometer südöstlich des Kraters befindet, begann am 04.01. gegen 09:20 Uhr kleine Explosionssignale aufzuzeichnen.
Am späten Abend des 04. Januar war im Bereich des Neuen Südostkraters schwache Glut sichtbar, jedoch wurden die Beobachtungen durch schlechtes Wetter stark behindert. Ab 23:30 Uhr wurde zeitweilig von INGV-OE Mitarbeitern, von verschiedenen Stellen der südöstlichen und nordöstlichen Flanke des Vulkans aus, strombolianische Aktivität beobachtet. Ab 03:00 Uhr war die Aktivität dann unter kontinuierlicher Beobachtung. Gegen 03:45 Uhr begann sich ein kleiner Lavastrom auf den Weg durch die tiefe Bresche zu machen, die den südöstlichen Kraterrand durchschneidet. Dieser Strom kam nur sehr langsam voran und nahm den gleichen Weg wie die Lavaströme die bei früheren paroxymalen Episoden freigesetzt wurden.
Während den nachfolgenden Stunden nahm die strombolianische Aktivität an Stärke zu und ab 05:00 Uhr steigerte sie sich schneller und wurde praktisch kontinuierlich. Zwischen 05:45 Uhr und 06:00 Uhr ging die strombolianische Aktivität in die diskontinuierliche und pulsierende Emission einer Fontäne über die eine Höhe von 100 - 150 m erreichte.
Gegen 05:50 Uhr wurde die Aschefreisetzung signifikant stärker, was von einem heftigen Fallout aus Schlacke und Bomben auf die Flanken des Kegels begleitet war. Ab 06:15 Uhr wurde die Lavafontäne kontinuierlich und produzierte eine Eruptionssäule aus Asche und Dampf die schnell aufstieg und gegen 07:00 Uhr eine Höhe von 7000 - 8000 m über Meeresspiegel erreichte.
Im Zeitraum zwischen 06:35 Uhr und 06:45 Uhr war der Kegel komplett von glühendem pyroklastischem Material bedeckt. Dieses interagierte mit dem Schnee und produzierte dadurch Lawinen und kleine pyroklastische Ströme die eine Länge von wenigen hundert Metern erreichten. Diese Ströme bewegten sich wiederholt weit über die Schneedecke an der Basis des Kegels hinweg und generierten, insbesondere an den nordöstlichen, östlichen und südlichen Flanken des Kegels, phreatomagmatische Phänomene und kleine Lahars (Schlammströme). Die längsten Ströme erreichten beinahe den zentralen Abschnitt der eruptiven Spalte vom 13.05.2008. Die Schlote an der oberen nördlichen Flanke des Kegels emittierten einen kleinen Lavastrom der einige wenige hundert Meter voran kam, bevor er den oberen Abschnitt der eruptiven Spalte vom 13.05.2008 erreichte. Gegen 07:00 Uhr öffneten sich mehrere eruptive Schlote innerhalb der Spalte die den nördlichen Rand des Neuen Südostkraters durchschneidet. Sie produzierten zeitweise kleine Lavafontänen. Um 07:20 Uhr markierte eine schwere Explosion die Öffnung eines Schlots an der oberen südöstlichen Flanke des Kegels. Dabei wurde ein Teil des südöstlichen Kraterrands zerstört. Kurz nach 07:30 Uhr emittierte die Bocca Nuova eine Aschewolke der schwächere Emission von Gas gemischt mit Asche folgte. Am Neuen Südostkrater setzte sich die paroxymale eruptive Aktivität bis 07:57 Uhr mit voller Kraft fort. Sie endete dann innerhalb weniger Minuten relativ abrupt und bis 08:30 Uhr kam es lediglich noch zu passiver Emission von Asche. Auch an der Bocca Nuova setzten sich die Ascheemissionen fort und gingen gegen 09:30 Uhr zu Ende.
Nach dem Ende des Paroxysmus bewegte sich für wenige zig Minuten die gesamte nördliche Flanke des neuen Südostkrater-Kegels. Dies wurde durch langsames Rutschen des an dieser Seite zahlreich abgelagerten pyroklastischen Materials verursacht. Der Prozess wurde von reichlicher Freisetzung blauen Gases begleitet.
