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Ätna Updates von Oliver Beck

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Die archivierten Ätna Updates seit September 2004.
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Aktuelle Nachrichten vom größten aktiven Vulkan Europas

In Abhängigkeit von der Aktivität des Ätna, berichte ich hier aktuell über die neuesten Ereignisse an diesem prächtigen Vulkan. Diese Informationen, kurz Updates genannt, stelle ich aus diversen Quellen, wie Institute bzw. Organisationen, Websites von Vulkanologen und eigenen Beobachtungen (meist über Webcams) zusammen. Ergänzt werden die Updates zum einen durch Fotos die mir von Augenzeugen wie z.B. Touristen zur Verfügung gestellt werden, zum anderen aber auch durch Webcam-Aufnahmen. Hinzu kommen natürlich noch eigene Fotos die ich bei meinen Besuchen des Bergs mache. Die verwendeten Quellen werden jeweils am Ende eines Updates genannt.
Ältere Updates werden archiviert. Mein umfangreiches Archiv erstreckt sich inzwischen bereits zurück bis zum Jahre 2004. Ergänzt werden die Updates durch ein Glossar in dem viele Fachbegriffe erklärt werden, aber auch zahlreiche weitere Fakten wie z.B. Informationen über Ortschaften und Krater des Ätna zu finden sind.
Des Weiteren stelle ich auf dieser Website unter der Rubrik "Reise- und Warnhinweise" wichtige Informationen und Links zusammen, die man vor einem Besuch des Ätna unbedingt lesen sollte bzw. die bei der Planung einer Reise in die Region rund um den Ätna besonders hilfreich sein können.


Strombolianische Aktivität nach drei paroxysmalen Episoden der Voragine

Am Abend des 17. Mai setzte am Nordostkrater des Ätna strombolianische Aktivität ein. Diese steigerte sich rasch und dauerte die Nacht auf den 18. Mai an. Gegen Mittag kam es dann in der Voragine zu einer kurzen, aber heftigen eruptiven Episode (Paroxysmus). Dabei wurden mehrere hundert Meter hohe Lavafontänen freigesetzt und Ascheregen ging auf die Ostflanke des Ätna nieder. Gleichzeitig öffnete sich eine eruptive Spalte an der oberen Ostflanke des Ätna. Diese emittierte einen Lavastrom der sich in das Valle del Bove ergoss und bis zum Abend die Gegend westlich des Monte Simone erreichte. Ein weiterer Lavastrom wurde gleichzeitig aus der Voragine emittiert. Dieser strömte der Westflanke bis auf ca. 2100 m hohes Gelände hinab. Am Morgen des 19. Mai ereignete sich bei schlechtem Wetter ein weiterer Paroxysmus in der Voragine. Erneut ging Ascheregen auf die Ostflanke des Bergs nieder. Die Förderung von Lava aus der eruptiven Spalte ging am 20. Mai zu Ende. Am frühen Morgen des 21. Mai kam es in der Voragine erneut zu einer paroxysmalen Phase, diese wurde durch stundenlange strombolianische Aktivität eingeleitet. Dabei strömte die Lava in die Bocca Nuova, füllte sie auf und ergoss sich über ihre Westflanke dem Berg hinab. Außerdem öffnete sich eine eruptive Spalte an der oberen südöstlichen Flanke der Voragine. Dabei wurde ein kleiner Lavastrom eruptiert. Am 22.05. und am 23.05. gab es moderate strombolianische Aktivität im Nordostkrater bzw. in der Voragine. Am Abend des 24.05. kam es in der Voragine erneut zu intensiver strombolianischer Aktivität.
