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Ätna Update (06.01 - 20.01.2017)

Dampfender Ätna

Aktuelle Informationen über die Tätigkeit des Vulkans


In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier in mehr oder weniger großer Regelmäßigkeit über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende einer Nachricht genannt. Alle Uhrzeiten sind in Ortszeit (MEZ bzw. MESZ). Für die Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Updates kann ich leider keine Gewähr geben. Ich versuche jedoch immer so gründlich wie möglich zu arbeiten.
Planen Sie eine Reise zum Ätna? Dann beachten Sie unbedingt meine Seite mit den Reise- und Warnhinweisen. Hier gibt es viele Tipps und nützliche Links zum Thema Buchung, Anreise, Unterkunft und insbesondere zum Wandern auf dem Ätna, aber auch wichtige Informationen über die Gefahren.
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20. Januar 2017

Die letzten zwei Wochen waren am Ätna wieder von leichter Unruhe geprägt. Weiterhin war die seismische Aktivität etwas erhöht und es kam zu einigen Schwarmbeben. Die Gasemissionen haben deutlich zugenommen und aus dem Südostkraterkomplex wurde gelegentlich etwas Asche emittiert.

In den vergangenen 14 Tagen behinderten Wolken und Neuschnee zeitweise die Beobachtung der Gipfelkrater mittels Webcams. An den wolkenfreien Tagen zeigte sich weiterhin am Kollapsschlot der Voragine kräftige Gasemission. Das heiße Gas erzeugte schwache thermische Anomalien auf den Wärmebildkameras des INGV und generierte oft eine hohe weiße Dampfsäule über dem Berg. In den Nächten war diese Dampfsäule auch hin und wieder rötlich illuminiert. An den übrigen Gipfelkratern war nur wenig Gasfreisetzung erkennbar. Am Nordostkrater wurde etwas Gas im Bereich des zur Voragine hin streichenden Grabens freigesetzt. An der Bocca Nuova kam es im nordwestlichen Kraterabschnitt zu Gasemissionen. Am Südostkraterkomplex setzten Fumarolen auf dem Grat zwischen dem Kegel des alten und des neuen Südostkraters etwas Gas frei. Selten wurde von dem dort befindlichen Schlot auch etwas bräunliche Asche emittiert. Heute waren die Ascheemissionen dort allerdings wieder etwas stärker und häufiger. Auch aus dem Kollapskrater des Neuen Südostkraters wurden heute hin und wieder geringe Mengen bräunlicher Asche freigesetzt.

Dieses Webcam-Foto von heute Mittag zeigt die Freisetzung einer kleinen bräunlichen Aschewolke aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes. Links davon kann man die weißen Gas- bzw. Dampfwolken aus dem Kollapsschlot der Voragine erkennen:
Freisetzung von Asche aus dem Sattelschlot des Südostkraterkomplexes
Foto vom 20.01.17, 11:48 Uhr: Webcam des INGV auf dem La Montagnola.

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater nahmen im Zeitraum vom 02.01. - 08.01. im Vergleich zur Vorwoche deutlich zu. Die ganze Woche über wurde eine Emissionsrate von über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Es kam sogar zu Spitzenemissionsraten von bis zu 11.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [1]. Vom 09.01. - 15.01. gingen die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater zurück. Dennoch wurde nahezu täglich eine Emissionsrate von über 5.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen. Die Spitzenemissionsraten erreichten über 10.000 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag [2].

Auf den Online-Seismogrammen der Station ECNE (Nordostkrater) waren in den letzten 14 Tagen im Abstand von 3 - 5 Minuten schwache langperiodische Signale zu sehen. Gelegentlich zeigten sich auch kleine Explosionssignale. Der Tremor schwankte in den letzten 14 Tagen auf niedrigem Niveau und ging in den letzten Tagen noch etwas zurück [3].

Am 07.01. wurde im Bereich des Zentralkraters ein Beben der Stärke 2.1. gemessen. Am 09.01. wurde am Monte Centenari (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.5 registriert. Am gleichen Tag kam es südwestlich von Tarderia (Südostflanke) zu einem Beben mit einer Magnitude von 1.8. Am 10.01. wurde östlich von Zafferana (Ostflanke) ein Beben der Stärke 1.6 gemessen. Vom 12.01. bis 17.01. kam es im Bereich des Monte Centenari zu vielen sehr schwachen Beben die meist Magnituden von unter 1.5 aufwiesen. Am 19.01. ereigneten sich in einem Gebiet knapp östlich des Piano Pernicana (Nordostflanke) mehrere Erdstöße in geringer Tiefe. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Magnitude von 3.0 [4]. 