Diese paroxymale Episode hat sich nach einer der längsten Ruhephasen der aktuellen eruptiven Sequenz, die vor einem Jahr begann, ereignet. Nur die Intervalle zwischen Episode Nr. 2 (18.02.2011) und 3 (10.04.2011), sowie 4 (12.05.2011) und 5 (09.07.2011) waren mit 51 bzw. 58 Tagen länger. Im Bezug auf die explosive Tätigkeit war dies eines der heftigsten Ereignisse. Allerdings war die Menge der freigesetzten Lava deutlich niedriger als bei früheren Episoden. Der Hauptlavastrom der sich nach Südosten in Richtung des Valle del Bove bewegte, kam ein wenig mehr als zwei Kilometer voran und floss entlang der nördlichen Flanke der Serra Giannicola [1].
Hier noch einige Fotos die mir freundlicherweise von "SBB" zur Verfügung gestellt wurden und die während bzw. nach der Schlussphase des Paroxysmus vom 05.01. entstanden:
© SBB
05.01.2012
Dieses Foto entstand am Bahnhof von Catania und zeigt die mächtige Eruptionssäule die am Morgen des 05.01.2012 über dem Neuen Südostkrater steht. Die Eruptionssäule bildet auf 7000 - 8000 m Höhe eine Wolke und wird vom Wind in südliche Richtung getrieben.
© SBB
05.01.2012 09:20 Uhr
Blick nach dem Ende des Paroxysmus von der Ostflanke aus auf den Neuen Südostkrater. Die frische Lava dampft noch kräftig und hebt sich gut von dem Schnee ab der die westliche Wand des Valle del Bove überzieht. Darüber ragt der schwarze Kegel des Neuen Südostkraters empor. Aus der Bresche, die deutlich breiter als vor dem Paroxysmus aussieht, dampft es ebenfalls noch recht kräftig.
© SBB
05.01.2012 09:50 Uhr
Asche und Lapilli sind diesmal im südlichen Sektor des Ätna herab geregnet. Besonders betroffen ist auch der Touristenkomplex am Rifugio Sapienza wo dieses Foto entstand. Hier findet sich sogar mehrere Zentimeter großes Lapilli.
© SBB
05.01.2012 11:35 Uhr
Blick über die mit Lapilli und Schnee überzogenen Aschefelder des Piano del Lago nach Norden auf den Neuen Südostkrater. Dieser setzt immer noch verstärkt Gas frei. An seinem südöstlichen Kraterrand fehlt ein Stück und dadurch wirkt die Bresche nun viel breiter.
© SBB
05.01.2012 11:55 Uhr
Blick aus südöstlicher Richtung auf den Neuen Südostkrater. Nun kann man sehr schön die nach Süden erweiterte Bresche erkennen die in Richtung Kegelbasis in einen breiten Lavakanal übergeht. Ein Teil des südöstlichen Kraterrands ist durch die explosive Öffnung eines Schlots während dem Paroxysmus verschwunden. Eine kleine bräunliche Aschewolke steigt auf, die offenbar von einer kleineren Hangrutschung verursacht wird.
© SBB
05.01.2012 11:56 Uhr
Es wird zwar keine frische Lava mehr gefördert, aber dennoch ist der Lavastrom besonders innerhalb der Bresche in Bewegung. Immer wieder brechen die nur oberflächlich abgekühlten Blöcke auf und glühendes Material wird sichtbar. Unter Freisetzung von bläulichem Gas kullern die heißen Brocken den Hang hinab.
Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 02.01. - 08.01. ähnlich hoch wie in der Vorwoche. Es zeigte sich ein zunehmender Trend, wobei am 07. und 08.01. Emissionsraten von über 6000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen wurden. Am Tag des Paroxysmus, dem 05.01. wurde eine Emissionsrate von 8000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag registriert. Dagegen waren die Gasfreisetzungen am 04.01. mit lediglich 400 Tonnen pro Tag sehr niedrig [2].
Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf niedrigem Niveau. Die Online-Seismogramme der Gipfelregion zeigten häufig schwache langperiodische Signale [3].
Am 02.01. wurde bei Lavinaio (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 09.01. kam es östlich des Monte Grosso (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7 [4].
Nach dem Paroxysmus vom 05.01. am Neuen Südostkrater kam es in den vergangenen Tagen an den Gipfelkratern zu den üblichen Gasfreisetzungen. Diese waren an Bocca Nuova und am Nordostkrater wieder am stärksten. Am Südostkrater setzten Fumarolen an der oberen östlichen Flanke das meiste Gas frei. Am Neuen Südostkrater kam es anfangs noch zu etwas Gasemission aus dem Schlot. Später konzentrierte sich die Gasemission auf einzelne Fumarolen am Kraterrand.