In den Wochen und Monaten zuvor war es immer wieder zu sporadischen und meist leichten Ascheemissionen aus dem Nordostkrater und Neuem Südostkrater gekommen. An beiden Gipfelkratern wurde meist kaltes, altes, bräunlich-graues Material freigesetzt. Die Ascheemissionen am Nordostkrater begannen bereits im Februar und erfolgten im Anschluß an eine kräftige explosive Aschefreisetzung die sich am 23. Februar ereignete. Die Emissionen waren seit dem auch im Gipfelbereich von phasenweise auftretendem krampfartigen Tremor begleitet.
Zuvor war es im Januar am Kollapskrater des Neuen Südostkraters zu sporadischen Emissionen von kalter brauner Asche gekommen. Diesen Freisetzungen ging schwache strombolianische Aktivität voraus, die Ende Dezember 2015 einsetzte, jedoch nur wenige Tage andauerte.
Diese schwachen Explosionen markierten das Ende einer relativ starken eruptiven Phase des Ätna die am 03. Dezember begann. Dabei ereigneten sich in der Voragine binnen 48 Stunden vier kurze, aber sehr heftige eruptive Episoden (Paroxysmen). Diese waren charakterisiert durch die Freisetzung von bis zu 1000 m hohen Lavafontänen, verbunden mit der Emission einer Säule aus Gas, Asche und Lapilli die eine Höhe von 10 Kilometern erreichte. Beim ersten Ereignis ging in vielen Regionen Nordostsiziliens, sowie in Kalabrien Asche nieder. Nach den vier Paroxysmen wurde am 06. Dezember der Neue Südostkrater aktiv. An seiner oberen Ostflanke kam es zu anhaltender strombolianischer Aktivität, sowie zur Förderung von Lava. Der größte Strom ergoß sich in südöstliche Richtung in das Valle del Bove. Am 08. Dezember endete dort die eruptive Aktivität, jedoch begann zeitgleich eine mehrtägige seismische Krise an der Nordostflanke des Ätna, im Raum Piano Provenzana - Piano Pernicana. Dabei ereigneten sich innerhalb von wenigen Stunden über 40 Erdbeben, wobei das stärkste eine Magnitude von 3.8 erreichte. Bis zum 15. Dezember kam es am Nordostkrater noch zu stärkeren Ascheemissionen, dann klang die Aktivität langsam aus.
Bereits seit Ende Oktober 2015 war es innerhalb der Voragine zu strombolianische Aktivität gekommen. Diese war aber meist sporadisch und moderat. In den Wochen zuvor markierten Schwarmbeben an der Ost- bzw. Nordwestflanke des Berges die bevorstehende eruptive Aktivität. Schon seit August hatten sich an den Gipfelkratern des Ätna sporadische und meist schwache Ascheemissionen ereignet. Die pulsartigen Gasemissionen des Nordostkraters waren häufig von donnernden Geräuschen begleitet. Auch aus der Tiefe der Voragine war gelegentlich Donner hörbar.