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 02/01/2017 - 08/01/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 09/01/2016 - 15/01/2017
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  4. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


06. Januar 2017

Auch zum Jahreswechsel zeigte der Ätna leichte Zeichen von Unruhe. Erneut gab es kleine Ascheemissionen am Südostkraterkomplex und über der Voragine war zeitweise Glutschein erkennbar. Insbesondere die seismische Aktivität hat zugenommen.

In der letzten Woche wurde vom Kollapsschlot der Voragine weiterhin das meiste Gas emittiert. Häufig waren die Gasfreisetzungen dort pulsartig verstärkt und manchmal wurden sogar Gasringe produziert. Bei sonnigen und windschwachen Verhältnissen stieg am Anfang der Woche die weiße Dampf- bzw. Gassäule über der Voragine hunderte Meter senkrecht auf. In den Nächten wurde sie rötlich illuminiert; entweder von der großen Hitze aus der Tiefe oder von tiefsitzenden strombolianischen Explosionen. An der Bocca Nuova konzentrierten sich die Gasfreisetzungen auf den nordwestlichen Kraterabschnitt. Am Südostkraterkomplex konnte ich am 31. Dezember mehrfach die Emission von kleineren Mengen dunkler Asche aus dem Sattelschlot beobachten. An den Folgetagen war lediglich Gasemission erkennbar. Am Nordostkrater waren die Gasemissionen nach wie vor relativ schwach. Schnee und ungewöhnlich große Kälte verhinderten in den letzten beiden Tagen weitere Beobachtungen mittels Webcams.

Dieses wunderschöne Foto vom 01. Januar, welches mir von D. Schade zur Verfügung gestellt wurde, zeigt den schneebedeckten Ätna von Nordosten aus. Sehr schön kann man die weiße Gas- bzw. Dampfsäule aus der Voragine erkennen. Rechts davon der Nordostkrater der nach wie vor relativ wenig Gas emittiert. Links der Neue Südostkrater mit vielen kleinen Gaswolken aus Fumarolen. Seine schneebedeckten Lavafelder reichen in das Valle del Bove hinab. Im Vordergrund erstrecken sich die alten Berge der Serra delle Concazze. Der Rest eines früheren Vulkangebäudes:
Schneebedeckter Ätna von Nordosten aus
© D. Schade, 01.01.2017

Die Schwefeldioxidemissionen der Gipfelkrater blieben auch im Zeitraum vom 26.12. - 01.01. im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Dagegen nahmen die Emissionen von Chlorwasserstoff im gleichen Beobachtungszeitraum gegenüber der Vorwoche etwas zu [1].

Die Online-Seismogramme der Station ECNE (Nordostkrater) zeigten in der letzten Woche weiterhin alle paar Minuten schwache langperiodische Signale. Immer wieder mischten sich auch kleine Explosionssignale darunter. Der Tremor unterliegt seit dem 01. Januar einem leicht steigenden Trend [2].

Zwischen dem 30.12. und dem 04.01. kam es an der Südflanke des Ätna im Raum La Montagnola - Case del Vescovo - Monte Zoccolaro zu zahlreichen sehr schwachen Beben, wobei das stärkste Beben eine Magnitude von 1.7 erreichte. Am 03.01. wurde bei Lavinaio (Südostflanke) ein Beben mit einer Magnitude von 1.5 gemessen [3].

  1. INGV-Sezione di Catania. 2017. Bollettino settimanale sul monitoraggio vulcanico, geochimico e sismico del vulcano Etna, 26/12/2016 - 01/01/2017
  2. INGV-Sezione di Catania. 2017. Home. TREMORE VULCANICO. EMNR
  3. INGV-Sezione di Catania. 2017. Monitoraggio sismico e vulcanico. TERREMOTI RECENTI. Monitoraggio sismico delle aree vulcaniche della Sicilia orientale (Etna ed Isole Eolie)


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