Inzwischen wurde vom INGV ein detaillierter Bericht zum jüngsten Paroxysmus veröffentlicht:
Nach einer Ruhephase von 50 Tagen reaktivierte sich der Neue Südostkrater am Abend des 04.01.2012 und produzierte am Morgen des 05. Januar die erste paroxymale eruptive Episode des Jahres (die 19. seit Anfang der Serie die am 12.01.2011 startete).
Dem Wiedererwachen gingen verschiedene Zeichen der Unruhe voraus die von den Beobachtungssystemen des INGV-Osservatorio Etneo (INGV-OE) in den ersten Tagen des Jahres 2012 aufgezeichnet wurden. Diese beinhalteten starke Fluktuationen des vulkanischen Tremors, einen Anstieg der Gasfreisetzung aus der Bocca Nuova der in einem Explosionsbeben am Abend des 02. Januar gipfelte das von geringer Asche- und Gasemission begleitet war und schließlich in der Wiederaufnahme schwacher explosiver Aktivität im Neuen Südostkrater am 04. Januar. Das EBELO Infrasonic-Aufzeichnungsgerät, das sich ca. 0,9 Kilometer südöstlich des Kraters befindet, begann am 04.01. gegen 09:20 Uhr kleine Explosionssignale aufzuzeichnen.
Am späten Abend des 04. Januar war im Bereich des Neuen Südostkraters schwache Glut sichtbar, jedoch wurden die Beobachtungen durch schlechtes Wetter stark behindert. Ab 23:30 Uhr wurde zeitweilig von INGV-OE Mitarbeitern, von verschiedenen Stellen der südöstlichen und nordöstlichen Flanke des Vulkans aus, strombolianische Aktivität beobachtet. Ab 03:00 Uhr war die Aktivität dann unter kontinuierlicher Beobachtung. Gegen 03:45 Uhr begann sich ein kleiner Lavastrom auf den Weg durch die tiefe Bresche zu machen, die den südöstlichen Kraterrand durchschneidet. Dieser Strom kam nur sehr langsam voran und nahm den gleichen Weg wie die Lavaströme die bei früheren paroxymalen Episoden freigesetzt wurden.
Während den nachfolgenden Stunden nahm die strombolianische Aktivität an Stärke zu und ab 05:00 Uhr steigerte sie sich schneller und wurde praktisch kontinuierlich. Zwischen 05:45 Uhr und 06:00 Uhr ging die strombolianische Aktivität in die diskontinuierliche und pulsierende Emission einer Fontäne über die eine Höhe von 100 - 150 m erreichte.
Gegen 05:50 Uhr wurde die Aschefreisetzung signifikant stärker, was von einem heftigen Fallout aus Schlacke und Bomben auf die Flanken des Kegels begleitet war. Ab 06:15 Uhr wurde die Lavafontäne kontinuierlich und produzierte eine Eruptionssäule aus Asche und Dampf die schnell aufstieg und gegen 07:00 Uhr eine Höhe von 7000 - 8000 m über Meeresspiegel erreichte.
Im Zeitraum zwischen 06:35 Uhr und 06:45 Uhr war der Kegel komplett von glühendem pyroklastischem Material bedeckt. Dieses interagierte mit dem Schnee und produzierte dadurch Lawinen und kleine pyroklastische Ströme die eine Länge von wenigen hundert Metern erreichten. Diese Ströme bewegten sich wiederholt weit über die Schneedecke an der Basis des Kegels hinweg und generierten, insbesondere an den nordöstlichen, östlichen und südlichen Flanken des Kegels, phreatomagmatische Phänomene und kleine Lahars (Schlammströme). Die längsten Ströme erreichten beinahe den zentralen Abschnitt der eruptiven Spalte vom 13.05.2008. Die Schlote an der oberen nördlichen Flanke des Kegels emittierten einen kleinen Lavastrom der einige wenige hundert Meter voran kam, bevor er den oberen Abschnitt der eruptiven Spalte vom 13.05.2008 erreichte. Gegen 07:00 Uhr öffneten sich mehrere eruptive Schlote innerhalb der Spalte die den nördlichen Rand des Neuen Südostkraters durchschneidet. Sie produzierten zeitweise kleine Lavafontänen. Um 07:20 Uhr markierte eine schwere Explosion die Öffnung eines Schlots an der oberen südöstlichen Flanke des Kegels. Dabei wurde ein Teil des südöstlichen Kraterrands zerstört. Kurz nach 07:30 Uhr emittierte die Bocca Nuova eine Aschewolke der schwächere Emission von Gas gemischt mit Asche folgte. Am Neuen Südostkrater setzte sich die paroxymale eruptive Aktivität bis 07:57 Uhr mit voller Kraft fort. Sie endete dann innerhalb weniger Minuten relativ abrupt und bis 08:30 Uhr kam es lediglich noch zu passiver Emission von Asche. Auch an der Bocca Nuova setzten sich die Ascheemissionen fort und gingen gegen 09:30 Uhr zu Ende.