Dieses Foto konnte ich am Abend des 24. Mai von der Südflanke (Nähe Monte Vetore) aus machen. Es zeigt die strombolianische Aktivität in der Voragine. Sie nahm an diesem Abend sprunghaft zu und wurde schnell recht intensiv:
Strombolianische Aktivität in der Voragine
24.05.2016 22:09 Uhr

Der relativ langen Ruhephase des Ätna, die vom Mai bis Oktober 2015 dauerte, ging vom 13. - 16. Mai eine eruptive Episode des Neuen Südostkraters voraus. Sie war durch anhaltende strombolianische Aktivität am Gipfel, sowie durch Freisetzung eines Lavastroms aus seiner nordöstlichen Flanke charakterisiert. Der relativ gut genährte Lavastrom bewegte sich zunächst nach Nordosten in Richtung Valle del Bove, dann nach Osten wo er den Monte Simone südlich und nördlich umströmte und schließlich das ca. 1700 m hohe Gelände westlich des Rocce Musarra erreichte.
Diese zweite eruptive Episode des Neuen Südostkraters in 2015 wurde von tagelanger starker Gasemission aus Voragine, sowie Ascheemission aus der Bocca Nuova eingeleitet.
Davor war es zu einer monatelangen Ruhephase gekommen, die durch ruhige Gasemission aus den Gipfelkratern charakterisiert war. Sie folgte der ersten eruptiven Episode des Neuen Südostkraters in 2015, die zwischen dem 31. Januar und 02. Februar stattfand. Dabei kam es neben Ascheemission und strombolianischer Aktivität aus einem Schlot auf dem Grat zwischen den beiden Südostkraterkegeln auch zur Freisetzung eines Lavastroms der sich der Südwestflanke des Ätna bis auf ca. 2000 m Höhe hinab ergoss.
Vier Wochen zuvor hatte am Abend des 28. Dezember 2014 am Neuen Südostkrater eine kurze, aber heftige eruptive Episode (Paroxysmus) stattgefunden. Dabei wurden Lavafontänen freigesetzt und eine Eruptionssäule generiert. Diese sorgte für Ascheregen bis zur Ostküste Siziliens. Außerdem wurden mehrere Lavaströme emittiert die sich zum einen von der Ostflanke des Neuen Südostkraterkegels nach Nordosten bis auf die Talsohle des Valle del Bove ergossen und zum anderen vom Gebiet zwischen altem und neuem Südostkrater aus nach Westen auf die obere West-/Südwestflanke des Ätna flossen.
Zuvor war der Neue Südostkrater zwischen dem 09. und 15. August 2014 aktiv. Diese eruptive Episode war durch strombolianische Explosionen am Gipfel des Kraters, sowie durch die Freisetzung eines Lavastroms an seiner oberen Ostflanke charakterisiert. Der Lavastrom erreichte dabei eine Länge von bis zu drei Kilometer und ergoss sich in das unbewohnte Tal Valle del Bove.
Vor dieser eruptiven Phase war es am 05. Juli an der oberen Ostflanke des Ätna, an der Basis des Nordostkraters auf ca. 3000 m Höhe, zu einer Eruption gekommen. Dabei hatten sich zunächst um zwei eruptive Schlote kleine Schlackenkegel gebildet die strombolianisch aktiv waren. Bis zum 02. August öffneten sich ein wenig nördlich dieser Schlackenkegel zwei weitere Schlote. Hier kam es zu intensiven strombolianischen Explosionen die einen neuen pyroklastischen Kegel bildeten. Daneben wurde aus der eruptiven Spalte immer wieder Lava freigesetzt die in Form kurzer, sich überlappender Ströme nach Ost/Nordost in das Valle del Leone, nordwestlich des großen Tals Valle del Bove, strömte. Am 09. August endete die eruptive Aktivität und wechselte zum Neuen Südostkrater.
Zuvor war es im Jahre 2014 bereits zu mehreren länger andauernden eruptiven Episoden des Neuen Südostkraters gekommen. Dabei wurden Lavaströme in das Valle del Bove freigesetzt und am Gipfel des Neuen Südostkraters kam es zu meist moderater strombolianischer Aktivität. Diese Episoden fanden im Juni, sowie vom Januar bis April statt. Während der ersten eruptiven Episode ereignete sich am 11. Februar eine spektakuläre Hangrutschung an der Ostflanke des Neuen Südostkraterkegels. Diese war mit der Freisetzung einer heißen Gerölllawine verbunden die in ihrem Verhalten und Aussehen einem pyroklastischen Strom glich.
Im Jahre 2013 war der Neue Südostkrater allerdings deutlich aktiver, wobei die eruptiven Episoden meist sehr kurz und äußerst heftig ausfielen (Paroxysmen). Insgesamt ereigneten sich 21 eruptive Episoden. Nur die letzten beiden waren länger andauernd und dafür weniger intensiv. Die Ereignisse in den Monaten zuvor waren deutlich heftiger, aber auch kürzer und ähnelten in ihrem Ablauf den Paroxysmen des Neuen Südostkraters wie sie bereits in den Jahren 2011 und 2012 auftraten. Sie waren durch hunderte Meter hohe Lavafontänen, der Entwicklung einer kilometerhohen Eruptionssäule verbunden mit Asche- bzw. Lapilliregen, sowie der Freisetzung kurzer Lavaströme in östliche und südliche Richtung verbunden. Der stärkste Paroxysmus dieser Serie hatte sich am 23. November 2013 ereignet. Dabei wurde neben einer bis zu 1000 m hohen Lavafontäne auch viel pyroklastisches Material freigesetzt; bis zu 20 Zentimeter große Lavabrocken beschädigten Autos an der Nordostflanke des Bergs und Asche wurde bis nach Taormina und Kalabrien getragen.

Mehr Details und aktuelle Informationen finden sie im letzten Update...

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