Nach dem Ende des Paroxysmus bewegte sich für wenige zig Minuten die gesamte nördliche Flanke des neuen Südostkrater-Kegels. Dies wurde durch langsames Rutschen des an dieser Seite zahlreich abgelagerten pyroklastischen Materials verursacht. Der Prozess wurde von reichlicher Freisetzung blauen Gases begleitet.
Diese paroxymale Episode hat sich nach einer der längsten Ruhephasen der aktuellen eruptiven Sequenz, die vor einem Jahr begann, ereignet. Nur die Intervalle zwischen Episode Nr. 2 (18.02.2011) und 3 (10.04.2011), sowie 4 (12.05.2011) und 5 (09.07.2011) waren mit 51 bzw. 58 Tagen länger. Im Bezug auf die explosive Tätigkeit war dies eines der heftigsten Ereignisse. Allerdings war die Menge der freigesetzten Lava deutlich niedriger als bei früheren Episoden. Der Hauptlavastrom der sich nach Südosten in Richtung des Valle del Bove bewegte, kam ein wenig mehr als zwei Kilometer voran und floss entlang der nördlichen Flanke der Serra Giannicola [1].
Hier noch einige Fotos die mir freundlicherweise von "SBB" zur Verfügung gestellt wurden und die während bzw. nach der Schlussphase des Paroxysmus vom 05.01. entstanden:
© SBB
05.01.2012
Dieses Foto entstand am Bahnhof von Catania und zeigt die mächtige Eruptionssäule die am Morgen des 05.01.2012 über dem Neuen Südostkrater steht. Die Eruptionssäule bildet auf 7000 - 8000 m Höhe eine Wolke und wird vom Wind in südliche Richtung getrieben.
© SBB
05.01.2012 09:20 Uhr
Blick nach dem Ende des Paroxysmus von der Ostflanke aus auf den Neuen Südostkrater. Die frische Lava dampft noch kräftig und hebt sich gut von dem Schnee ab der die westliche Wand des Valle del Bove überzieht. Darüber ragt der schwarze Kegel des Neuen Südostkraters empor. Aus der Bresche, die deutlich breiter als vor dem Paroxysmus aussieht, dampft es ebenfalls noch recht kräftig.
© SBB
05.01.2012 09:50 Uhr
Asche und Lapilli sind diesmal im südlichen Sektor des Ätna herab geregnet. Besonders betroffen ist auch der Touristenkomplex am Rifugio Sapienza wo dieses Foto entstand. Hier findet sich sogar mehrere Zentimeter großes Lapilli.
© SBB
05.01.2012 11:35 Uhr
Blick über die mit Lapilli und Schnee überzogenen Aschefelder des Piano del Lago nach Norden auf den Neuen Südostkrater. Dieser setzt immer noch verstärkt Gas frei. An seinem südöstlichen Kraterrand fehlt ein Stück und dadurch wirkt die Bresche nun viel breiter.
© SBB
05.01.2012 11:55 Uhr
Blick aus südöstlicher Richtung auf den Neuen Südostkrater. Nun kann man sehr schön die nach Süden erweiterte Bresche erkennen die in Richtung Kegelbasis in einen breiten Lavakanal übergeht. Ein Teil des südöstlichen Kraterrands ist durch die explosive Öffnung eines Schlots während dem Paroxysmus verschwunden. Eine kleine bräunliche Aschewolke steigt auf, die offenbar von einer kleineren Hangrutschung verursacht wird.
© SBB
05.01.2012 11:56 Uhr
Es wird zwar keine frische Lava mehr gefördert, aber dennoch ist der Lavastrom besonders innerhalb der Bresche in Bewegung. Immer wieder brechen die nur oberflächlich abgekühlten Blöcke auf und glühendes Material wird sichtbar. Unter Freisetzung von bläulichem Gas kullern die heißen Brocken den Hang hinab.
Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 02.01. - 08.01. ähnlich hoch wie in der Vorwoche. Es zeigte sich ein zunehmender Trend, wobei am 07. und 08.01. Emissionsraten von über 6000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen wurden. Am Tag des Paroxysmus, dem 05.01. wurde eine Emissionsrate von 8000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag registriert. Dagegen waren die Gasfreisetzungen am 04.01. mit lediglich 400 Tonnen pro Tag sehr niedrig [2].
Der Tremor schwankte in der letzten Woche auf niedrigem Niveau. Die Online-Seismogramme der Gipfelregion zeigten häufig schwache langperiodische Signale [3].
Am 02.01. wurde bei Lavinaio (Südostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Am 09.01. kam es östlich des Monte Grosso (Südwestflanke) zu einem Beben der Stärke 1.7 [4].
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Il parossismo dell'Etna del 5 gennaio 2012 * The 5 January 2012 paroxysm of Etna
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 02/01/2012 - 08/01/2012
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Monitoraggio sismico e vulcanico. Etna. Segnali sismici in tempo reale. Tracciato Sismico della Stazione ESVO HHZ IT
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
06. Januar 2012
Gestern hat sich am Neuen Südostkrater der erste Paroxysmus des Jahres 2012 ereignet. Er verlief ähnlich wie die letzten derartigen Ereignisse, war diesmal
aber durch eine längere Aufbauphase, sowie der Emission kleiner pyroklastischer Ströme gekennzeichnet.
In der vergangenen Woche zeigten die Webcams zunächst die üblichen Gasfreisetzungen die an Bocca Nuova und am Nordostkrater wieder am stärksten waren. Während die Gasemission am Nordostkrater meist pulsartig war, zeigte sich an der Bocca Nuova eher anhaltende Gasemission die sich auf den nordwestlichen Bereich des Kraters konzentrierte. Am Südostkrater wurde das meiste Gas aus Fumarolen an seiner oberen südöstlichen Flanke emittiert. Am Neuen Südostkrater setzten lediglich einzelne Fumarolen entlang des Kraterrands etwas Gas frei. Am Abend des 01.01. konnte ich über eine lichtstarke Webcam schwaches rötliches Leuchten über dem Neuen Südostkrater beobachten. Offenbar wurde die Gaswolke über dem Kegel vom Schlot aus schwach rötlich illuminiert. Am Abend des 04.01. setzte an diesem Krater dann strombolianische Aktivität ein, die nach 50 Tagen Ruhe den ersten Paroxysmus des Jahres 2012 einleitete:
Die schwache strombolianische Aktivität, die ich am Abend des 04.01. kurz nach 21:00 Uhr über einige Webcams beobachten konnte, steigerte sich am späten Abend nur langsam und dauerte auch in den frühen Morgenstunden des 05.01. noch an.
Ab ca. 03:30 Uhr zeigte die Wärmebildkamera auf dem La Montagnola eine schwache thermische Anomalie innerhalb der Bresche die sich an der Südostflanke des Neuen Südostkraters befindet. Nach etwa 15 Minuten verstärkte sich die thermische Anomalie und dehnte sich in östliche Richtung aus, was auf die Freisetzung eines Lavastroms hindeutete. Ab 04:00 Uhr wurden die strombolianischen Explosionen dann deutlich stärker und kontinuierlich. Kurz nach 06:00 Uhr gingen sie in die Emission einer schmalen Lavafontäne über. Die Lavafontäne wurde innerhalb der nächsten 30 Minuten langsam höher und allmählich wurde die Szenerie von der aufgehenden Sonne beleuchtet. Nun stieg die Fontäne rasch in den Himmel empor und erreichte bald eine Höhe von ca. 600 - 800 m. Über dem Krater bildete sich eine mehrere Kilometer hohe Eruptionssäule aus Gas, Asche und Lapilli die nahezu senkrecht aufstieg und erst dann vom Wind in südliche Richtung getrieben wurde. Ab etwa 06:45 Uhr begann vermehrt pyroklastisches Material auf die Flanken des Kegels niederzugehen und es mischte sich mehr und mehr Asche in die Lavafontänen die inzwischen aus mindestens drei verschiedenen Schloten innerhalb des Kegels gefördert wurden. Das herabregnende glühende Material erzeugte bei dem Aufprall auf dem Schnee viele kleine Dampfwolken. Zwischen 07:20 Uhr und 07:40 Uhr kam es durch die Interaktion von herabstürzendem heißem Material und Schnee sogar zu mehreren kleinen pyroklastischen Strömen die sich der nordöstlichen Flanke des Kegels hinab bewegten. Zwischen 07:00 Uhr und 07:30 Uhr wurde außerdem entlang einer Spalte an der Nordflanke des Kegels pulsartig weißer Dampf freigesetzt. Zu dieser Zeit war die Gasemission im nordwestlichen Bereich der Bocca Nuova ebenfalls stärker und es sah so aus als sei dabei auch etwas Asche emittiert worden. Gegen 07:50 Uhr ging die eruptive Aktivität dann zu Ende und es wurde noch sporadisch etwas Asche freigesetzt. Nur der Lavastrom bewegte sich noch einige Zeit in Richtung Valle del Bove und nahm dabei einem ähnlichen Weg wie bei den früheren Paroxysmen. Innerhalb der Bresche des Kegels brachen bis zum Mittag immer wieder große glühende Blöcke ab und purzelten der Flanke hinab.
Asche und Lapilli ging insbesondere auf der Südflanke des Ätna nieder. Im Bereich des Rifugio Sapienza waren noch bis zu 5 cm große Lapilli zu finden. Betroffen von der Asche war auch der Großraum Paternó.
Nach dem Paroxysmus kam es am Vormittag des 05.01. noch zu verstärkter Gasemission aus dem Neuen Südostkrater, aber auch aus der Bocca Nuova. Später stellten sich wieder die gewohnten Gasfreisetzungen ein.
Auf diesem Webcam-Foto kann man neben der Lavafontäne, die ab diesem Zeitpunkt immer mehr Asche enthielt, auch einen kleinen Teil des Lavastroms erkennen, der sich durch die Bresche (rechts unterhalb des Kegels) in östliche Richtung bewegt:

Foto vom 05.01.12, 06:51 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.
Dieses Webcam-Foto entstand zum Höhepunkt des Paroxysmus und zeigt mindestens drei verschiedene Lavafontänen innerhalb des Kraters. Während glühendes pyroklastisches Material auf die Ostflanke des Kegels herab regnet, treibt der Wind die Aschewolke in südliche Richtung:

Foto vom 05.01.2012, 07:12 Uhr: Webcam auf dem Pizzi Deneri, Etna Trekking
Dieses Webcam-Foto zeigt neben der dichten Säule aus Asche und Gas, die den gesamten Neuen Südostkrater einhüllt, einige flache weiße Wolken an der unteren nordöstlichen Flanke des Kegels. Sie stammen von kleinen pyroklatischen Strömen und wurden durch die Interaktion des heißen Materials mit Schnee erzeugt:

Foto vom 05.01.2012, 07:27 Uhr: Milo-Webcam des INGV
Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 26.12. - 01.01. niedriger als in der Vorwoche. Es zeigte sich kein klarer Trend und die höchsten Messwerte lagen bei bis zu 6000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1].
Der Tremor nahm am Abend des 04.01. zunächst langsam, dann in den frühen Morgenstunden des 05.01. immer schneller zu. Gegen 07:00 Uhr erreichte er sein Höhepunkt auf sehr hohem Niveau. Nach dem Ende des Paroxysmus fiel er rasch wieder auf niedriges Niveau zurück. Auf den Online-Seismogrammen der Gipfelregion zeigten sich am 05.01. nach dem Ende des Paroxysmus noch einige kräftige langperiodische Signale [2].
Am 01.01. kam es nördlich von Maletto (Nordwestflanke) zu mehreren Beben die Magnituden zwischen 2.1 und 3.5 erreichten. Die Hyperzentren lagen in ca. 30 Kilometern Tiefe [3].
In der vergangenen Woche zeigten die Webcams zunächst die üblichen Gasfreisetzungen die an Bocca Nuova und am Nordostkrater wieder am stärksten waren. Während die Gasemission am Nordostkrater meist pulsartig war, zeigte sich an der Bocca Nuova eher anhaltende Gasemission die sich auf den nordwestlichen Bereich des Kraters konzentrierte. Am Südostkrater wurde das meiste Gas aus Fumarolen an seiner oberen südöstlichen Flanke emittiert. Am Neuen Südostkrater setzten lediglich einzelne Fumarolen entlang des Kraterrands etwas Gas frei. Am Abend des 01.01. konnte ich über eine lichtstarke Webcam schwaches rötliches Leuchten über dem Neuen Südostkrater beobachten. Offenbar wurde die Gaswolke über dem Kegel vom Schlot aus schwach rötlich illuminiert. Am Abend des 04.01. setzte an diesem Krater dann strombolianische Aktivität ein, die nach 50 Tagen Ruhe den ersten Paroxysmus des Jahres 2012 einleitete:
Die schwache strombolianische Aktivität, die ich am Abend des 04.01. kurz nach 21:00 Uhr über einige Webcams beobachten konnte, steigerte sich am späten Abend nur langsam und dauerte auch in den frühen Morgenstunden des 05.01. noch an.
Ab ca. 03:30 Uhr zeigte die Wärmebildkamera auf dem La Montagnola eine schwache thermische Anomalie innerhalb der Bresche die sich an der Südostflanke des Neuen Südostkraters befindet. Nach etwa 15 Minuten verstärkte sich die thermische Anomalie und dehnte sich in östliche Richtung aus, was auf die Freisetzung eines Lavastroms hindeutete. Ab 04:00 Uhr wurden die strombolianischen Explosionen dann deutlich stärker und kontinuierlich. Kurz nach 06:00 Uhr gingen sie in die Emission einer schmalen Lavafontäne über. Die Lavafontäne wurde innerhalb der nächsten 30 Minuten langsam höher und allmählich wurde die Szenerie von der aufgehenden Sonne beleuchtet. Nun stieg die Fontäne rasch in den Himmel empor und erreichte bald eine Höhe von ca. 600 - 800 m. Über dem Krater bildete sich eine mehrere Kilometer hohe Eruptionssäule aus Gas, Asche und Lapilli die nahezu senkrecht aufstieg und erst dann vom Wind in südliche Richtung getrieben wurde. Ab etwa 06:45 Uhr begann vermehrt pyroklastisches Material auf die Flanken des Kegels niederzugehen und es mischte sich mehr und mehr Asche in die Lavafontänen die inzwischen aus mindestens drei verschiedenen Schloten innerhalb des Kegels gefördert wurden. Das herabregnende glühende Material erzeugte bei dem Aufprall auf dem Schnee viele kleine Dampfwolken. Zwischen 07:20 Uhr und 07:40 Uhr kam es durch die Interaktion von herabstürzendem heißem Material und Schnee sogar zu mehreren kleinen pyroklastischen Strömen die sich der nordöstlichen Flanke des Kegels hinab bewegten. Zwischen 07:00 Uhr und 07:30 Uhr wurde außerdem entlang einer Spalte an der Nordflanke des Kegels pulsartig weißer Dampf freigesetzt. Zu dieser Zeit war die Gasemission im nordwestlichen Bereich der Bocca Nuova ebenfalls stärker und es sah so aus als sei dabei auch etwas Asche emittiert worden. Gegen 07:50 Uhr ging die eruptive Aktivität dann zu Ende und es wurde noch sporadisch etwas Asche freigesetzt. Nur der Lavastrom bewegte sich noch einige Zeit in Richtung Valle del Bove und nahm dabei einem ähnlichen Weg wie bei den früheren Paroxysmen. Innerhalb der Bresche des Kegels brachen bis zum Mittag immer wieder große glühende Blöcke ab und purzelten der Flanke hinab.
Asche und Lapilli ging insbesondere auf der Südflanke des Ätna nieder. Im Bereich des Rifugio Sapienza waren noch bis zu 5 cm große Lapilli zu finden. Betroffen von der Asche war auch der Großraum Paternó.
Nach dem Paroxysmus kam es am Vormittag des 05.01. noch zu verstärkter Gasemission aus dem Neuen Südostkrater, aber auch aus der Bocca Nuova. Später stellten sich wieder die gewohnten Gasfreisetzungen ein.
Auf diesem Webcam-Foto kann man neben der Lavafontäne, die ab diesem Zeitpunkt immer mehr Asche enthielt, auch einen kleinen Teil des Lavastroms erkennen, der sich durch die Bresche (rechts unterhalb des Kegels) in östliche Richtung bewegt:

Foto vom 05.01.12, 06:51 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.
Dieses Webcam-Foto entstand zum Höhepunkt des Paroxysmus und zeigt mindestens drei verschiedene Lavafontänen innerhalb des Kraters. Während glühendes pyroklastisches Material auf die Ostflanke des Kegels herab regnet, treibt der Wind die Aschewolke in südliche Richtung:

Foto vom 05.01.2012, 07:12 Uhr: Webcam auf dem Pizzi Deneri, Etna Trekking
Dieses Webcam-Foto zeigt neben der dichten Säule aus Asche und Gas, die den gesamten Neuen Südostkrater einhüllt, einige flache weiße Wolken an der unteren nordöstlichen Flanke des Kegels. Sie stammen von kleinen pyroklatischen Strömen und wurden durch die Interaktion des heißen Materials mit Schnee erzeugt:

Foto vom 05.01.2012, 07:27 Uhr: Milo-Webcam des INGV
Die Schwefeldioxidemissionen an den Gipfelkratern waren im Zeitraum vom 26.12. - 01.01. niedriger als in der Vorwoche. Es zeigte sich kein klarer Trend und die höchsten Messwerte lagen bei bis zu 6000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1].
Der Tremor nahm am Abend des 04.01. zunächst langsam, dann in den frühen Morgenstunden des 05.01. immer schneller zu. Gegen 07:00 Uhr erreichte er sein Höhepunkt auf sehr hohem Niveau. Nach dem Ende des Paroxysmus fiel er rasch wieder auf niedriges Niveau zurück. Auf den Online-Seismogrammen der Gipfelregion zeigten sich am 05.01. nach dem Ende des Paroxysmus noch einige kräftige langperiodische Signale [2].
Am 01.01. kam es nördlich von Maletto (Nordwestflanke) zu mehreren Beben die Magnituden zwischen 2.1 und 3.5 erreichten. Die Hyperzentren lagen in ca. 30 Kilometern Tiefe [3].
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 26/12/2011 - 01/01/2012
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Monitoraggio sismico e vulcanico. Etna. Segnali sismici in tempo reale. Tracciato Sismico della Stazione ESVO HHZ IT
- INGV-Sezione di Catania. 2012. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)
04. Januar 2012
Strombolianische Aktivität am Neuen Südostkrater!
Seit heute Abend kommt es am Neuen Südostkrater zu strombolianischen Explosionen. Gleichzeitig nimmt der Tremor deutlich
zu. Offenbar steht der erste Paroxysmus des Jahres 2012 unmittelbar bevor.
Ab ca. 21:15 Uhr zeigten einige lichtstarke Webcams zeitweise schwache Glut über dem Neuen Südostkrater. Kurz danach waren dann deutlich strombolianische Explosionen innerhalb des Kraters erkennbar. Diese steigerten sich bis 22:00 Uhr weiter, wobei das ausgeworfene Material eine Höhe von ca. 50 - 100 m über dem Kraterrand erreichte. Die Beobachtungen wurden zeitweise durch Dunst und Nebel behindert, der sich nach 22:00 Uhr leider verdichtete.
Dieses Webcam-Foto zeigt eine strombolianische Explosion am Neuen Südostkrater. Links der alte Südostkrater der teilweise mit Schnee überzogen ist. Rechts unterhalb davon kann man den dunklen Kegel des neuen Kraters aus dem Dunst empor ragen sehen. Oberhalb davon das ausgeschleuderte glühende Material:

Foto vom 04.01.12, 21:54 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7
Der Tremor ist in den letzten Tagen leicht gefallen, hat sich aber im Laufe des heutigen Tages ein wenig gesteigert. Seit etwa 21:00 Uhr ist er deutlich am steigen, bewegt sich aber gegen 22:00 Uhr noch auf niedrigem Niveau. Die Online-Seismogramme der Gipfelregion zeigten gestern und heute einige langperiodische Signale [1].
Ab ca. 21:15 Uhr zeigten einige lichtstarke Webcams zeitweise schwache Glut über dem Neuen Südostkrater. Kurz danach waren dann deutlich strombolianische Explosionen innerhalb des Kraters erkennbar. Diese steigerten sich bis 22:00 Uhr weiter, wobei das ausgeworfene Material eine Höhe von ca. 50 - 100 m über dem Kraterrand erreichte. Die Beobachtungen wurden zeitweise durch Dunst und Nebel behindert, der sich nach 22:00 Uhr leider verdichtete.
Dieses Webcam-Foto zeigt eine strombolianische Explosion am Neuen Südostkrater. Links der alte Südostkrater der teilweise mit Schnee überzogen ist. Rechts unterhalb davon kann man den dunklen Kegel des neuen Kraters aus dem Dunst empor ragen sehen. Oberhalb davon das ausgeschleuderte glühende Material:

Foto vom 04.01.12, 21:54 Uhr: Webcam 2 von Radio Studio 7
Der Tremor ist in den letzten Tagen leicht gefallen, hat sich aber im Laufe des heutigen Tages ein wenig gesteigert. Seit etwa 21:00 Uhr ist er deutlich am steigen, bewegt sich aber gegen 22:00 Uhr noch auf niedrigem Niveau. Die Online-Seismogramme der Gipfelregion zeigten gestern und heute einige langperiodische Signale [1].

